Monday, April 20, 2009

Orgkesta

Banjo do. Tuba da dia, bring ma nu a tr(i)angl!
...
Terzett duad si ned vü.
Schlagzeug hoid ned d' schedln ei!

Wednesday, April 15, 2009

nidazeit

i siz in da hockn
und hob nix zan mochn
jez aug schmeazt scho heftig
wö de luft is vü z trockn
des san so de sochn
mit dena i mi bescheftig

Saturday, March 28, 2009

hiasln es

da hias hod a hittn in da mittn vum goatn
mid a boa steckn in ole fia eckn
und kriagdadi ziagdadi mim schlittn int hittn
schlogt da an steckn mittn duachs beckn
- und do konnst don woatn!

Wednesday, March 18, 2009

Warum trotz Krise kündigen?

Wei's in da Oabeit so fad is
Wia da Noabert im Tschad is.


Saturday, February 28, 2009

"Experte": "BIP sinkt 2009 um 44 Prozent!"

Gatterer: "Überbietet DAS, WIFO und OeNB!"

Wien (red.). Im Rennen um das schwärzeste Sehen in Zeiten der Wirtschaftskrise hat Fast-Fachmann Walter Gatterer gestern eine neue Runde eröffnet. Das österreichische Bruttoinlandsprodukt, so Gatterer, werde in diesem Jahr um volle 44 Prozent zurückgehen - und zwar "nicht vielleicht und in etwa, sondern garantiert und mindestens". Gatterer weiter: "Wahrscheinlich noch mehr!"

Damit liegt die Prognose des Wiener Jung-Finanzpropheten deutlich über den Einschätzungen von WIFO-Chef Aiginger und OeNB-General Nowotny, die bisher lediglich einen Rückgang im einstelligen Bereich vorhersahen. Dazu Gatterer: "Amateure". Der 24-jährige wittert einen Generationenkonflikt. "Wenn ich noch mit der Pferdetramway zur Schule gefahren wäre, hätte ich auch ein Problem damit, in wenigen Monaten von null auf minus 44 zu kommen." Aiginger und Nowotny waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Neben dem kompletten Zusammenbruch der Weltwirtschaft, sagt Gatterer stark unterschiedliche Preisentwicklungen für verschiedene Anlageklassen voraus: "Der Erdölpreis wird weiter niedrig bleiben. Aber Speiseöl - da gibt es Raum nach oben!" Gatterer zur Grundlage seiner Untersuchungen: "Ich gehe durch die Straßen. Ich sehe die Leute." Das legt der Fachmann auch anderen nahe. Gatterer gibt jedoch zu bedenken: "Jetzt heißt es, schnell sein. Seit heute haben wir nur noch 56 Prozent Spielraum für noch pessimistischere Prognosen!"

Saturday, February 21, 2009

12 + x attempts at witty statements

1) There's a reason why I like minivans: all the crack, AK-47s and Moldovan schoolgirls that fit inside.

2) I value people's differences. If you're a socialist, I value that difference as negative.

3) When I'm old, I'll want to relive the past - including the battle of Mohács.

4) I believe Gutenberg gave us books, Darwin gave us monkeys, and Jesus gave us the lower-case "t".

5) If you're in love with a cigarette machine, that's just Stockholm syndrome.

6) Now that I live in Vienna - I waltz the line.

7) I wish I had more Jewish friends, so I'd have something to counter allegations of antisemitism.

8) I hold a doctorate in wiring money from the University of Nizhny Novgorod.

9) I will pay my church tax dues once those Nigerian millions pour in.

10) I like honesty, especially when it comes to PIN numbers.

11) I was very premature as a child. When the others had imaginary friends, I had an imaginary girlfriend. And still do.

12) Later on, she took up residence in my right hand.

x) Not even this trainwreck can damage my trust in my sense of humour.

Synagoggomobil

Israels Autoindustrie ist bekannt für kräftige Muldenkippas und beschnittige Rabbriolets.

Friday, February 20, 2009

Seenot

Ertrinken.

Vgl. in: "Ich muss mir den Respekt meiner Freunde ertrinken."

Monday, February 16, 2009

Schindler's List

Social security is a lot like Santa Claus.
The older you get, the less you can believe in it.

Friday, January 23, 2009

Brutto für netto

Nicht jeder ist Investmentbanker.
Aber jeder ist Geld-
an-Investmentbanker-
Verschenker.

