Es woa nua a Streit im Klanen,
Sollt ma manen,
Do mit anem,
Fliagt des Medl,
Mitm Schedl,
Volle Wesch do,
An de Budl,
Sie liegt fesch do,
Und I hudl,
Dass de Leich voam Oat faschoat is,
Nu bevoa de Leich dastoat is.
Saturday, January 16, 2010
Wednesday, January 06, 2010
Tagwache
Ihr seid eine wilde Truppe,
Ungezähmt voll Freiheitsgier,
Lagert ihr auf bleicher Kuppe,
Einem Wald gleich über mir.
Keine Hundertschaft von Zähnen,
Die euch ihrer Wege führt,
Nie soll Euer Herr sich wähnen,
Wer nicht an zwei Klingen rührt.
Nach der Dusche jeden Tages,
Werd ich Eurer Kraft gewahr,
Und ich singe, denn ich mag es,
Diese Ode an mein Haar.
Ungezähmt voll Freiheitsgier,
Lagert ihr auf bleicher Kuppe,
Einem Wald gleich über mir.
Keine Hundertschaft von Zähnen,
Die euch ihrer Wege führt,
Nie soll Euer Herr sich wähnen,
Wer nicht an zwei Klingen rührt.
Nach der Dusche jeden Tages,
Werd ich Eurer Kraft gewahr,
Und ich singe, denn ich mag es,
Diese Ode an mein Haar.
Friday, January 01, 2010
Durchs Jahr 2010 mit den ÖBB – eine Prognose
Jänner
Das neue Jahr beginnt für die ÖBB mit einer lange ersehnten Erfolgsmeldung: beim Vortrieb des Koralmtunnels stößt man auf Lapislazuli. Die Ergiebigkeit des Flözes gestattet die Anfertigung einiger exklusiver Schmuckstücke, wie ÖBB-Personenverkehr-Chefin Gabriele Lutter bei einer Pressekonferenz strahlend bekannt gibt. Auch ihre blauen Ohrringe strahlen. Durch überfrierende Nässe auf einigen besonders steilen Gleisabschnitten im Wienerwald kommt es auf der Westbahn zu Verspätungen zwischen 30 und 120 Minuten.
Februar
Spielende Kinder errichten einen Schneemann auf den Gleisen der Semmeringbahn. Der Zugsverkehr zwischen Wien und Graz kommt zum Erliegen. Für Reisende aus der Steiermark wird ein Schienenersatzverkehr nach Mariazell eingerichtet. Dort besteht Anschluss an die Museumsgarnitur „Ötscherbär“ der Mariazeller Bahn.
März
Im Dezember des Vorjahres verursachten eingeschneite Weichen ein Verkehrschaos im Großraum Wien. Infolge unvorhersehbaren Tauwetters kommt es an den Anlagen nun zu Korrosionsschäden. Flugrost setzt sich auf den Schienen der näheren Umgebung fest. Sämtliche Züge aus den Bundesländern enden bis auf weiteres an der Wiener Stadtgrenze, wo ein Schienenersatzverkehr mit eilig angelieferten Citybikes gewährleistet wird.
April
Starke Regengüsse unterspülen die Gleise der Westbahn zwischen Neulengbach und Purkersdorf-Sanatorium. Verspätungen von 40 bis 160 Minuten sind die Folge. Um die Instandsetzung bilanzneutral finanzieren zu können, engagiert die ÖBB Infrastruktur AG einen externen Berater in der Person Karl-Heinz Grassers, der infolge eines Murenabgangs dringend einen neuen Kitzbüheler Bauernhof benötigt. Erster Schritt: der Sitz der ÖBB Holding AG wird nach Aruba verlegt. Die entsprechende Pressekonferenz findet im Wiener Palmenhaus statt.
Mai
Das ausufernde Defizit der ÖBB schreit nach einschneidenden Maßnahmen. Im Rahmen eines Sale-and-Lease-Back-Verfahrens wird die Überwachungszentrale für den heimischen Zugsverkehr an die „staatsnahe“ iranische Holdinggesellschaft Ahmadinedsch-AG verkauft. Die Erlöse sollen in neue Dienstwägen investiert werde. Im operativen Betrieb läuft derweil kurioserweise alles nach Plan. Bitter: nach einer jubelnden Presseaussendung der ÖBB übergibt die deutsche Bahn einige Garnituren bewusst verspätet an der Grenze.
