Wednesday, October 31, 2007
Meine Augen schmerzen
Der Schmerz ist erträglich. Er ist auch einträglich, weil er mit der Arbeit für meinen Masterabschluss in Zusammenhang steht, der mir beim Großverdienen dienlich sein wird. Aber diese Augen! Ist ein Leben in Reichtum, aber mit abgestorbenen Augäpfeln einem Leben in ehr- und sichtbarer Armut vorzuziehen? Soll ein Mensch von gutem Aussehen sein gutes Aus-Sehen auf dem Altar der guten Aussichten opfern? Es sind Fragen, wie diese, die mir durch den Kopf gehen, in etwa dort, wo auch der Sehnerv durch diesen geht. Ab und zu geht die Sorge um mein Sehen mit mir durch - das kostet Nerven. Unternehmer klagen oft, dass die Kosten ihrer Arbeit sie auffressen. Aber in meinem Fall frisst die Arbeit mein Sehvermögen und ich vermag kein Ende zu sehen.
Erst im Sommer hat man mir neue Linsen angepasst. Alles passte, insbesondere sie. Aber dann ging es bergab, so lange bis ich auf 38 m. über dem Meeresspiegel angekommen war und mich trotz Linsen, trotz Brillen im Spiegel nur noch schemenhaft erkannte. Beschämend. Auch Schriften verschwimmen vor meinen Augen. Schwimm ist das! möchte man sagen, aber man sagt es nicht, denn es wäre ein platter Witz, der nicht zu der immer stärkeren Wölbung meiner Hornhaut passt. Das Stigma des Astigmatismus.
Manche Leute verlieren ob ihrer schlechten Gesundheit alle Lebensfreude. Mir genügen dazu schon kaputte Augen. Ich bin eben ein genügsamer Mensch.
Wednesday, October 24, 2007
Saturday, May 12, 2007
Vom Kampf der Wagen und Gesänge
Ich schalte also den Fernseher ein und versuche, eine meinen Ansprüchen genügende Sendung zu finden. Auf SAT.1 läuft „Mord im Weißen Haus“. Ich gähne. Die Leichen müssen sich dort schon bis unter die Decke stapeln. Beim Wechsel auf ORF 1 aber bin ich plötzlich wie elektrisiert. Vor meinen Augen läuft der Eurovision Song Contest 2007. Jener „Gesangs“wettbewerb, der es fertig bringt, Menschen aus 42 Nationen friedlich vor dem Fernseher zu vereinen, und sei es auch nur in einer Atmosphäre wechselseitiger Scham und Betretenheit gegenüber den Abgründen der nationalen Musikszenerien. Mit einem Mal ergibt alles Sinn, vor allem die Vorausscheidung zum Song Contest, die ich vorgestern bei bzw. anstelle der Vorbereitung meines Referates gesehen habe. Eine bittere Zeit, vor allem für die Schweiz, deren DJ Bobo ausscheiden musste. Insofern sollte dem Kontinent das Schlimmste erspart bleiben. Aber, wie das Leben so spielt …
Vom bosnischen Beitrag bleibt mir nichts in Erinnerung, außer dass mich das Lied gelangweilt hat und dass Rijeka auf Bosnisch „Fluss“ bedeutet, womit mir der Name der gleichnamigen Großstadt plötzlich in einem anderen Licht erscheint. Darauf folgt eine spanische „Boygroup“ mit einem idiotischen Namen und einem Lied, dem ich entnehmen kann, dass Liebe offensichtlich schön ist. Die Beiträge von Weißrussland, Irland, Finnland und Mazedonien versäume ich, weil ich die Küche nach genießbaren Nahrungsmitteln durchsuchen muss. Als ich zurückkomme singt gerade die Ungarin. Sie hat kurze Haar und ein T-Shirt auf dem laut dem Sprecher die Mutter Gottes abgebildet ist. Ihr Lied heißt „Unsubstantial Blues“ und die Bühne ist blau. Stimmig. Die nächsten Teilnehmer sind die Litauer, die sich „4Fun“ nennen und „Love or leave“ intonieren. Bedauerlich, wie langsam sich manche Errungenschaften der westlichen Welt hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang durchsetzen, vor allem eine zeitgemäße Namensgebung. Danach tanzt ein Grieche zu irgendeinem Lied über Maria, soweit ich es verstehe. Mit ihm tanzen vier Griechinnen an blauen Bändern. Showtime! Irgendwie klingt das Lied aber genauso wie das vorhergehende. Oder nicht. Irgendwie klingen ohnehin alle Lieder gleich. Offensichtlich wurden keine neuen Melodien mehr erfunden, seit Modern Talking 1986 „Brother Louie“ herausbrachten.
