Monday, February 27, 2006

Falls du hin willst ...

Universidad de Navarra – Pamplona – Spanien
Erfahrungsbericht

Land und Leute

Pamplona, die Hauptstadt der Comunidad Foral Navarra, liegt im Norden Spaniens, sehr nahe am Baskenland, was sich u.a. daran bemerkbar macht, dass in der Gegend Baskisch zweite Amtssprache ist und deshalb sämtliche offiziellen Schilder und Dokumente zweisprachig gehalten sind. Praktisch spricht aber nur ein sehr geringer Anteil der Menschen Baskisch, mit Ausnahme der Studenten aus dem erwähnten Baskenland, und die, welche es tun, sprechen Spanisch mindestens genauso gut, ganz im Gegensatz zum Englischen, welche – wenn überhaupt – nur sehr schlecht gesprochen und verstanden wird. Zumindest Grundkenntnisse der spanischen Sprache sind daher meiner Meinung nach unabdingbar für ein erfolgreiches Austauschsemester. Die gute Nachricht: der lokale Dialekt ist der Schriftsprache sehr nahe!
Pamplona liegt in einem Becken, der Cuenca de Pamplona, das von mittelhohen Bergen umgeben ist. Diese bieten einerseits Gelegnheit für Wanderungen und sorgen andererseits für ein sehr trockenes und generell gutes Wetter, wenngleich die Temperaturen – Gott sei Dank – nicht an die Kastiliens oder Madrids heranreichen.
Obwohl die Einwohner des Nordens von den weiter im Süden lebenden Spaniern als unspanisch verschlossen bezeichnet werden, habe ich sie als offen, freundlich und sehr hilfsbereit empfunden. Allerdings nach zwei Jahren Studium in der Schweiz …
Die katholische Kirche hat nach wie vor einen großen Einfluss in Pamplona und Navarra. Hier wurde das Opus Dei gegründet und hier hatte Franco seine einzige Bastion im ansonsten tiefrepublikanischen Nordspanien mit Ausnahme Galiziens.
Eine gewisse Vorsicht ist bei manchen politischen Themen geboten. Die Bereitschaft, über Themen wie die baskische Unabhängigkeit, den ETA-Terror oder auch den spanischen Bürgerkrieg zu diskutieren ist von Spanier zu Spanier recht unterschiedlich. Was vorletzteren angeht, darf man beruhigt sein – das letzte Attentat mit Todesfolge der baskischen Untergrundorganisation liegt mehr als 1000 Tage zurück.

Die Universität

Die Universidad de Navarra ist keine öffentliche Universität, sondern gehört dem Opus Dei, von dem sie auch geführt wird. Das merkt man, wenn man nicht in einem Studentenheim der Universität lebt, hauptsächlich an dem hohen Anteil an weißbekragten Priestern, die auf dem Campus herumirren. Ansonsten wird auf Bekehrungsversuche generell verzichtet.
Die Gebäude sind samt und sonders ganz modern und sauber, stehen jedoch zum Teil etwas weit auseinander. An den Eingängen befinden sich kartenleserbewehrte Drehkreuze mit Portieren. In erstgenannte hat man als Student eine ID-Card einzuführen, wodurch einem erst Zugang zu den inneren Heiligtümern gestattet wird. Als Austauschstudent muss man die ersten ein bis zwei Wochen ohne diese Karte zubringen und die Portiere in gebrochenem Spanisch um Einlass bitten. Die meisten Kurse wird man als Austauschstudent der HSG im Edificio de Ciencias Sociales (Cc.Ss.) haben, einem Gebäude, welches bisweilen treffend als „Bunker“ bezeichnet wird.
Die Kurse sind prinzipiell auf Spanisch, saisonabhängig werden verschieden wenige Kurse auf Englisch angeboten, in denen man – da Spanier ihre eigene Sprache bevorzugen – als Austauschstudent meist unter sich ist. Das Niveau, sowohl der spansichen, wie auch der englischen Kurse variiert relativ stark, ist aber im Durchschnitt um einiges unter dem heimatlichen Standard anzusetzen. Skripten gibt es meist nicht, nur eine zentrale Kopierstelle für die gern benutzten Case Studies. Generell wirkt vieles etwas improvisiert bis chaotisch, aber mit etwas Eigeninitiative und Fatalismus findet man seinen Weg. Im Zweifelsfalle gilt – vor allem in den spanischsprachigen Kursen: Den armen verwirrten Austauschstudenten ins Feld führen! Spanier sind nämlich recht hilfsbereit. Weniger Unterstützung sollte man sich vom Koordinator für die Austauschstudenten, einem Amerikaner, erwarten, der zwar immer sehr freundlich und unterhaltsam, aber auch etwas faul ist.
Die Universität sieht sich übrigens als eine der führenden in Spanien – der Grund, wieso die HSG ein Austauschprogramm mit ihr hat. Deshalb trifft man an der Universität auch auf Studenten aus allen Teilen Spaniens, sowie zahlreiche Lateinamerikaner.