Monday, January 12, 2009

Tuesday, December 30, 2008

Nui Nei

i muass ned woin oba kinz a miassn
i mecht linza daschiassn

Tuesday, December 23, 2008

Sunday, December 21, 2008

-ieder/-ahn

Ich liege im Bett auf dem warmen Gefieder,
Zerbeiß' meinen Stift mit dem Zahn.

Ich schriebe Gedichte, Geschichten und Lieder,
Doch hab' nicht Ideen noch Plan.

Von oben schau'n Goethe und Schiller hernieder,
Sie lachen und johlen und rufen: Oh, sieh! Da
Versucht er's schon wieder im Wahn.

Die Wut fährt mir kalt in die ruhenden Glieder,
Ich schrei es hinaus: Ach, wer sind schon die da?
Nichts als Leimsieder,
So bieder die Lieder,
Und doch jeder stolz wie ein Hahn.

Tuesday, December 16, 2008

Samarhythmic

Hungry people need bread.

Zu Deutsch: Ungarische Bibeln [sind] nicht breit (und passen daher in jedes Regal!).

Sunday, December 14, 2008

Hard Proof

If you are innocent then why am I yelling at you?

Thank god for the misery of others

I wanted to jump off a bridge yesterday, then chose not to. Why? Because unlike people who watch 'Grey's Anatomy', I still have something to live for. And I'm not talking about sex, tasty food or any of those other leftist joys that are supposed to make your existence bearable. I'm talking about the suffering of people who aren't me. Not only is it a great help to put one's own malaise into perspective - it's also usually a good laugh.

So when I witness someone being beaten up on the street, I don't come rushing to assist them. I incite the assailants. From a distance. Unfortunately, Vienna is a rather safe megalopolis, so I am denied even this simple joy all too often. It really makes you want to jump off bridges.

I also enjoy visiting people in hospitals. I may not have a girlfriend, but you have lung cancer! And unlike involuntary celibacy, it's terminal!

So everytime bad things happen to good people (or to bad people - who am I to care?), I mutter a thankful prayer. Or maybe I just stop cursing inwardly for a second. It's not about poetic justice. It's not about tit for tat. It's about poetic capital punishment and tit for getting struck in the face with a pipe wrench. And everytime someone gets struck in the face with a pipe wrench - metaphorically or not - I cheer up a bit.

Saturday, November 29, 2008

Johannes B. (2002, unedit.)

Es wohnt im finstersten Winkel der Schule, dem mystischen Direktorat,
Ein Wesen, dass kratzt mit dem Kopf an der Decke und trägt große Schuhe und Bart.

Das lockige Haar fällt ihm weit in den Nacken und ist wohl in Ehren ergraut,
Zwei rundliche Gläser verstärken die Blicke, wohin dieser Riese auch schaut.

Johannes, so heißt er, doch lang ist es her, dass so ihn jemand genannt,
Denn seit Jahren ist der Johannes uns allen nur als Herr Direkta bekannt;

Seit damals, als er sich mit kräftigen Beinen, nach oben, nach oben sich stieß,
Und all die andern, die oft heut’ noch dort wandern, in ihrem Chaos beließ.

Nun herrscht der Johannes in ledrigem Sessel, regiert mit eiserner Faust,
Während die Welt um die Schule sich ändert, und sich sein Haar weiter kraust.

Kein Verbrechen, keine Untat bleibt ungesühnt, keine schmutzige Weste bleibt weiß,
Denn mächtig sind des Direktors Freunde, im Rathaus, beim Schulrat, am Gleis.

Und wenn Schüler verspätet das Schulhaus erreichen, dann schaltet Johannes auf stur,
Er telefoniert mit den Bahnhofsbeamten, und weiß, wann der Zug wirklich fuhr.

Es ist dieser Wille fürwahr zu bewundern, denn auch, wenn es Wichtiger’s gibt,
So findet er doch stets die Zeit zur Erziehung der Schüler, die er so liebt.

Johannes, Johannes, auch wir, die du führtest, wir ehren, lobpreisen dich sehr,
Wir wünschen dir alle noch recht viele Jahre – uns kratzt es schließlich nicht mehr!

Monday, November 24, 2008

Koaliaison

Den Faymann Werner find' ich herrlich.
Ehrlich ist er zwar nur spärlich.
Doch Ehrlichkeit ist heut'
für d' Leut'
- ehrlich! -
entbehrlich.

Monday, November 17, 2008

klana mo

klana mo mochs weaksdoa zua
schlof an da maschin
kumt east da slowaknbua
is dei stö dahin.

klana mo mid fiass und hend
klomma di ans bond
d ungarn sand ans hackln gwend
und da lohn? a schond.

klana mo bock stock und stoa
moch de grenzn dicht
kummt da tschech da do zuvoa
schiabsd boid d letzte schicht.