Juni
Schlechte Nachrichten für die Passagier des Railjet 68 „Spirit of Bohemia“ von Wien nach München: sechs der sieben Waggons sind ab Linz für die Mitglieder der ÖBB-Eisenbahnerkapelle reserviert, welche in Bayern ein Benefizkonzert für Labradors mit Borderline-Syndrom gibt. Schlechte Nachrichten für den österreichische Zugverkehr: nachdem eine Basstuba beim Einsteigen auf dem Bahnsteig vergessen wurde, muss die Garnitur in Salzburg gedreht werden und fährt nach Linz zurück. Auf der Westbahn kommt es zu Verspätungen zwischen 90 und 200 Minuten.
Juli
Im Sommerloch stürzt sich die österreichische Presse auf den Beratungs-Deal mit Ex-Finanzminister Grasser. Unter medialem Druck löst die Bundesbahn den Vertrag gegen eine Einmalzahlung von zwölf Millionen Euro. Zur Finanzierung werden sämtliche Park-and-Ride-Anlagen der S-Bahn-Haltestellen im Wiener Umland auf dreißig Jahre an lokale Asphaltstockschützen-Vereine verpachtet.
August
Ein Jahrhundertsommer mit Temperaturen von bis zu dreißig Grad kommt über das österreichische Bahnnetz. Zahlreiche Schienenstränge reißen in der extremen Hitze. Gleichzeitig sind unerwartet viele ÖBB-Bedienstete im Urlaub (interne Diktion: „Freizeitbeschaffungsmaßnahmen“), sodass die Instandsetzungsarbeiten auf den Spätherbst verschoben werden müssen.
September
Die neue Dienstwagenflotte ist eingetroffen. Bei einer Pressekonferenz im Marmorsaal der Hofburg betont ÖBB-Pressesprecher Herbert Ofner stolz den geringen Spritverbrauch der Limousinen auf Überlandstrecken. Ofner: „Da werden sie auch hauptsächlich gebraucht.“ Kurz vor Semesterstart solidarisieren sich einige in Umschulungen befindliche Eisenbahner mit protestierenden Studenten und besetzen das Bildungszentrum der ÖBB in St. Pölten/Wörth.
Oktober
IC 501 „Paid by Joe“ von Linz nach Graz ist aufgrund überalterten Rollmaterials ohne eine einzige benützbare Toilette unterwegs. In seiner Notdurft betätigt Passagier Kurt Wabitsch, ASVG-Pensionist aus Gleisdorf, kurz nach Leoben die Notbremse. Die Murtalstrecke bleibt drei Stunden lang gesperrt. Wabitsch landet mit Verdacht auf Blasenriss in der Notaufnahme des LKH Mürzzuschlag.
November
Eine neue Maßnahme zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit tritt in Kraft: bei Verspätungen von mehr als 120 Minuten wird der Zugbegleiter in Zukunft über die Bordlautsprecher sein Bedauern ausdrücken. Zwischen Amstetten und St. Valentin verliert EC 162 „Schwarzes Loch“ infolge eines Türdefekts das mobile Bordbistro. Weil sich spielende Kinder an den herumliegenden Süßigkeiten delektieren, müssen Züge zwischen Linz und St. Pölten über Kirchdorf an der Krems und die Gesäusebahn umgeleitet werden. Der Zugbegleiter drückt über die Bordlautsprecher sein Bedauern aus.
Dezember
Probleme beim Bau des Brennerbasistunnels: durch einen Pilotagefehler an einer Tunnel-bohrmaschine beschreibt die Röhre nun einen Knick nach Osten und endet im Zillertal. ÖBB-General Peter Klugar betont im ORF-Interview die wachsende Bedeutung der internationalen Logistikachse Kopenhagen – Berlin – Innsbruck – Mayrhofen – Jenbach – Innsbruck. Indes wird sich das neue Jahr für ÖBB-Kunden aus betrieblichen Gründen um etwa 140 Minuten verspäten.