Praktische Hinweise

Anreise:
Pamplona besitzt nur einen kleinen Regionalflughafen, auf dem die Iberia ein Monopol hat und deswegen kriminelle Preise ab Deutschland und Österreich einhebt. Von Schweizer Flughäfen ist die Direktanreise um einiges kostengünstiger. Andernfalls empfiehlt es sich, mit einem Low-Cost-Carrier einen der Flughäfen in der Umgebung anzusteuern. Bilbao (Air Berlin, Fly Niki) ist mit dem Bus zwei Stunden, Zaragoza (Ryanair) ebenfalls zwei und Barcelona (SkyEurope) fünf Stunden entfernt. Generell ist der Autobus das Verkehrsmittel für Reisen innerhalb Spaniens, da die Eisenbahn schlecht ausgebaut und teuer ist. Überdies liegt der Busbahnhof mitten in der Innenstadt.
Wer ein Auto hat und damit anzureisen überlegt, dem sei ausdrücklich dazu geraten. Pamplona ist trotz seiner 200.000 Einwohner zu klein, um dort ein Semester lang Neues zu entdecken und die Umgebung lockt mit viel Sehenswürdigem und einer sehr schönen Landschaft. Wer auf dergleichen aber keinen Wert legt, der braucht auch nicht unbedingt ein Auto.

Wohnen:
Eine Wohnungssuche ist sinnvoll fast nur vor Ort möglich. Deshalb sollte man für die ersten paar Nächte in einem günstigen Hostal (z.B. Escaray, Abodi oder Mesón del Barro) reservieren und sich dann anhand der haufenweise an Laternenmasten zu findenden Anzeigen auf die Suche nach einem WG-Zimmer machen. Wer gleich eine ganze Wohnung für drei oder vier Personen sucht, kann auch bei den Kleinanzeigen im Diario de Navarra oder anderen Zeitungen fündig werden. Zwar liegen auch auf der Uni Listen von freien Zimmern und Wohnungen auf, diese sind allerdings im Allgemeinen nicht sehr aktuell und die Zimmer bei Semesterstart schon vergeben. Die Studentenwohnheime (Colegios Mayores) werden von Opus Dei geleitet und weisen dementsprechende Regeln auf, z.B. Anwesenheitspflicht ab 23 Uhr abends. Darüberhinaus ist die Mindestmietdauer ein Jahr. Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen existieren praktisch nicht. Die Mieten sind relativ hoch, genau wie die Häuser, weshalb mit Mitekosten von normalerweise € 250 bis € 300 zzgl. Nebenkosten gerechnet werden muss. Ideales Wohnviertel für Studenten ist Iturrama, welches direkt zwischen Uni und Altstadt liegt.

Essen:
Im Gegensatz zu unserer geliebten Universität praktiziert man an der UNav hinsichtlich der Gastronomie den freien Wettbewerb. Die diversen Comedores werden von unterschiedlichen Betrieben geführt und variieren deshalb hinsichtlich Angebot und Preise, letztere weisen aber ein akzeptables Niveau auf. Empfehlenswert fürs Mittagessen ist z.B. das Faustino im Edificio Central (die Speisekarte liegt – etwas versteckt – auf dem Tresen!). Der größere Comedor neben dem Architekturgebäude bietet ein preisreduziertes Mittagsmenü an, jedoch ist stets eine Komponente ungenießbar.
Die Imbisskultur ist in Pamplona noch schlechter verankert, als in St. Gallen. Während man hierzulande zumindest noch eine Bratwurst im Vorbeigehen erwerben kann, ist man dort auf die Filialen intenationaler Fast-Food-Ketten angewiesen.
Wer sicher gehen will, kauft in einem der diversen Supermärkte (Eroski, Caprabo, Carrefour) ein und kocht selbst.