Sunday, November 16, 2008

Großes Kino

Walter Gatterer - ein Quantum Fast (ein Wortspiel)

Walter Gatterer, Geheimredaktent im Dienste Seiner Majpresstät Michael I. Hax'n von der Fleischbeschau wird vom Leiter des ressortenreinen Geheimdienstes "Affaires Viennoises" auf einen Fall von baunormer Spannweite angesetzt, der ihn in die Innersten Bezirkel der Macht führen wird.

Ein als grantiger Pensionist getarnter V(ernader)-Mann hat Beweismaterial gefaksimiliert, das von einer ensemblematischen Überbausünde zeugt: in der Altwiener Blumenstockgasse hat eine geheimelige Macht einen die Altwiener Blumenstockgasse querenden Steg im zweiten Altwiener Blumenstock errichtet. Hinterrücks überbrücks und in Form eines bass nicht zur barocken Gebäudegruppe passenden Krupp(?)stahl-Brockens. Vom Regen in die Traufe: nun muss Walter Gatterer den Aus-der-Taufe-Heber des Planken-Horrors ausheben.

Am Abscheuplatz angelangt, hat Walter Gatterer den Drang, die Schlange sang- und klanglos zu belangen, doch dazu täte ihre Identität nät. Sein Unwissen schützt Walter Gatterer nicht vor Strafe, wohl aber form weiteren sträflich (vernach)lässigen Formulieren. Er beginnt seinen Sondiereinsatz und setzt seinen Charme bei der Angestellten der Putzerei in einem der beiden vercharmedelten Objekte ein. Die Dame ist putzig, stellt sich aber dumm (an). Auch in der Bank daneben gibt es nur danebulöse Auskünfte für Walter Gatterer. Hier verwaltet man Unvermögen - das, ihm zu sagen, was er hören will: wem die Willen gehören.

***FIN***det Walter Gatterer je heraus, wer hinter dem Ganzen steht?

& demnächst:
Walter Gatterer und die Unterfreimaurer des Denkmalschutzes

Walter Gatterer erfährt in einer Orgien-und-Mysterien-Buchhandlung den wahren Eigentümer des eigentümlichen Ungetüms: die Altwiener Großloge der Freimaurer Österroreichs. Entsetzt will Walter Gatterer die Welt von der Verschwörung in Kenntnis entsetzen, doch sein Chef verkennt den Ernst der Plage. Ist er einer von ihnen? Sicher. Aber wer sind sie? Und wie lange noch? Walter Gatterer bleibt nur eine Gewissheit: er kann niemanden mehr trauen. Als Laie.

Sub Tiles

Da Aundre Hella
Hod an Kella
Und wea ned foigd
Dea hockt do boid.

Saturday, November 08, 2008

Ex Pressis Verbis - Um Längen teurer

"Über den Wolken ... muss die Beinfreiheit kostenlos sein!"

Parolen dieser Art werden groß gewachsene Reinhard-Mey-Fans bald vor dem Hauptquartier der Air France skandieren. Im Lichte der Krise will sich die gebeutelte Fluglinie ein Zubrot auf dem Rücken bzw. den Beinen ihrer Passagiere verdienen. Künftig wird der Franzosenflieger einen Aufschlag von 50 Euro für Sitze mit mehr Beinfreiheit einheben - konkret für die Plätze vor den Notausgängen, wo die Sitzreihen weiter auseinanderstehen.

Zuschläge für übergewichtige Fluggäste sind schon seit längerem angedacht. Jetzt kommen auch die Langbeinigen zum Fußkuss. Bei den maroden Airlines firmieren die Zusatzprofite bereits als "Kilo/Meter-Geld". Die kleinen Dünnen mögen sich da noch in ihre winzigen Fäustchen lachen. Doch nicht zu laut: Lange Beine laufen schneller!

Friday, October 24, 2008

Vers 2410

Christian tradet statt Casino.
Vierzig Euro! Großes Kino!

Thursday, October 23, 2008

Vers 2310

Christian ärgert im Privaten,
sein Geschäft mit Derivaten.

Tuesday, October 21, 2008

Vers 2110

Christian weiß noch vor der Börse:
Austro-Airline? It gets worse.

Monday, October 20, 2008

Vers 2010

Christian und der Herr Minister,
schmieden Pläne - wie sinister!