Die nächste hoffnungsfrohe Teilnehmerin ist eine kleine Georgierin im roten Kleidchen. Wo liegt dieses Georgien überhaupt? Jedenfalls hat ihr der Präsident noch persönlich alles Gute gewunschen. Schweden schickt eine Tokio Hotel Tribute Band ins Rennen. „The Ark“ stützen ihre Kandidatur vor allem auf hypnotische Scheiben, die über die Bildschirme auf der Bühne flimmern. Die Franzosen wirken, als ob ihr Beitrag eine Parodie seiner selbst wäre. Vielleicht ist er das auch – in diesem Fall haben sie keine Chance. Lettland covert die drei Tenöre, Russland versucht wieder einmal, mit seinem großen Angebot an leicht bekleideten Mädchen, denen der Beigeschmack käuflicher Liebe anhaftet, zu punkten. Für Deutschland wirft sich Roger Cicero ins Rennen. Das macht mich traurig. Ich möchte Cicero heißen. Dann kommt Serbien an die Reihe. Was finden die Leute nur an Balladen? Die sind doch viel zu langsam und außerdem fehlt der Beat. Den liefert die Ukraine. Ihr Lied heißt „Russia Goodbye“, was die Russen verärgert hat, bis die ukrainische Band ein Statement veröffentlichte, wonach der wahre Titel „Luscha Gawui“ oder so ähnlich sei und „umgefallene Milchkanne“ bedeute. Ich mag die Ukraine. Unter anderem, weil ihre Vertreter etwas für die Umwelt tun und ihre Kostüme aus wiederaufbereiteter Alufolie schneidern.
Die Briten, die nun folgen, führen dagegen eine überaus aufwändige Show vor. Mit Stewardessen, Koffern und dergleichen mehr. Zumindest sehen die ersten fünf Sekunden danach aus. Dann gehe ich in die Küche und schiebe mir zwei Käsebrote ins Backrohr. Als ich zurückkomme beendet gerade Rumänien seinen Beitrag. Die Gruppe besteht aus lauter Rumänen und einem Typen aus Französisch Guyana. Das macht mich traurig. Ich möchte aus Französisch Guyana kommen. Und Rumänien beim Song Contest vertreten. Vielleicht mach ich das nächstes Jahr, falls es mit der Festanstellung nicht klappt. Das bulgarische Duo trommelt herum und singt etwas vom Wasser, das fließt und da sitzt ein Mädchen und ein Reiter kommt vorbei. Der Türke sieht in seinem roten Sakko aus wie ein Zirkusäffchen. Vorletzter Teilnehmer ist Armenien. Sein Vertreter singt, wie überraschend, eine Ballade. Dafür wurde er aber schon zweimal zum besten Sänger Armeniens gewählt. Armenien ist klein. Den Abschluss bildet Moldawien. Wie können sich die überhaupt die Teilnahme leisten? Die sind doch arm. Irgendwie fühle ich mich plötzlich ein wenig ausgelaugt, emotional wie kreativ. Ich hole meine Brote aus dem Rohr und bereite sie zu – mit Senf, Salat und Paprikapulver. Douze points!
Der interessantere Teil des Abends fängt gerade an. Die Wertung. Die finnischen Moderatoren versuchen, sich beim Countdown gegenseitig in den Hintergrund zu drängen. Ich hasse sie beide, obwohl ich sie gar nicht kenne. Aber ich liebe den griechischen Fan, der mit dem Gesichtsausdruck einer Straßenlaterne die Flagge seines Heimatlandes in die Kamera hält. Zweihundert Euro kostet eine Eintrittskarte. Wer würde hierfür keine Niere opfern?
Die Punktvergabe beginnt. Sie läuft stets nach dem gleichen Schema ab. Die finnischen Moderatoren grinsen dümmlich und der Vertreter der jeweiligen nationalen Rundfunkanstalt redet an ihnen vorbei oder biedert sich vermittels eines Mundvolls geradebrechten Finnischens an. Dann folgen die Punkte. Irgendwie füllt mich das Zusehen alleine nicht aus. Ich beschließe, zu notieren, wer wem die 12 Punkte zuschachert. Immerhin sagt einem das sehr viel über die einzelnen Länder, vor allem wer in Bezug auf wen in der Vergangenheit eine zu lasche Einwanderungspolitik gefahren hat. Dennoch ist die ewiggleiche Prozedur ziemlich ermüdend. Ich fahre meinen Computer hoch und beginne nebenher, nach dem ukranischen Lied von der traurigen Milchkanne zu suchen. Ohne Erfolg.