Nachtleben:
Pamplona erreicht in dieser Hinsicht nicht ganz das Niveau mancher anderen spanischen Städte und ist schon gar nicht mit Madrid oder Barcelona vergleichbar. Dennoch wird einem so schnell nicht langweilig, gerade wenn man aus St. Gallen kommt. Die Stadt bietet eine reiche Auswahl an Bars, die in der Altstadt zum Teil leicht bis stärker baskisch-nationalistisch angehaucht sind. Iturrama dagegen weist aus irgendeinem Grund eine hohe Dichte von Irish Bars auf. Ein ziemlich beliebtes Lokal ist das „Los Portales“ am Rand der Altstadt, wo man von Donnerstag bis Samstag an jedem Abend Bekannte treffen wird, sobald man welche in Pamplona hat. Ab drei Uhr ist dann auch in den Clubs der Stadt langsam etwas los.

Weitere Informationen

http://www.unav.es/
http://www.pamplona.es/
http://www.vivirenpamplona.es/ (Gratiszeitung der Stadt)
http://www.diariodenavarra.es/

Wer diverse Bilder von der Stadt sehen möchte ist herzlich eingeladen, mir zu schreiben und mich um meinen 10 MB großen „Paseo por Pamplona con D. CWG“ als Pdf-File zu bitten. Auch für zusätzliche Auskünfte stehe ich natürlich prinzipiell gerne zur Verfügung.

Friday, February 24, 2006

Auribus Admonitione

Manchmal möcht ich singen, wie der Vogel auf dem Ast,
wenn mein Leben ganz im Groben zwischenzeitig passt.
Wenn die Grundstrukturen meines Daseins im Prinzip,
abseh- annehmbar mir scheinen, ist mir Singen lieb.

So süss, wie der Zucker in meinem schwarzen Tee des Morgens!

Sunday, January 29, 2006

Dem KrennUO zum Geleit

Am siebten Tag des ersten Monats dieses Jahres,
da ward vom Kinde ich zum Mann,
und lernte Schritt für Schritt welch wunderbares
Leben die Armee mir bieten kann.

Ich tat den ersten dieser Schritte noch mit Scheu,
mit einer Art von Krampf im Bauch,
denn alles war so anders, war so neu,
und unsympathisch war mir alles auch.

Dies blieb auch so, und ist’s bis heut geblieben,
da ich ein Drittel hinter mir schon hab,
und nur der Tage zwei mal elf mal sieben,
hält Unser Heer mich noch auf Trab.

Doch halt! Ich will von Anfang an euch hier belehren,
euch schildern, was mit mir geschah,
euch all das schildern, und wollt ihr euch auch wehren,
was ich mit meinen eigen Augen sah.

...

C. W. G. "BH" (IV/2003 - Fragment).


Das Gedicht wurde nicht vollendet, weil einem beim Heer die Lust auf wirklich alles vergeht. Nur den Vorgesetzten könnte man seinen Fuß jeden Tag in den Allerwertesten feuern.

Ein Lied!
Wildgänse!

Sunday, December 11, 2005

Wie sein?

Wie sein?
Wie die Karnickel?
Wie die warmen Semmeln?

Saturday, November 26, 2005

Ein Tag in einem Leben

Liebes Tagebuch!

Heute bin ich um 14:00 aufgestanden, weil die verfluchten Peruaner über uns schon wieder mitten während der Nachtruhe begonnen haben, Gitarre zu spielen. Dann hab ich mich irgendwann geduscht und angezogen und mich gleichzeitig selbst bemitleidet, weil ich starke Magenschmerzen hatte. Nach einer ausgiebigen Stärkung in Form einer Tasse Schwarztee und zweier ungekochter Spaghetti, habe ich gegen 16:00 das Haus verlassen und bin zuerst allein, dann mit einer Freundin an die 15 Kilometer durch die Stadt marschiert. Militärischer Feinschliff sei dank. Links, links, links, zwo, drei, vier ... ein LIED! Wildgänse!
Gegen 20:00 bin ich heimgekommen, habe mir ein Pizza gemacht und sie gegessen. Danach habe ich einige Stunden vor dem Computer herumgebogen.