Das neue Jahr beginnt für die ÖBB mit einer lange ersehnten Erfolgsmeldung: beim Vortrieb des Koralmtunnels stößt man auf Lapislazuli. Die Ergiebigkeit des Flözes gestattet die Anfertigung einiger exklusiver Schmuckstücke, wie ÖBB-Personenverkehr-Chefin Gabriele Lutter bei einer Pressekonferenz strahlend bekannt gibt. Auch ihre blauen Ohrringe strahlen. Durch überfrierende Nässe auf einigen besonders steilen Gleisabschnitten im Wienerwald kommt es auf der Westbahn zu Verspätungen zwischen 30 und 120 Minuten.
Februar
Spielende Kinder errichten einen Schneemann auf den Gleisen der Semmeringbahn. Der Zugsverkehr zwischen Wien und Graz kommt zum Erliegen. Für Reisende aus der Steiermark wird ein Schienenersatzverkehr nach Mariazell eingerichtet. Dort besteht Anschluss an die Museumsgarnitur „Ötscherbär“ der Mariazeller Bahn.
März
Im Dezember des Vorjahres verursachten eingeschneite Weichen ein Verkehrschaos im Großraum Wien. Infolge unvorhersehbaren Tauwetters kommt es an den Anlagen nun zu Korrosionsschäden. Flugrost setzt sich auf den Schienen der näheren Umgebung fest. Sämtliche Züge aus den Bundesländern enden bis auf weiteres an der Wiener Stadtgrenze, wo ein Schienenersatzverkehr mit eilig angelieferten Citybikes gewährleistet wird.
April
Starke Regengüsse unterspülen die Gleise der Westbahn zwischen Neulengbach und Purkersdorf-Sanatorium. Verspätungen von 40 bis 160 Minuten sind die Folge. Um die Instandsetzung bilanzneutral finanzieren zu können, engagiert die ÖBB Infrastruktur AG einen externen Berater in der Person Karl-Heinz Grassers, der infolge eines Murenabgangs dringend einen neuen Kitzbüheler Bauernhof benötigt. Erster Schritt: der Sitz der ÖBB Holding AG wird nach Aruba verlegt. Die entsprechende Pressekonferenz findet im Wiener Palmenhaus statt.
Mai
Das ausufernde Defizit der ÖBB schreit nach einschneidenden Maßnahmen. Im Rahmen eines Sale-and-Lease-Back-Verfahrens wird die Überwachungszentrale für den heimischen Zugsverkehr an die „staatsnahe“ iranische Holdinggesellschaft Ahmadinedsch-AG verkauft. Die Erlöse sollen in neue Dienstwägen investiert werde. Im operativen Betrieb läuft derweil kurioserweise alles nach Plan. Bitter: nach einer jubelnden Presseaussendung der ÖBB übergibt die deutsche Bahn einige Garnituren bewusst verspätet an der Grenze.
Juni
Schlechte Nachrichten für die Passagier des Railjet 68 „Spirit of Bohemia“ von Wien nach München: sechs der sieben Waggons sind ab Linz für die Mitglieder der ÖBB-Eisenbahnerkapelle reserviert, welche in Bayern ein Benefizkonzert für Labradors mit Borderline-Syndrom gibt. Schlechte Nachrichten für den österreichische Zugverkehr: nachdem eine Basstuba beim Einsteigen auf dem Bahnsteig vergessen wurde, muss die Garnitur in Salzburg gedreht werden und fährt nach Linz zurück. Auf der Westbahn kommt es zu Verspätungen zwischen 90 und 200 Minuten.
Juli
Im Sommerloch stürzt sich die österreichische Presse auf den Beratungs-Deal mit Ex-Finanzminister Grasser. Unter medialem Druck löst die Bundesbahn den Vertrag gegen eine Einmalzahlung von zwölf Millionen Euro. Zur Finanzierung werden sämtliche Park-and-Ride-Anlagen der S-Bahn-Haltestellen im Wiener Umland auf dreißig Jahre an lokale Asphaltstockschützen-Vereine verpachtet.
August
Ein Jahrhundertsommer mit Temperaturen von bis zu dreißig Grad kommt über das österreichische Bahnnetz. Zahlreiche Schienenstränge reißen in der extremen Hitze. Gleichzeitig sind unerwartet viele ÖBB-Bedienstete im Urlaub (interne Diktion: „Freizeitbeschaffungsmaßnahmen“), sodass die Instandsetzungsarbeiten auf den Spätherbst verschoben werden müssen.