Von der Punktvergabe selbst bleibt mir nur wenig in Erinnerung. 42 Länder, 42 Lieder, 42 liederliche Landesvertreter. Eine schlechte Allitteration. Weißrussland stellt eine 17-jährige Praktikantin vor die Kamera. Sie ignoriert ihre Kollegen in Helsinki komplett, weil sie ihre englischen Sätze nur auswendig beherrscht. Nach der Übertragung muss sie wieder zu ihrem anderen Arbeitsplatz als Fußschemel für Lukaschenko. Lettland hat Beppo, den Clown engagiert. Er trägt Hosenträger und meint, etwas besonderes läge in der Luft. Ein Souvenir sowjetischer Industriepolitik, Beppo! Die Anblick der isländischen Punktvergeberin ist mit Sicherheit das ästhetische Highlight des Abends. In politischer Hinsicht ist dies das Eingeständnis des israelischen Korrespondenten, dass sein Heimatland nukleare Waffen besitzt – oder wie ist der Satz „Israel has pushed the button!“ sonst zu verstehen? Eine große Überraschung ist Moldawien. Das Land mag arm sein, aber nicht so arm, dass es sich keine Glitzerkrawatte für seinen Sprecher und eine Aufnahme der nächtlichen Skyline einer amerikanischen Großstadt als Hintergrund leisten kann. Eine weniger große Überraschung ist, wer wem wieviele Punkte gibt. Deutschland schickt dem Äffchen 12 zwölf Punkte. Eine flächendeckende Dönerversorgung fordert ihren Tribut. Spanien entsendet ein Dutzend Zähler nach Rumänien, Hauptquelle seiner illegalen Einwanderer. Serbien erhält zwölf Punkt von Montenegro, ein positiver Nebeneffekt der letztjährigen Trennung der beiden Staaten, und die Esten unterstützen das russiche Rotlichtmilieu, trotz oder gerade wegen der Querelen rund um das kürzlich entfernte Rotarmistendenkmal. Ein erfreuliches Zeichen setzt indes die Türkei. Ihre zwölf Punkte gehen an den zweimalig besten Sänger Armeniens; eine späte Reparation für den Völkermord, den sie an seinen Ahnen nicht verübt haben.
Letzten Endes steht der Sieger fest. Serbien. Genau genommen stand der Sieger angeblich schon vorher fest. Serbien. Jedenfalls ist der Sieger Serbien und das Siegerlied sterbenslangweilig. Es wird noch einmal vorgetragen, aber ich entschließe mich, stattdessen „Brother Louie“ von Modern Talking zu hören. Es macht jetzt auch keinen Unterschied mehr. Der ORF entschließt sich, das Niveau konstant zu halten und schickt dem Grand Prix ein Grönemeyer-Konzert hinterher. Meine Augen schließen sich.
Saturday, April 28, 2007
Unter der Dusche
Dem war ein Hirnteil ausgebrannt,
Der seinen Hunger regelte,
Sodass es stets sich ekelte,
Wenn es in Wirtshaus, Heim und Bar,
Der Nahrungsmittel wurd gewahr.
Es wurde immer dünner, bis,
Der Wind es in zwei Stück riss,
Der eine flog von Bern nach Thun,
Der and're stak in seinen Schuh'n,
Und wer dies sah, hat sich gedacht,
Was hat das Update uns gebracht?
Wednesday, January 31, 2007
München. Opfer der Winde. [Teil 1]
München, Stadt der blutigen Herzen, 17:30 - selbstzufrieden und mit einem adretten Anzug nebst verknoteter Krawatte angetan erreiche ich den Hauptbahnhof. Es herrscht apokalyptische Stimmung, denn die Züge nach Rosenheim sind schon ausgefallen. Auf dem Weg zum Service Point der Deutschen Bahn begegnen mir allenthalben erbärmliche Gestalten ohne Hoffnung und Anschluss. In ihren Augen tanzt die Zukunftsangst Kasatschok, doch ich stosse sie beiseite, warte fünf Minuten beim Service Point und angle mir das nächstbesten Auskunftsorgan. Wie sieht es mit dem EuroCity nach Zürich um 18:34 aus? Keine Störungen gemeldet, entgegnet mir das Organ. Ausgezeichnet!
Ich verbringe die Folgestunde mit dem Inanspruchnehmen der reichhaltigen und erstaunlich günstigen Verpflegungspalette des Münchner Hauptbahnhofs, kaufe im nahegelegenen Kaufhaus Hertie eine Flasche Mineralwassers und werde von der Kassierin schief beäugt. Pünktlich um 18:34 rollt mein EuroCity mit mir an Bord aus dem stählernen Bahnhofspansen. Nächster fahrplanmässiger Halt ist Buchloe, eine einsame Bastion in der gesetzlosen Bayrischen Prärie, die wir in einer Dreiviertelstunde erreichen sollten. Genug Zeit, mich zurückzulehnen und noch einmal "Franz von Papen liest die Vita Sancti Severini" auf meinem MP3-Spieler anzuhören. Eine Durchsage über die Lautsprecher des Zugs lässt mich hochschrecken. Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund des Sturm fährt dieser EuroCity nur bis Puchheim. Was soll das? Ich bedrohe einen Zugbegleiter mit meinem Teppichmesser, aber mehr Informationen als dass es fürs erste nicht weitergeht hat er auch nicht. Der Zug fährt in den nächsten Bahnhof ein. Ich überlege, ob ich von Puchheim nach St. Gallen laufen kann, aber wie sich herausstellt handelt es sich um einen Vorort von München. Verfolgt mich diese Stadt etwa? Die Informationslage bessert sich nicht, da alle Züge deutschlandweit angehalten wurden und jetzt am Münchner Hauptbahnhof Rückfrage halten wollen. Der Zugbegleiter vermutet, wir würden die Nacht im EuroCity verbringen müssen - eine wenig ansprechende Aussicht. Ich schwinge mich in die S-Bahn auf Gleis 2 und fahre zurück zum Hauptbahnhof. Mein durchtriebener Plan: in einem Münchner Hotelzimmer die Nacht der jähen Toten lebend und vor allem bequem überstehen. Leider bin ich nicht der einzige mit kreativem Potenzial - die Hotels der Münchner Innenstadt sind angefüllt wie mein lieber Freund Franz zu Silvester. Ich stehe eine halbe Stunde in der Schlange vor dem Service Point, nur um zu erfahren, dass sich die Definition "Innenstadt" auf die ganze Stadt bezieht. Das Organ meint, es habe eine Adresse von einem Geheimgasthof in Weissenweitdraussenkirchen, aber der sei zu Fuss vier Stunden entfernt. Es könne jedoch anrufen und vorreservieren. Das Organ ruft an, aber die Innenstadt hat das flache Land bereits erreicht.