Dickes Bussi
dein Christian

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Das macht also man mit einem Blog und noch dazu regelmäßig? Wie arm ist das?

Monday, November 21, 2005

Allerheiligen ist vorbei

Das Grab im Busento
von Agust von Platen

Nächtlich am Busento wispern bei Cosenza dumpfe Lieder,
aus den Wassern schallt es Antwort, in den Wirbeln klingt es wieder,
und den Strom hinauf, hinunter, ziehen die Schatten tapf'rer Goten,
die den Alarich beweinen, ihres Volkes besten Toten.

Allzu früh und fern der Heimat mussten sie ihn hier begraben,
während noch die Jugendlocken seine Schultern blond umgaben.
Und am Ufer des Busento reihten sie sich um die Wette,
um die Strömung abzuleiten, gruben sie ein neues Bette.

In der wogenleeren Höhlung wühlten sie empor die Erde,
senkten tief hinein den Leichnam, auf der Rüstung mit dem Pferde.
Deckten dann mit Erde wieder, ihn und seine stolze Habe,
dass die hohen Stromgewächse wüchsen aus dem Heldengrabe.

Abgelenkt zum zweiten Male, ward der Fluß herbeigezogen,
abgelenkt zum zweiten Male, schäumten die Busentowogen.
Und es sang ein Chor von Männern, schlaf in deinen Heldenehren,
keines Römers schnöde Habsucht, soll dir je dein Grab versehren.

Sangens, und die Heldenchöre tönten fort im Gotenheere,
wälze sie, Busentowelle, wälze sie von Meer zu Meere.



An dem Grab im Busento
von Christian von Gattringer

Nächtlich am Busento, bei Cosenza und bei Regen,
klingen dumpfe Lieder aus dem Wasser mir entgegen.
Und den Strom hinauf, hinunter ziehen tapf’re Gotengeister,
die den Alarich beweinen, ihres Volkes toten Meister.

Allzu früh und fern der Heimat, mussten sie ihn hier bestatten,
noch bevor die Manneshaare seine Brust erobert hatten.
Und am Ufer des Busento, sammelten sich die Soldaten,
litten ab die Stromesströmung, mit dem Krampen und dem Spaten.

Wühlten dann empor die Schlämme, in der Höhlung ohne Wogen,
warfen tief hinein den Leichnam, auf dem Pferd, hübsch angezogen.
Deckten dann mit Erde wieder, ihn und Gold, ihn zu begleiten,
abgezogen schon die Kosten, für Kanal- und Erdarbeiten.

Abgelenkt zum zweiten Male, ward der Fluss herangesteuert,
des Busentos alte Läufe von den Wogen rasch erneuert.
Und es sang ein Chor von Goten: Schlaf! bei all den andern Leichen,
möge die Busentofeuchte, dir dein hartes Los erweichen.

Sangens, und die Heldenchöre tönten fort, wie stolze Grüße,
wälze sie, Busentowelle! Wälze sie mir an die Füße!

Saturday, November 12, 2005

Es ist recht, mich zu lieben.


Zum Beispiel wegen meiner genialen Wort- und Bildwitze.

Anbei die Guillokomotine.

Küsst mir die Zehen!

Saturday, September 17, 2005



Gürtelschnalle und Beschlag.

Saturday, September 10, 2005

Nur noch zwei Stunden bis 9/11

Ich freue mich wie ein Schneekönig. Im übrigen finde ich, man sollte den Sprecher der ONE Werbung aufknüpfen.

Sunday, September 04, 2005

Charmed. Sehnsucht nach der frühen Neuzeit.

Glückliche Menschen kennen die Fernsehsendung Charmed nicht. Weniger glückliche Menschen versuchen ab und zu beim ORF ihr Glück, in der Hoffnung eine informative oder zumindest unterhaltsame Sendung zu sehen. Stattdessen sehen sie besagte Sendung namens Charmed.

Charmed ist eine Serie, die sich mit den fragwürdigen Abenteuern dreier Hexen auseinander setzt, die meist aus dem Kampf gegen irgend etwas bestehen, wobei ich - nachdem ich nicht eine einzige vollständige Episode gesehen habe - nicht sicher sagen kann, wogegen genau. Vermutlich Dämonen oder die Lebensfreude nichtzurückgebliebener Zuschauer.