1910:
Christian thinks the streets are pretty,
once the light has left the city.

Sunday, October 12, 2008

Tuesday, October 07, 2008

Distraction

Die Geschichte von Alice im WunderlanDistraction allein, weil das ja alles gar nicht stimmt.

Monday, October 06, 2008

Cancer

Kinder, cancer bissl leiser sein?

Sunday, August 31, 2008

Thursday, August 28, 2008

voyn

ans mechti kena
mi
ans geng wend rena
gwena

Thursday, August 21, 2008

Geheimrat

Wenn du als Oberösterreicher eine Wohnung in Wien suchst ... vermeide die Formulierung "Lebensraum im Osten".

Monday, August 11, 2008

Dornwald

Was trug Maria unterm Herzen?
Eine Kiste Zipfer Märzen.

Friday, July 04, 2008

Schubladler

Manche Leute sind gut drauf, wenn alles für sie läuft und schlecht, wenn sie Probleme haben. Diese Leute sind Opportunisten. Manche Leute sind in bester Stimmung, obwohl ihnen das Schicksal beständig Knüppel zwischen die Beine wirft. Diese Leute sind Idioten. Zuletzt gibt es Leute, die sind unzufrieden und verärgert, auch wenn ihnen ihr Leben gar keinen Grund dazu gibt. Diese Leute sind Künstler.

Monday, June 02, 2008

Don't Hassle That Burger

I've been sending out e-mails.
I've been writing a lot.
I've sent them out to females.
No replies I've got.

Saturday, May 24, 2008

Log. Bewerb.

21:44
kroatiens alter mann macht mir angst. er ist älter als das grammophon. der sprecher meint der alte hätte sich vorher angetschechert. kein wunder. kroatien ist vorbei.
es folgt polen. das lied fängt furchtbar an, wahrscheinlich geht es so weiter. die sängerin sieht aus wie arielle in ihrem tiefgeschlitzten meerjungfrauenkleid. ich glaube, sie singt auf englisch. ich kann nicht denken, weil mein hirn einschläft, aber so ist das eben bei großen gefühlen. wann werden die menschen je verstehen? das lied ist fast so toll wie die titanic titelmelodie. celine dion fans sind enorm, in dem sinn dass sie gegen alle regeln verstoßen. vor allem der natur. die ganze bühne ist blau. das ist sehr meditativ, sodass ich meine seele wandern lassen und ihre pfade hier kartographieren kann. ergebnis: ich habe zu wenig freunde. ich bräuchte eine ganze armee. in enganliegenden kleidern mit großer oberweite. auch die herren. und alle hätten perfekte zähne wie die polin.

21:48
ein regnerischer frühling in belgrad? die ganze stadt kann es wegschwemmen. aber die hauptstraße ist nett, soweit ich mich erinnere. viele regenschirme zittern am schirm.
es folgt island mit der euroband. der sänger verbringt seine tage mit dem warten auf glück das seines weges kommt. er ist mein seelenverwandter, aber hoffentlich sehe ich komplett anders aus. island hat nicht einmal den euro eingeführt, der name ist doch anmaßung … die sängerin hat dickere oberarme als ich. das ist nicht allzu schwer. das ist ihr leeeeeeben. singen sie. ich komme nicht ganz drauf, was an dem lied genau aussagen über ihr leben sind. vielleicht leben sie zuhause auch auf einer bühne und haben statt energiesparlampen scheinwerfer in den fassungen. island ist ja dank der erdwärme nicht aufs energie sparen angewiesen. verdammte nördlinge. reibt es uns nur rein! diese erdbeerspießchen auf dem schirm sehen gut aus.
die türkische band singt angeblich gegen atomkraftwerke. das heutige lied ist ein liebeslied auf innere dämonen. morgen gehe ich radfahren. ich mag die gitarren im glitzerlook. sicher einzelstücke. das lied könnte jeden atomreaktor zum schmelzen bringen. zartschmelzende weiße schokolade auf den erdbeerspießchen. wie bitter wenn man wieder einmal nicht haben kann, was der bildschirm zeigt. ähnlich wie bei den ausstrahlungen auf kabel 1 nach mitternacht. offensichtlich hat einer der sänge eine gitarre mit türkischer flagge drauf. sponsored by kronenzeitung.

21:56
werbepause. man wirbt für: kleine kinder auf dreirädern, erotische beziehungen zu kiwis. auf comedy central läuft little britain.