September
Die neue Dienstwagenflotte ist eingetroffen. Bei einer Pressekonferenz im Marmorsaal der Hofburg betont ÖBB-Pressesprecher Herbert Ofner stolz den geringen Spritverbrauch der Limousinen auf Überlandstrecken. Ofner: „Da werden sie auch hauptsächlich gebraucht.“ Kurz vor Semesterstart solidarisieren sich einige in Umschulungen befindliche Eisenbahner mit protestierenden Studenten und besetzen das Bildungszentrum der ÖBB in St. Pölten/Wörth.
Oktober
IC 501 „Paid by Joe“ von Linz nach Graz ist aufgrund überalterten Rollmaterials ohne eine einzige benützbare Toilette unterwegs. In seiner Notdurft betätigt Passagier Kurt Wabitsch, ASVG-Pensionist aus Gleisdorf, kurz nach Leoben die Notbremse. Die Murtalstrecke bleibt drei Stunden lang gesperrt. Wabitsch landet mit Verdacht auf Blasenriss in der Notaufnahme des LKH Mürzzuschlag.
November
Eine neue Maßnahme zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit tritt in Kraft: bei Verspätungen von mehr als 120 Minuten wird der Zugbegleiter in Zukunft über die Bordlautsprecher sein Bedauern ausdrücken. Zwischen Amstetten und St. Valentin verliert EC 162 „Schwarzes Loch“ infolge eines Türdefekts das mobile Bordbistro. Weil sich spielende Kinder an den herumliegenden Süßigkeiten delektieren, müssen Züge zwischen Linz und St. Pölten über Kirchdorf an der Krems und die Gesäusebahn umgeleitet werden. Der Zugbegleiter drückt über die Bordlautsprecher sein Bedauern aus.
Dezember
Probleme beim Bau des Brennerbasistunnels: durch einen Pilotagefehler an einer Tunnel-bohrmaschine beschreibt die Röhre nun einen Knick nach Osten und endet im Zillertal. ÖBB-General Peter Klugar betont im ORF-Interview die wachsende Bedeutung der internationalen Logistikachse Kopenhagen – Berlin – Innsbruck – Mayrhofen – Jenbach – Innsbruck. Indes wird sich das neue Jahr für ÖBB-Kunden aus betrieblichen Gründen um etwa 140 Minuten verspäten.
Thursday, December 31, 2009
2009 - ein Rückblick
Zweitausendneun, das war ein Jahr,
Mit fast vierhundert Tagen,
Von denen jeder einzigar-
Tig war, wie alle sagen.
Der Wochen zweiundfünfzig Stück,
Und doch nie zwei zur gleichen,
Zeit, fürs Jahr ein großes Glück,
Die Zahl würd sonst nicht reichen.
Ein Jahr wie dieses letzte Jahr,
Wird Gott nie wieder senden,
Und es begann im Januar,
Und heute wird es enden.
Mit fast vierhundert Tagen,
Von denen jeder einzigar-
Tig war, wie alle sagen.
Der Wochen zweiundfünfzig Stück,
Und doch nie zwei zur gleichen,
Zeit, fürs Jahr ein großes Glück,
Die Zahl würd sonst nicht reichen.
Ein Jahr wie dieses letzte Jahr,
Wird Gott nie wieder senden,
Und es begann im Januar,
Und heute wird es enden.
Tuesday, December 29, 2009
Nächster Halt
Der unheilvolle Fehltritt ward getan, als der Mensch, der seine Grundbedürfnisse durch innovative Ackerbaumethoden und Roboter mit einem Mal sichergestellt sah, nicht aufhören konnte. Er musste neue Ansprüche stellen, neue Nöte schaffen, neues Verlangen aus dem Ärmel seines groben Leinenhemdes ziehen, weil er sich mit seiner Überflüssigkeit nicht abfinden konnte.