Vom Schicksal kaltgeschleudert, möchte ich mich einen Moment setzen und die Lage überschlagen. Der Plan scheitert im Anfangsstadium, denn auf dem Münchner Hauptbahnhof gibt es keine Sitzgelegenheiten. Bänke fehlen komplett, andere horizontale Flächen sind vorsorglich mit einem "Kein Sitzplatz!" gekennzeichnet. Nach einigem Warten wird ein Platz an einem Geländer frei, gegen das ich mich erleichtert lehne. Wen kenne ich in München? Wem könnte ich mit meiner Gastgeberfreundschaft die Nacht versüssen? Ich muss feststellen, dass ich niemanden in München kenne.Das soll eine Grossstadt sein? Ich weite mein Suchraster auf ganz Bayern aus. Bea und Stefan in Würzburg fallen mir ein - wie weit ist Würzburg entfernt? Kann man es zu Fuss erreichen? Ich möchte das Organ fragen, aber die Schlange vor dem Service Point reicht bereits bis zum Eingang des Bahnhofs zurück. Draussen beginnt der Orkan, sich auszutoben.
Fortsetzung folgt?
Saturday, December 23, 2006
Nur das Beste!
Thursday, November 30, 2006
Geistbereicherndes (zur Weihnachtszeit)
Und wir von Punsch- zu Punschstandl taumeln.
Wenn die Tage bei Keksen und Kerzenschein enden,
Und wir für Geschenke das Auto verpfänden.
Wenn die Strassen erklingen von kindlichem Lachen,
Und Strickhändler beste Geschäfte machen.
Wenn das Gute im Menschen die Habsucht verscheucht,
Das einsame Herz uns die Leber verseucht.
Und man im Advent,
Sein Spiegelbild
Nicht mehr erkennt.
Dann nachtet's wieder weih.
[Oft schon ab Mai!]
Wednesday, November 22, 2006
Vom Heben von Zitatenschätzen
Darüberhinaus muss der Student sämtliche Gedanken, die angeblich nicht seine eigenen sind in Form von Zitaten ausdrücken - eine Unverschämtheit, denn was kann ich dafür, dass jemand namens Fisher einige Jahrzehnte vor meiner Zeit zufällig auch schon darauf gekommen ist, dass bei vollständig funktionierenden Kapitalmärkten Investitionsentscheide unabhängig von den subjektiven Konsumwünschen getroffen werden und ich nur deshalb in meiner Arbeit nicht mehr von der "Gattringer-Separation" sprechen darf ohne ein Disziplinarverfahren zu riskieren. Es ist nicht meine Schuld, dass dieser Fisher mit seinen mathematischenTaschenspielertricks zu den gleichen Ergebnissen gekommen ist, wie ich mit meinem brillianten Hirn und einem Buch über Finanzmathematik. Besonders ärgerlich ist dieses Verbot in "weichen" Fächern wie Philosophie, bei denen es ohnehin nur darum geht, dem Dozenten zu beweisen, dass man zu genial für seine armselige Themenstellung ist.
Die zweite grosse Gruppe von Zitaten tummelt sich auf den letzten Seiten heimischer Printmedien. Es handelt sich um besonders kluge, aber wissenschaftlich irrelevante Aussprüche von Leuten, die wir heute gemeinhin für besonders klug, aber irrelevant halten. Besonders hoch ist ihre Dichte in den Wochenendbeilagen, denn am Wochenende bedürfen wir nach dem Credo der Printmedienschaffenden speziell vieler weiser Worte von Claudius Gothicus ("Hebe nie beide Füsse gegen deinen Feind oder du fällst um.") bis Puff Daddy ("Yo!"). In seltenen Fällen ziehen die Redakteure, die aufs interne Abstellgleis des "Verantwortlichen für die Bunte Seite" gerollt wurden, die unterste Schublade des Zitatenschatzes und lassen Konfuzius aus seiner Gruft, denn alles, was ein Chinese gesagt hat, muss nun wirklich etwas besonders kluges sein. Überhaupt sind uns diese Chinesen über, jedenfalls die, die sich in meiner Fantasie herumtreiben. Auf den bitteren Boden der Realität holte mich erst eine Gruppenarbeit zurück, bei der der mir zugeteilte Gelbling kläglich versagte. Dabei trug er sogar ein Brille, kruzifix! Konfuzius sagt dazu: "Es ist kein Zeichen von Schwäche, von einer Strassenbahn überrollt zu werden."