22:00
return to the contest. portugal stampft über die lautsprecher. die dicke sängerin schaut der blonden aus nächster nähe ins dekolleté. und ist traurig. sie trägt als einzige schwarz. schwarz und gold. die portugiesischen landesfarben, diese stille poesie nimmt mir den atem. oder die macht der melodie? eine von den sängerinnen hatte krebs und trägt eine glatze zur toga.
lettländische piraten singen über seewölfe. so ähnlich wird die musi auf dem waldinger ortsfest, 30. – 32. (sic!) mai beim schned in purwörth. kumts ole! pirates are all the lettish pirates can be and they will steal the show. just like your ear virginity. aber es ist gut, wenn diese armen oststaaten sparsamkeit beweisen. immerhin kostet es einiges an geld, so einen song contest auszutragen. serbien musste dafür den kosovo verkaufen. der lettische sänger hat ein kapperl wie dj ötzi.

22:06
schweden war früher eine europäische großmacht, stieg jedoch im 17. jahrhundert in die weitgehende bedeutungslosigkeit ab. die sängerin erzwingt das recht auf freie rede: „bah, is de schiach.“ die rolle der hintergrundsängerinnen ist nicht ganz klar. wahrscheinlich spritzen sie zwischendurch das botox nach. jetzt steht plötzlich noch so eine ikone der homosexuellen szene in göteborg auf der bühne. oder ein promifriseur. ich will tischtennis spielen. das publikum tobt. die orf-kommentatoren kommen sich ähnlich lustig vor wie ich.
für dänemark singt ein engländer seit er sechs ist. er hat im knabenchor angefangen, wurde dann missbraucht und lief in einem einkaufszentrum amok. die teilnahme am songcontest ist teil eines neuen rehabilitationsprogramm. er fühlt sich super, weil die sonne scheint und trägt dennoch eine baskenmütze. feier gute zeiten die ganze nacht. aber da scheint keine sonne, wie soll man da gut drauf sein? simon, sei die sonne meines lebens! und schenk mir deine hosenträger! das lied besteht praktisch nur aus der strophe „all night long“ und endet mit einem „yeah“. mein leben sollte auch mit einem yeah enden. yeah.

22:14
georgien hat schon viel gesehen, im gegensatz zur blinden sängerin die es vertritt. sie hat ein uneheliches kind von putin, wenn ich das richtig verstanden habe. ich glaube, man darf ihr kleid nicht kritisieren. sie ist ja blind. bei dem lied fallen auch meine augen zu.
jetzt jongliert eine serbin mit tüchern in der einspielung die ukrainische fahne zusammen. die ukrainische sängerin gefällt mir. optisch. vielleicht kaufe ich dort später meine frau. baby, ich will dein becken checken. was soll der ring am oberarm? sicher nur eine tetanusimpfung. oder ein kommunistisches kontrazeptivum. einer von den tänzern schlägt aus dem stand salti rückwärts. das ist auch beeindruckend … etwas.

22:21
endlich sehe ich die moderatoren des abends. er ist popstar, sie völkermörderin. der franzose singt vor einem chor aus orthodoxen juden. und er fährt ein golfcart auf die bühne. er sieht aus wie jesus denn er ist der messias, auf den die juden warten. und versuch immer, die milchstraße zu finden!
aserbaidschan verschießt erst einmal ein feuerwerk, bevor der als engel ausstaffierte sänger loslegt. der sänger ist immer an meiner seite, singt er. auf einer weltkarte liegt baku ganz nah bei walding.

Sirenenprobe

Am Samstag erwache ich von vielstimmigem Sirenengeheul. Der Schock fährt mir ins Mark. Verdammt, habe ich tatsächlich bis zwölf Uhr geschlafen? Ein Blick auf die Uhr beruhigt mich. 7:18 ... Gott sei Dank! Nur ein schwerer Verkehrsunfall.

Tuesday, May 20, 2008

Mantra des modernen Menschen

Sei produktiv!
Und bitte sei flexibel!
Schwör auf deine Kompetenz,
Aber schwör auf keine Bibel!

Bild dich fort!
Steh nie still!
Stillstand ist gefährlich!
Betrüg die ganze Welt,
Aber wichtig:
Bleib stets ehrlich!

Sieh die Höhe des Gehalts
Als Maßstab deines Werts!
Häng die Träume an den Nagel!
An die Arbeit häng dein Herz!

Sieh dich und deinen Chef
Als deine Kernbeziehung!
Führ mit deiner Freundin
Trotz geteilter Wohnung
Eine Fernbeziehung!