Charmed entbehrt meinen Erfahrungen nach nicht nur jeglicher sinnstiftender Elemente oder eines nachvollziehbaren Handlungsstrangs, an dem man Interesse zumindest heucheln könnte, sondern bietet auch geistlose Scheindialoge und austauschbare Charaktere. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, weil ich mich an die wenigen Ausschnitte, die ich je ertragen musste, nicht mehr erinnern kann, was allerdings meine erste These stützt.

Charmed ist somit nicht nur eine Beleidigung meiner Intelligenz sowie meiner Person als zukünftiger Gebührenzahler des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, es quält mich noch auf eine dritte Weise: es läuft IMMER.
Jedes gottverlassene Mal, wenn ich den Fernseher einschalte, jedes erbsündige Mal, wenn ich auf ORF 1 umschalte, jedes antichristliche Mal läuft diese elende Serie. Jedes Mal!
Es sei denn, der ORF überträgt ein Formel Eins Training. Danke.

Immer, wenn mir meine vor Zorn angeschwollene Gesichtsmuskulatur gnädig den Blick auf die Hexen von Charmed nimmt, sehe ich vor meinem inneren Auge eine bessere Zeit heraufdämmern oder - besser noch - wiederkehren. Die frühe Neuzeit.
Ja, im 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verstand man es noch, Hexen so zu behandeln, wie es sich gehört. Mit trockenem Reisig und einer Fackel. Damals, als die Scheiterhaufen in die mitteleuropäische Landschaft gehörten, wie heute die Masten, von denen Charmed ausgestrahlt wird, war zumindest dieser Teil des Lebens noch in Ordnung.

Und selbst wenn viele der zehntausenden verbrannten Frauen unschuldig und Opfer jener Idiotie der breiten Masse waren, die selbige heute begeistert Charmed schauen lässt, würde ich nicht im Weg stehen, wenn es gälte, eben diesen zehntausenden verkohlten Körpern noch die drei der Hexen von Charmed hinzuzufügen.

Sunday, August 21, 2005

Angst? Nur vor mir selbst!

Einer der Träume, die mich heute nacht heimgesucht haben, hat mir wieder einmal bewiesen, dass man sich nicht einmal auf die verlassen kann, die einem am nächsten stehen. In diesem Fall auf mich selbst.

Nach einer kurzen Fahrt mit einem selbst zusammengeschraubten Mercedes-Geländewagen, bei dem sowohl Lenkung, wie auch Bremsen nicht vernünftig funktionierten, weshalb ich in der ersten Kurve von der Straße abkam und in eine Menschenmenge raste, deren Partizipanten jedoch unverletzt blieben, fand ich mich plötzlich in einem japanischen Büro wieder. Eigentlich war es kein japanisches Büro, sondern ganz eindeutig das Geschoss von MMCE Espana, in dem ich diesen Sommer mein Praktikum absolviert habe, aber mir war in dem Moment klar, dass es sich in Japan befand.
Wie auch immer, in meinem Traum hatte ich eine Schrotflinte in der Hand und habe nach einander sämtliche Angestellten in diesem großen Büro (ich erfuhr später, dass es sich um 108 Personen gehandelt hatte) mit Schüssen aus ebendieser Flinte entseelt. Wieso genau, weiß ich nicht mehr, aber irgendwie fühlte ich mich wohl bedroht. Hernach musste ich mich noch kurz vor einem Disziplinarausschuss verantworten, bevor ein anderer Traum, an den ich mich nicht mehr erinnern kann den beschriebenen ablöste (wahrscheinlich war ich damit beschäftigt, den Rest von Japan zu massakrieren).
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass man mit erträumten Schrotgewehren auch Menschen in fünfzig Metern Entfernung tödlich treffen kann.

Jedenfalls soll dieser Traum all jenen eine Warnung sein, die mich nach ihrem Tod in meinen Träumen heimsuchen wollen. Ich erwarte euch!

Wednesday, August 17, 2005

Ich habe den genannten Mitgliedsstaat nicht getötet

Sehr geehrte Herren,

bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom 12. August fühle ich mich verpflichtet, ihre Anschuldigungen betreffend der fahrlässigen Tötung der Republik Lettland aufs schärfste zurückzuweisen.