Wichtiger als ihr Inhalt, ist aber die Gesamtzahl der abgedruckten Zitate. Sie gibt Auskunft über die wirtschaftliche Situation des jeweiligen Blattes, denn Zitate sind nichts anderes als Füllstoff für nicht verkaufte Anzeigenvolumen. Je geistreicher die Aussprüche, desto maroder die Zeitung (sog. "Gattringer-Separation"). Insofern dürften die Gemeindenachrichten von Walding im oberösterreichischen Mühlviertel der Welt defizitärstes Blatt sein, denn sie bestehen praktisch nur aus Zitaten. Selbst die Artikel bestehen aus Zitaten, denn, wenn unserem Bürgermeister schon die Worte fehlen, findet sie vielleicht Pablo Neruda.
Anstelle eines vernünftigen Abschlusses:
"Der Fluch des regen Geistes ist es, sich in Trivialitäten zu ergehen und durch das Verfassen unspektakulärer Blogeinträge eigene wie fremde Zeit nutzlos zu vergeuden."
Thursday, November 09, 2006
Nach Art des Mundes
es zaht si
i soit ozahn
mi zahts ned
wiads mi zahn?
s wiad si zagn
Aus: Walter Gatterer nervt sein Studium, Opus X - Grosses Lamento.
Friday, October 20, 2006
Von der Autobahninstandsetzung
Eine Autobahnbaustelle.
Eine jener Autobahnbaustellen, die unser heimatliches Fernstraßennetz überziehen, wie Geschwüre den Körper eines Pestkranken. Und wen diese übertrieben dramatische Analogie nicht beeindruckt, der lässt sich hoffentlich durch die folgende Statistik überzeugen:
auf einen Kilometer uneingeschränkt befahrbarer Autobahn kommen heutzutage 1,4 Kilometer Autobahnbaustellen. Dazu 300 Meter Geschwindigkeitsbeschränkung vor und nach diesen Baustellen, 80 Meter Stau aufgrund dieser Baustellen und 2 Geisterfahrer, die kurz vor der Baustelle entnervt umgedreht haben. Und wenn ich mir diese Zahlen vollständig aus den Fingern gesogen habe, so liegt das nur daran, dass mich die baustellenbedingte Verspätung bei meiner letzten Ausfahrt die Zeit gekostet hat, die ich ansonsten für ernsthafte Untersuchungen geopfert hätte.
Die typische Fahrt auf einer heimischen Autobahn läuft in etwa folgendermaßen ab: man quält sich durch den innerstädtischen Verkehr zur Autobahnauffahrt, kriecht im zweiten Gang durch einen überteuerten Tunnel, um den bußgeldlüsternen Messgeräten der Section Control (cool für "Abschnittskontrolle") zu entgehen, zermalmt während der zähneknirschend ertragenen Passage durch die stadtnahe Tempo-100-Zone seine Eckzähne zu Knochenmehl und erreicht schließlich mit Tränen in den Augen jenen Teil der Autobahn, der durchs von überteuerten Lärmschutzwänden abgeschirmte freie Feld führt und daher auch solche Fahrt gestatten sollte. Hier aber hat Gott in Gestalt der Asfinag die erste Autobahnbaustelle hinerschaffen. Noch ehe man seinen Wagen, Laster oder Organspenderofen auf 149 Stundenkilometer hochgefahren hat, eilen einem in rascher Folge zwei Schilder entgegen, die die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zuerst auf deren 100, danach auf bloße 80 reduzieren. Kurz darauf senkt sich ein Schleier über unsere Augen und ein Sechziger über den Tachometer. Orange Streifen ersetzen das vertraute Weiß und leiten uns in einer eleganten Kurve auf die betonbegrenzte Nebenfahrbahn. Ein weiteres Schild tröstet uns mit der Frohbotschaft, dass wir uns auf 28 dergestalt eingeschränkte Kilometer freuen dürfen. Schuldgefühle mag folgender Hinweis verursachen: "Wir bauen für Sie!".