Dieser Rastlosigkeit unserer zu ihrer eigenen Überraschung plötzlich aller Sorgen um Nahrung und Schutz vor der grausamen Natur entledigten Ahnen, verdanken wir die Bedürfnispyramide, deren steile Wände wir alle unsere Leben lang hinaufkraxeln dürfen, getrieben von der Peitsche, die unsere eigene innere Stimme schwingt zum Rhythmus eines gemeingesellschaftlichen Chores von Stimmen, die beständig wiederholen: "Mach etwas aus dir!". Am lautesten schreien unsere Eltern. Mehrmals rasch wiederholt klingt der Satz aus ihren Mündern wie eine Dampflok des frühen 20. Jahrhunderts.
Wenn ich nicht die Verpflichtung hätte, etwas aus mir zu machen, indem ich jahrelang einem möglichst hochrangigen Diplom einer anerkannten staatlichen Hochschule nachlaufe, um die folgenden Jahrzehnte einem Pendel gleich zwischen Schlaf- und Arbeitsplatz hin und her zu schwingen, würde ich mein Leben damit verbringen, an den Verfehlungen meiner Psyche herum zu laborieren, bis ich als befreiter Greis einst den letzten Weg antreten kann. Im Ausgleich für den solcherart verschuldeten sozialen Produktivitätsverlust würde ich mich allein von Hirsekorn ernähren.
Allein, es kann nicht sein. Die Gesellschaft, das heißt ihr bornierte Ansammlung intellektueller Ausschussware, zwingt mich, meinen Traum aufzugeben, um stets beinahe zerquetscht zwischen dem kleinbürgerlichen Familienideal zweier mit allen Konsumgütern der Welt nicht zu stopfender Mäuler und einem bleischweren Hamsterrad, dessen klemmende Nabe mit zwanzig Spannen meiner Hand nicht zu durchmessen wäre, irgendeiner wässrigen Karotte hinterher zu laufen.
Allerdings esse ich dabei besser.
Dieser Rastlosigkeit unserer zu ihrer eigenen Überraschung plötzlich aller Sorgen um Nahrung und Schutz vor der grausamen Natur entledigten Ahnen, verdanken wir die Bedürfnispyramide, deren steile Wände wir alle unsere Leben lang hinaufkraxeln dürfen, getrieben von der Peitsche, die unsere eigene innere Stimme schwingt zum Rhythmus eines gemeingesellschaftlichen Chores von Stimmen, die beständig wiederholen: "Mach etwas aus dir!". Am lautesten schreien unsere Eltern. Mehrmals rasch wiederholt klingt der Satz aus ihren Mündern wie eine Dampflok des frühen 20. Jahrhunderts.
Wenn ich nicht die Verpflichtung hätte, etwas aus mir zu machen, indem ich jahrelang einem möglichst hochrangigen Diplom einer anerkannten staatlichen Hochschule nachlaufe, um die folgenden Jahrzehnte einem Pendel gleich zwischen Schlaf- und Arbeitsplatz hin und her zu schwingen, würde ich mein Leben damit verbringen, an den Verfehlungen meiner Psyche herum zu laborieren, bis ich als befreiter Greis einst den letzten Weg antreten kann. Im Ausgleich für den solcherart verschuldeten sozialen Produktivitätsverlust würde ich mich allein von Hirsekorn ernähren.
Allein, es kann nicht sein. Die Gesellschaft, das heißt ihr bornierte Ansammlung intellektueller Ausschussware, zwingt mich, meinen Traum aufzugeben, um stets beinahe zerquetscht zwischen dem kleinbürgerlichen Familienideal zweier mit allen Konsumgütern der Welt nicht zu stopfender Mäuler und einem bleischweren Hamsterrad, dessen klemmende Nabe mit zwanzig Spannen meiner Hand nicht zu durchmessen wäre, irgendeiner wässrigen Karotte hinterher zu laufen.
Allerdings esse ich dabei besser.