Der Staat war schon tot, als ich sein Zimmer betrat und auch dies erfolgte keineswegs, um die lettischen öffentlichen Gelder zu entwenden, welche lediglich zufällig in meine Aktentasche gerutscht sein können.

Das Blut an meinem Fonduespieß stammt von einer anderen souveränen Nation, die sich daran in Folge selbstverschuldeter Trunkenheit verletzt hat.

Ich rate Ihnen dringend, die Anklage gegen mich zurückzuziehen, da ich ansonsten nicht für die Sicherheit der übrigen Länder garantieren kann.

Bussi,
CWG

Wednesday, August 10, 2005

Aus alter Zeit ...

And I like it when they get torn to little pieces,
and when those are put on the floor,
and then they drive through them with lorries,
and then they eat the lorries they've driven before.

Die Reform von Polizei und Gendarmerie greift nicht weit genug

In den letzten Monaten hat die Zusammenlegung, Reform und Neuausstattung unserer seit jeher zweieinigen Exekutivorgane, der städtischen Polizei und der rural verwurzelten Gendarmerie, die Gemüter und Liebhaber von uniformierten Damen und Herren erregt. Vor kurzem wurde in besagter Sache der entscheidende Schritt getan, indem besagte beiden Institutionen unter dem Namen "Polizei" vereint und hinsichtlich ihrer administrativen Strukturen je nach politischer Couleur entschlackt bzw. beschnitten wurden. Als Draufgabe erhielt die neue Polizei auch noch das Versprechen in den nächsten Jahren neue Uniformen und Fahrzeuge in neuem Design zu erhalten. Erwähnte Uniformen charakterisieren die Farbe Blau und ein angeblich modisch-eleganter Schnitt, erwähntes Fahrzeugdesign die Bemalung der Wägen in blau und silber, sowie der Schriftzug Polizei auf der Motorhaube.

Das alles mag dem durchschnittlichen Staatsbürger genügen, nicht jedoch mir. In Zeiten sich beständig erhöhender Beschleunigungsraten der Anstiegsziffern diverser Verbrechensarten, in Zeiten terroristischer Willkürakte gegenüber Einrichtungen des öffentlichen Nahverkehrs, in Zeiten, in denen selbst einfache Opposition oft mit dem Fundamentalismus liebäugelt, ist eine halbherzige Reform der Exekutive in der Tradition der Inselderseligenmentalität vergangener Jahrzehnte weniger als fehl am Platz. Sie ist nur fehl (gesetzt den Fall diese grammatische Konstruktion ist möglich).

Es folgen einige wohlmeinende Befehle meinerseits.

1) Der Name

Die Bezeichnung "Polizei" mag in den Bezirken Rohrbach, Güssing oder Landeck für kalte Schauer, die die Rücken lokaler Post-, Paketdienst- und Mundräuber hinablaufen, sorgen, den modernen Superkriminellen in ihren Netzwerken voller Drogen, Sprengstoff und Prostituierter entlockt sie bestenfalls ein gelangweiltes Husten, wenn sie sich vor Lachen verschlucken. Das muss ein Ende haben! Ein Staat, der seine Aufgabe als Rächer der Gerechten und strafende Hand Gottes, sowie der Rechtsordnung ernst nimmt, muss diesen Anspruch schon in einer zeitgemäßen Betitelung seiner Organe ausdrücken. Ich empfehle eine Bezeichnung wie "staatsGEWALT", die einerseits das Mittel zum Zweck klar und warnend beinhaltet, andererseits durch die Wahl von Groß- und Kleinschreibung zeitgemäß und sexy wirkt.
Diese Kriterium erfüllt auch "XXekutive", was sich aber mehr nach einem sauren Bonbon anhört.