Wo aber baut man für uns? Der gesperrte Autobahnabschnitt präsentiert sich den gequält vorbeituckernden Verkehrsteilnehmern nämlich meist als jungfräulich unberührt. Da fehelen Maschinen ebenso wie Menschen, nur alle paar hundert Meter hat man vorsorglich eine Schaufel platziert, um die perfekte Illusion eines Arbeitsvorganges aufrecht zu erhalten. Wenn sich die für die Reparaturarbeiten veranschlagten Jahrzehnte dann dem Ende zuneigen kommt ein altes Männchen mit spitzem Hut vorbei und bläst eine Handvoll Sand über den verwaisten Asphalt, womit die Autobahn per definitionem repariert ist. Jedenfalls ist das noch der vernünftigste Erklärungsversuch.
Ganz selten, und nur wenn man zum Beispiel im Zuge einer Geburt am Sonntag mit besonderem Glück gesegnet ist, passiert man beim Durchfahren einer Autobahnbaustelle ein Stück, an dem auch tatsächlich gearbeitet wird. Dieses Stück ist typischerweise vierzig Meter lang und beinhaltet einen Bagger, acht Arbeiter, 30 rot-weiß-gestreifte Hütchen, sowie eine mobile Toilette. Somit erklärt sich auch die gewöhnliche Länge einer Autobahnbaustelle, denn wenn der Verkehr nicht 15 Kilometer vor den eigentlichen Arbeiten umgeleitet und entschleunigt würde, bestünde ernsthafte Gefahr, dass einem Arbeiter durch den nur langsam abflauenden Fahrtwind ein Sandkorn ins Aug geblasen würde. Die 15 gesperrten Kilometer hinter den Reparaturvorgängen ergeben sich wohl aus Gründen der Symmetrie.
Weshalb aber tut man uns all dies an? Warum brauchen wir überhaupt Autobahnbaustellen?
Es wäre doch viel einfacher, eine Autobahn zu benützen, bis diese durchgefahren ist. Im Anschluss oder idealerweise wenn schon absehbar ist, dass die alte Trasse nicht mehr lange hält, baut man 30 Meter weiter rechts die nächste, anstatt sich mit einer aufwändigen und anstrengenden Instandsetzung der alten Verbindung zu belasten. Dieses System, das auch bei Freundschaften und Liebesbeziehungen effiziente Anwendung findet, garantiert ungestörte Fahrt in stressfreiem Ambiente.
Monday, September 04, 2006
Trauriges & Konstruktives
Wie froh war ich daher, als ich heute morgen im Radio hörte, dass Natascha Kampusch noch diese Woche ein Fernsehinterview geben würde und zwar einem "inländischen Medium, das Vertrauen genießt" oder so ähnlich. Es wird sich wohl um ATV Plus handeln. Unklar dürfte indes noch sein, in welches der qualitativ hochwertigen Formate Natascha Kampusch eingebaut werden soll. In die engere Wahl soll Gerüchten zufolge "Bauer sucht Frau" gekommen sein. Die Verkupplung mit Hias, dem sympathischen Bergbauern vom Abstellgleise der Hintertuxer Gletscherbahn dürfte auch dadurch erleichtert werden, dass Natascha mit der Einsamkeit einer Tiroler Alm sicherlich gut zurecht kommen würde. Eine Verwendung des Entführungsopfers in "Tausche Familie" scheidet leider aus, da Wolfgang Priklopil unsozialerweise vor eine Garnitur der Nordbahn laufen musste.
In jedem Fall sollen die diversen Auftritte Natascha Kampuschs in den oh so vertrauenswürdigen heimischen Medien, die uns allen noch bevorstehen dem Zweck dienen, die finanzielle Zukunft der Entführten sicherzustellen. Schließlich hat sie nie eine höhere Ausbildung erhalten, was sie von den Hunderttausenden Österreichern unterscheidet, die trotz selbiger noch immer auf dem geistigen Niveau eines Volksschülers dahindümpeln und die ironischerweise auch das Hauptpublikum von ATV Plus darstellen, wodurch sich der Kreis schließt. Unsere Medien sind nicht nur vertrauenswürdig, sondern auch selbstlos und großzügig. Sie überschlagen sich im Bieten vielstelliger Beträge für das erste Interview, sodass wohl mancher an Natascha Kampuschs Statt versucht wäre, deren mehrere zu geben.
Es bleibt zu hoffen, dass ihr die Summe der Einnahmen aus den Interviews die Möglichkeit geben, ganz im Stile der dekadenten Staatsbürger diverser ölhaltiger Kleinstaaten von den Zinserträgen ihres Vermögens zu leben. Ansonsten wäre sie eventuell gezwungen, auf einem anderen Weg zu Geld zu kommen. Man möchte da etwa an eine Karriere im Musikgeschäft denken, etwa in den Sparten Schlager (Hansi Hinterseer und Natascha Kampusch - "Die Alpensonne scheint auch unter Tage") oder Rap (8yrs XXperience a.k.a. Natasha Come Push Da Button feat. Man at Work - "Land Down Under ... da Dirrty Remixxx"). Auch eine Karriere in der Werbebranche als neue Gallionsfigur des XXXLutz wäre ein attraktive Möglichkeit. Sollten all diese Versuche fehlschlagen, so bleibt noch immer eine Festanstellung als Verkäuferin beim Saturn. Dafür bedarf es weder Bildung noch Ausbildung.