Wednesday, December 02, 2009
Wednesday, November 25, 2009
Paläste
Wer wie der Autor die Kreativität und den Glauben an die eigene Zukunft vor seiner Unschuld und darüber die Nerven verliert, seinen Stress aber nicht abbauen kann, indem er wieder einmal Amok laufen geht, versteht sich von alleine, was er auch bleibt, wenn die ganze Welt aus Weltburschen besteht, die darauf bestehen, einem ständig auf die verlorenen Nerven zu gehen. Die Welt dreht sich und auch dem Autor alles, denn warum um alles in der sich drehenden Welt hat er auch zwei Tassen Kaffee in ebenso vielen Stunden trinken müssen, wenngleich der Mensch trinken muss, um zu überleben und sich die Welt weiter dreht. Wissenschaftler sagen uns eine überlebensbedrohlich sprunghafte Erwärmung voraus, aber dank der einen Sprung bzw. Spalt offen stehenden Tür kühlt uns stets ein angenehmer Luftzug. Kannst du auf einen Sprung vorbeihüpfen? Zieh, du Haftlmacher!
Tuesday, November 24, 2009
Saturday, November 21, 2009
Österreich
Die Leich'n im Kölla,
Faschwind'n bei uns schnölla,
Wei die Kinda im Souterrän,
Sunst nix zum Futtern hätt'n.
Faschwind'n bei uns schnölla,
Wei die Kinda im Souterrän,
Sunst nix zum Futtern hätt'n.
Monday, November 16, 2009
Insulin
Warum strafte Deine Sippe
Mich allein mit Schweinegrippe?
Wenn sie mich jetzt niederspritzen
Kann ich doch nie wieder sitzen.
//Homöpathische Dosis
Mich allein mit Schweinegrippe?
Wenn sie mich jetzt niederspritzen
Kann ich doch nie wieder sitzen.
//Homöpathische Dosis
Saturday, October 31, 2009
Display
Der Kindle ist in Ordnung, aber ich bin auch mit dem Vorgängermodell, dem Reclam, ganz zufrieden.
Tuesday, October 20, 2009
Monday, October 19, 2009
The Subway Seal of Excellence
Deutschlands Regierung ist gerade dabei, die Universitäten unseres Nachbarlandes im Zuge einer Exzellentinitiative zu verbessern. Österreichische Universitäten haben eine solche Verbesserung nicht nötig, zählen sie doch ohnehin bereits zu den besten Ausbildungsstätten des Landes.
Ich dagegen habe beschlossen, mein Privatleben einer Exzellentinitiative zu unterziehen. Wenn ich einen kritischen Blick auf mein Dasein werfe - selten genug kommt das vor - offenbaren sich mir in vielen Bereichen Verbesserungspotenziale. Natürlich spreche ich nicht von den großen Themen wie Arbeit, Liebe und genereller Zufriedenheit. Diese Züge - längst abgefahren - können nur auf der Draisine der kleinen Dinge eingeholt werden.
Deshalb widmet sich meine erste Exzellenzinitiative dem U-Bahn-Fahren. Ich möchte ein perfekter Passagier der Wiener Linien werden, ein Vorbild für Alt und Jung in Bewegung und das Idol jedes stickigen Waggons. Es ist kein leichtes Vorhaben. Ich werde auf der Rolltreppe noch weiter rechts stehen müssen, alten und behinderten Personen noch mehr Sitzplätze überlassen und Bettlern und übrigem Gesindel noch weniger Geld zustecken müssen. In letzterem Fall denke ich sogar daran, mir bisweien ein ein paar Münzen aus den hingehaltenen Hüten zu schnappen.
Wenn du also in naher Zukunft einen in der U-Bahn siehst, der keinen Alkohol konsumiert und auch keine Nahrungsmittel, der nicht übel riecht und keine Kurzgeschichten auf die Sitzbezüge kritzelt, der sich nicht rüde durch die Massen drängelt, um den Wagen rechtzeitig zu verlassen, der keinen Kinderwagenplatz blockiert, keine Gratiszeitungen am Boden verstreut und nicht das erbärmlich seichte VOR-Magazin von seinen Haken stibitzt, dann bin das ich. Viel Spaß bei der Suche!
Ich dagegen habe beschlossen, mein Privatleben einer Exzellentinitiative zu unterziehen. Wenn ich einen kritischen Blick auf mein Dasein werfe - selten genug kommt das vor - offenbaren sich mir in vielen Bereichen Verbesserungspotenziale. Natürlich spreche ich nicht von den großen Themen wie Arbeit, Liebe und genereller Zufriedenheit. Diese Züge - längst abgefahren - können nur auf der Draisine der kleinen Dinge eingeholt werden.