2) Die Uniformen

Die Philosophie, die den Namen diktiert, hat auch auf die Gestaltung der Dienstkleidung des/der staatsGEWALTIGEN Einfluss zu erhalten. Niemand braucht modisch-elegante Uniformen in blau, die nur ein Zugeständnis an die mächtige Vorarlberger Textillobby sind. Wir alle kennen die größte Gefahr für erfolgreiche Polizeiarbeit aus zahllosen Kriminalromanen: der Verbrecher, der gerade in Notwehr hingerichtet werden soll bemerkt, wie der Blick des Gesetzeshüters für einen Moment einer attraktiven Ablenkung (z.B. in Form einer Frühpension) nachschweift und nutzt dessen so bedingte Unaufmerksamkeit, um ihn in zwei Hälften zu reißen und einen Drogenhund als Geisel zu nehmen. Die Lösung kann nur sein, die Augen des Organs den Blicken Dritter zu entziehen. Hollywood setzt hierzu schon seit langem Sonnenbrillen ein. Diese wirken aber so lässig, dass sie Gesetzesbrecher oft dazu verleiten, dem "Cop" Bestechungsgelder anzubieten, welches dieser - da er nicht aus Liebe zum Recht zur Polizei gegangen ist, sondern weil er zu müde war, um eine Bäckerlehre zu machen - annimmt, und so seinen Arbeitgeber verrät. Besser sind Vollvisierhelme im Design der imperialen Sturmtruppen, die dank sechs Starwars-Filmen im kollektiven Bewusstsein hinreichend verankert sind, um bei unbescholtenen Bürgern ein Gefühl der Unterhaltung und Ehrfurcht, sowie die Aussicht auf ein Happy End hervorzurufen. Auch für den Rest des Körpers empfehlen sich die Rüstungen erwähnter Sturmtruppen, wiewohl das Material die Individualisierung des Exekutivbeamten durch Aufkleber gestattet.

3) Die Fahrzeuge

Wer hat schon Angst, wenn er einen VW Passat im Rückspiegel erblickt und sei er noch so silbern und blau? Sicher nicht die Dschihasch-Connection, deren Einfluss von Pakistan bis Kolumbien reicht! Deshalb muss auch hier eine grundlegende Neuausstattung unserer Sicherheitsorgane erfolgen. Meine Anordnung:
Die Anschaffung einer ausreichenden Anzahl bulliger Sportwagen, schwarz lackiert bis zu den Felgen und mit schwarz verspiegelten Front-, Seiten- und Heckscheiben. Gleiches gilt für Seiten- und Rückspiegel, sowie den Spiegel in der Sonnenschutzklappe auf der Beifahrerseiten. Die Wägen erhalten Rallye-Luftfilter, die für ein heiseres Röhren statt des dezenten Brummens schwächlicher Dieselmotoren sorgen. Während hochprofessionelle Automobilmodifikationsspezialkräfte aus dem oberen Mühlviertel die Neugestaltung des Wagenäußeren (Tieferlegung, Front- und Heckschürzen, böser Blick, ...) übernehmen und an den Fahrzeugkanten angeschärfte Metallflossen anbringen installieren andere Experten, die wir schon von irgendwoher importieren können, Maschinengewehre und ein geheimes Düsentriebwerk. Ein Discolaser ersetzt das Blaulicht.

Setzt das um oder ich sprenge einen Rasen! Xiicht!

Monday, August 08, 2005

Die Welt ist gerettet!

Verzweifelt nimmer, ihr, die ihr euch ängstlich in den Schlaf zu weinen hattet, im Angesicht der Abwesenheit dessen, was nun nicht länger abwesend ist - eines zuerst in unregelmäßigen, rasch größer werdenden Abständen halbherzig, später nur noch zu besonderen Festtagen, letztlich und das wohl in überraschend kurzer Zeit überhaupt nicht mehr aktualisierten digitalen Tagebuchs, in dem jemand, den ihr nicht kennt, Gedanken niederschreibt, die ihn selbst nicht interessieren, aber hoffentlich liest es jemand und stürzt danach den Landeshauptmann!

Es folgt eine Auflistung von Schweizer Steuergesetzen:
  • StHG (sprich: "Schtéhageh") - das Steuerharmonisierungsgesetz
  • DBG (sprich: "Débegeh") - das Gesetz über die direkte Bundessteuer
  • MWStG (sprich: "Émweh-estegeh") - das Gesetz über die Mehrwertsteuer
  • VStG (sprich: "Fáuestegeh") - das Gesetz über die Verrechnungssteuer
  • LwGstG (sprich: "Elwehgéestegeh") - das Gesetz über die leinwanden Gummistiefel
  • und viele mehr

Danke, danke! Ihr wart wunderbare Deppen mit zuviel Zeit!