Saturday, September 02, 2006
Big Rapfürstentum FPÖ pres. HC Reel Gheddo Zahntechnikah ... Blue Steel Shoutz Out to da Burschenschaft
Monday, August 21, 2006
Am Bahnhof von Dornbirn
Ist einfach ein Ort zum sich dran Gewöhnen.
Der Sand, die Ruine, die Wellblechbaracken,
Die Baugrube schmückt sich mit Schaufeln und Hacken.
Sie heben die Stimmung, wenn's bis Linz auch noch weit ist,
Grad wenn zur Betrachtung besonders viel Zeit ist.
Der Glücksfall tritt ein, wenn im Juli, dem heißen,
Die Dornbirner Gleise erglühen und reißen,
Weil bei Österreichs Schneefall und Regengüssen,
Sie keine Hitze vertragen müssen.
Und während die Schweißer das Gleis reparieren,
Bleibt fast eine Stunde uns Zugpassagieren,
Eins mit dem Dornbirner Bahnhof zu werden,
Dieser gottlosen Wüste aus Blech, Staub und Erden.
Verfasst am 22. Juli 2006, vor lauter Glück schier im Delirium.
Tuesday, June 06, 2006
Die kluge Universität verbaut vor
Die Idee, verschiedenen Instiutionen, ja sämtlichen Anspruchsgruppen, die man als moderner Mensch so haben mag seine zukünftigen Pläne und Handlungen möglichst lange im Voraus bekannt zu geben, übt eine unglaubliche Faszination auf mich aus. Mit welchen Argumenten kann man zum Beispiel die Forderung eines Krankenhauses entkräften, einen Geburtstermin gefälligst ein Jahr im Voraus zu reservieren? Weshalb melden wir dem Staat unseren Todestag nicht schon heute? Ganz abgesehen von der Höflichkeit, die dies eigentlich gebieten würde - auf einer Geburtstagsfeier verschwinden wir ja auch nicht ohne ein Wort des Abschieds - liesse sich so auch unsere Pension weit besser kalkulieren. Everybody wins!
Auch lange Märsche beginnen mit kleinen Schritten. Ich werde deshalb den Vorschlag einreichen, dass alle Studenten der Universität St. Gallen dieser in Zukunft jede Woche bis Freitag 15:30 Uhr bekannt zu geben haben, wann sie in der folgenden Woche die Toiletten benutzen möchten. Eine effizientere Allokation der Schüsselplätze würde ungekannte Mengen von Brillen und Spülkästen freistellen, mit denen wir dann am Bodensee einen Wasserpark oder auf jeder Strassenlaterne ein Pumpspeicherkraftwerk errichten können.
Sunday, May 28, 2006
Mein Heimatort
und um meinen Geist weist,
bestätige mir:
In Fernen und Weiten
gibts keinen zweiten
dem Unerreichbaren
irgend vergleichbaren.
Denn der lebt hier!
Wednesday, May 17, 2006
Russen wollen dich!



Es gibt immer ein erstes Mal - so auch beim Erhalt von Spam-Mails auf meinen diversen E-Mail-Konten. Soeben konnte ich stolz meine erste ungewollte digitale Postwurfsendung in meinem virtuellen Briefkasten an der ehrwührdigen Dura Mater Sangallensis in Empfang nehmen, lässt man die ewigen Informationssalven der diversen universitären Vereine, die irgendwie von meiner Existenz erfahren haben, einmal außer Acht.
Ich glaube, ich werde meinen Erstgeborenen Wladimir taufen.
Monday, April 10, 2006
Walding
Das Wirtshaus steht unten, die Kirche am Hügel,
Und Sonntags da wird dann ein Hang überwunden,
Weil auf dem Hügel ist's höher als unten.
In Walding, da kennt der Wahn keine Schranken,
Es gibt eine Bank, doch es gibt keine Banken,
Weil die Waldinger, wenn mancher auch gut verdient,
Für mehr als eine zu wenige sind.
In Walding, da kennt der Wahn keinen Halt,
Ein jeder wird älter, doch Walding wird alt,
Und am Sportplatz ziehen umher sie die Greise,
Und am Himmel ziehen die Geier schon Kreise.
In Walding, da kennt der Wahn keine Bremsen,
Im Baum sitzen Spatzen, im Tierpark die Gemsen,
Am Tisch sitzen Freunde, im Busch sitzen Feinde,
Nur das Rindvieh sitzt auf der Gemeinde.
Sunday, April 09, 2006
Wednesday, April 05, 2006
Diebische Medien
Schon seit geraumer Zeit werden die Medien diverser Vergehen beschuldigt. Bisher standen der Vorwurf der Massenmanipulation, der Vorspiegelung falscher Tatsachen, des Ruf-, sowie in manchen Gegenden der Anregung eines physischen Mordes im Vordergrund, aber nun ist es an der Zeit, von diesen Abgründen aus in die seichten Schlieren der niederen Verbrechen zu waten, sich in die trüben Wässer zu knien und daraus Anklage zu erheben und zwar wegen gemeinen Diebstahls. Die Medien haben uns die schönen Menschen aus dem Alltag entwendet.