Deshalb widmet sich meine erste Exzellenzinitiative dem U-Bahn-Fahren. Ich möchte ein perfekter Passagier der Wiener Linien werden, ein Vorbild für Alt und Jung in Bewegung und das Idol jedes stickigen Waggons. Es ist kein leichtes Vorhaben. Ich werde auf der Rolltreppe noch weiter rechts stehen müssen, alten und behinderten Personen noch mehr Sitzplätze überlassen und Bettlern und übrigem Gesindel noch weniger Geld zustecken müssen. In letzterem Fall denke ich sogar daran, mir bisweien ein ein paar Münzen aus den hingehaltenen Hüten zu schnappen.
Wenn du also in naher Zukunft einen in der U-Bahn siehst, der keinen Alkohol konsumiert und auch keine Nahrungsmittel, der nicht übel riecht und keine Kurzgeschichten auf die Sitzbezüge kritzelt, der sich nicht rüde durch die Massen drängelt, um den Wagen rechtzeitig zu verlassen, der keinen Kinderwagenplatz blockiert, keine Gratiszeitungen am Boden verstreut und nicht das erbärmlich seichte VOR-Magazin von seinen Haken stibitzt, dann bin das ich. Viel Spaß bei der Suche!
Friday, October 16, 2009
Tuesday, October 13, 2009
Sunday, September 27, 2009
Profitable Klagen Wagen
Samstag Nacht um Ein Uhr Dreißig,
Ist die Zeit des Monologs,
Dachte sich der Dichter fleißig,
Ein Geleitwort aus und zog's,
Aus dem Hirn sich in die Tasten,
Lastenfrei die Stirn entleert,
Hat gewittergleich er zitternd,
Bitterlich sich reich beschwert.
Ist die Zeit des Monologs,
Dachte sich der Dichter fleißig,
Ein Geleitwort aus und zog's,
Aus dem Hirn sich in die Tasten,
Lastenfrei die Stirn entleert,
Hat gewittergleich er zitternd,
Bitterlich sich reich beschwert.
Tuesday, September 01, 2009
Ratings Gold
[...]
Arbeit ist ein Luxus, den ich mir total versag'
Ich leb' von Luft und Liebe und Kapitalertrag.
Ich führ ein Hundeleben,
Könnte Stunden reden,
Ich verspritz mein Gift und verwunde jeden.
Gähn noch nicht, denn ich hab große Pläne,
Ich hobel Späne
Und zeig die Zähne.
Ich will Südtirol freikaufen
Dabei saufen
Und mit der Bozner Polizei raufen.
Ich will den Status
Des Adlatus
Von Pontius Pilatus
Gang in Bärn ufs Rathus,
Schütt jäds Chindli mit däm Bad us.
[...]
Arbeit ist ein Luxus, den ich mir total versag'
Ich leb' von Luft und Liebe und Kapitalertrag.
Ich führ ein Hundeleben,
Könnte Stunden reden,
Ich verspritz mein Gift und verwunde jeden.
Gähn noch nicht, denn ich hab große Pläne,
Ich hobel Späne
Und zeig die Zähne.
Ich will Südtirol freikaufen
Dabei saufen
Und mit der Bozner Polizei raufen.
Ich will den Status
Des Adlatus
Von Pontius Pilatus
Gang in Bärn ufs Rathus,
Schütt jäds Chindli mit däm Bad us.
[...]
Monday, August 10, 2009
Die Unterhaltung plätschert dahin
I steh
Am WC
Und loss' rinna.
Werd I je
Die Frau für's Lebm
Find'n kinna?
I hob beim Grobm ah-
Foch ka Glick
Am Pissoah obm Do
Treibt a Tschick.
De bsundan Fraun san oi-
Wei Ondaswo
Soid mi ned wundan wei I steh
Am Herrnklo
Du-du-du ...
Am WC
Und loss' rinna.
Werd I je
Die Frau für's Lebm
Find'n kinna?
I hob beim Grobm ah-
Foch ka Glick
Am Pissoah obm Do
Treibt a Tschick.
De bsundan Fraun san oi-
Wei Ondaswo
Soid mi ned wundan wei I steh
Am Herrnklo
Du-du-du ...
Friday, July 10, 2009
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