Man kann nicht mehr mit einem modernen Massenmedium in Kontakt kommen, ohne nahezu perfekte Kronen der Schöpfung vorgeführt zu bekommen. Egal ob im Fernsehen, in den Zeitschriften oder auf den bunten Plakaten entlang der Ausfallstraßen - allenthalben stolpert der Blick über menschgewordene wohlproportionierte, wohlgebräunte, wohllächelnde Ansehnlichkeit. Damen, die in direkter Erbfolge an den Reizen der Aphrodite Beteiligungen halten, fesseln mit ihrem reizvollen Augenaufschlag unsere Aufmerksamkeit, sodass wir gar nicht merken, wie die Hand zu dem beworbenen Konsumgut greift. Junge Herren schauen uns von den Affichen so sinnlich entgegen, dass wir zuerst an ihrer, im Falle länger anhaltenden Blickkontaktes dann an unserer Heterosexualität zu zweifeln beginnen. Wer in der Welt der Medien lebt, lebt mit der Überzeugung, der Mensch sei tatsächlich als Ebenbild Gottes geschaffen worden.
Wer sich aber bisweilen hinter seinem Fernseher, seinem Versandhauskatalog, seiner ihm als Wohnstatt dienlichen Kühlschrankverpackung hervorwagen muss, verliert den Glauben an jedweden Kreationismus. Wo auch immer wir uns auf die Suche nach den Idealen einer besseren Welt machen - im Hörsaal, im Bus oder im Spiegel -, nirgends sind die Menschen, die wir zu kenne glauben anzutreffen. Stets stoßen wir nur angewidert auf den lähmenden Atem des Gewöhnlichen, der die Realität durchbläst (*). Menschen, die zu groß, meist aber zu klein, zu dünn, meist aber zu dick, und praktisch immer zu unfreundlich sind beherrschen diese und wirken dabei besonders in den Wintermonaten noch kränklich und oft viel zu alt. Von den Schönheiten der Werbung, des Internets und der Boulevardberichterstattung fehlt jede Spur.
In den seltensten Fällen erweckt jemand unser Interesse, der an einen matten Abglanz jener Hochglanzwesen erinnert, doch stets fehlt es an den Proportionen, der Bräune oder dem Lächeln - und wer sich mit ihnen kurz zurückziehen will, um Phantasien nachzugehen, erlebt auch eine unangenehme Überraschung. Selbst wenn man auf Personen des im allgemeinen anderen Geschlechts trifft, bei deren Anblick man sich in glücklicheren Zeiten erfreut "Fesch!" gedacht hätte, so schiebt sich heute nur die Erinnerung an die Bevölkerung der zuletzt überflogenen Publikation zweiter Klasse vor das innere Auge und das stille Kompliment wandelt sich in ein betrübtes "Andererseits ..."
Wie, die gemeinen Bewohner einer gewöhnlichen Welt, müssen somit bei ästethischer Häss- und Durschnittlichkeit darben, während sich ganze Herden von atemberaubend gutaussehenden Menschen auf den immergrünen Weiden der Medienlandschaft tummeln. Ich sage:
Reißt die Zäune ein!
Befreit die Spitzen menschlicher Perfektion!
Lasst die Medien den Schrecken ewiger Verdammnis anheim fallen!
Oder nicht.
(*): Der lähmende Atem der Realität (Beispiel):
Wednesday, March 29, 2006
Italienisch - Romanische Sprache der Verlierer
Es ist nicht so, dass es die Italiener nicht versucht hätten, aber ihre Bemühungen in Äthiopien kamen erstens zu spät und endeten zweitens in einem Debakel - wofür wir froh sein müssen, denn eine weitere Nation mit der katastrophal nervigen italienischen Art des Betonens unschuldiger Wörter hätte wohl zumindest einen globalen nukelaren Schlagabtausch ausgelöst. Die Italiener haben in ihrer gesamten Geschichte nichts geleistet, worauf sie stolz sein könnten. Das römische Reich ging unter, Christoph Kolumbus wanderte aus und in der Zeit, die zählte war das halbe Land unter österreichischer Herrschaft, bis auf den armen Süden, wo es ohnehin nichts Spektakuläres gibt außer der Heimat der Pizza, die jedoch - unseren heimischen Gaumen angepasst - in Haslach mittlweile besser mundet and in Benevento.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein tapfereres europäisches Grüppchen den Italienern den letzten Rest von Größe nimmt und ihnen eine erfolgreichere Sprache als die ihre aufzwingt. In zwölf Jahren wird Italienische nur eine weitere der vielen romanischen Sprachen sein, die - wie Okzitanisch, Aragonesisch und diese Sprache, von der man nicht einmal mehr den Namen weiß - nicht stark genug waren.