Zeig Elan!
Engagement!
Hetz dich brav ab!
Ist dein Tag dafür zu kurz?
Schaff den Schlaf ab!

köna! núans.

kea dazúa
losdiófyn

schitténi
wos ged

geznéama
gézda anéama
psúndas

swiat zea zelebríat
sdíchzei

Wednesday, April 30, 2008

ssággal

om stet
glíxgex
midíngwa
íisaglíxgex
íisadswéz
íisadríz
itschéxglig
nix

(tondok)

intasiti

im intasiti sizi ligi
draami drami gegn d wond
und da intasiti schiabtmi
fiadmi ham ins hamatlond

intasiti ziagdi viri
foa noh foan i muas do zruk
weil i oidi hoibm sochn
nima lenga duri druk

ois faschiabzi aronschiazi
ondast oisi woitass wa
ned hoibvoi iss glasl fia mi
ned hoibla fia mi is la

intasiti losmi lingi
bleib do ling solong dass ged
oba zlezd muas ahi ausi
ewi midfoan ged hoid ned

---

Eric, this Intercity did not pass through Amstetten.

---

Now also available as MP3, complete with depressing guitar chords.

Monday, April 28, 2008

A Simple Truth

There will never be no future in hedging.

Monday, April 21, 2008

wos

i moch ma soang
si song: nix ged
vu heid auf moang
oba es steht
do fest das do a so is
dass' moang zan heid wiad
wons don do is
drum wead i ma moang denga
und deng ma heid a
leida
ged nia wos weida.

Lest the Anglophone multitudes (Hello, Eric!) feel left out:

i worry
they say: nothing gets done
from today until tomorrow
but it is certain that
tomorrow becomes today
when it is there
so i will think tomorrow
and think today as well
lamentably
nothing ever gets done

Monday, April 07, 2008

Chief Rap Officer - "ghettUU"

woiding! bis in tod,
mei hoats pflasta
hoat wia oids brod
wia rohe pasta
foad hundatsiemazwanzga o im opel astra
onlog on masta
da trebbl passt
und da bass passt a

... and as a (questionable) service to the English-speaking among our viewer (sic!), a translation:

walding! until death
my hard turf
hard like old bread
or uncooked pasta
criving down the B 127 in the opel astra
sound system on chief
the treble is alright
and so is the base

Verily, we can agree on that it better be left in dialect, can we not? (Hint: we can!)

Friday, March 21, 2008

Quest for Attention

Is this not an outrage? It better be or I'll be bitter.

Thursday, March 20, 2008

TTYN Language Exchange ... Shout-outs to my Celtic buddies

Google will soon read your thoughts and publish them on the internet, and it has other great projects, too. Like Google Analytics, recently recommended to me by "friend of the blog" Sebastian. It allows proud bloggers (and people who are bloggers but try to deny it like myself) to keep track of who exactly is paying them a virtual visit and where those people are from. For me, checking my Google Analytics reports has within two days become my favourite pastime after breathing, especially since I saw the geographical distribution of my fanatic admirers:
3 ... Austria
2 ... Germany
2 ... Switzerland
1 ... United States
1 ... Ireland

I hate writing in caps or using multiple exclamation marks but WOW!!! Ireland! A proud leprechaun or shade of green, Ireland's two main population groups as TV and travel magazines have me believe, has recently viewed my blog (for more or less two seconds, as Google Analytics also tells me). Due to this breath-taking rise in international TTYN ("The Truth You Need") awareness, I have decided to give in to globalization and publish all my hot new creative material in English from now on until I grow tired of it or the Chinese invade.

My secret agenda is, of course, to collect visitors from as many exotic countries as possible. My wish-list is spearheaded by Kyrgyzstan, Madagaskar and the British Virgin Islands. So if any of your friends/relatives/organ farms live in far-away countries due to birth/marriage/imminent incarceration in their home country send them a link to this site and have them visit it under some pretense ("Dude, I found the weirdest XXX man-on-saber-toothed-tiger footage!"). If they pay this site a visit, I will send you a T-shirt (I have many old T-shirts so I might even keep that promise). If they leave a comment, I'll wash the T-shirt before mailing it.

Monday, March 10, 2008

Chief Rap Officer - "Terminware"

Ich will Lizenzgebühren
Die Konkurrenz brüskieren
Es ist zwar teuer, doch ich lass mich gern im Benz chauffieren
Um mir zu garantieren
Dass mich die Fans hofieren
Es zahlt sich aus
Jeder malt sich aus
Ich mal mein Haus aus
Mit Platinfarbe
Ich liefer Terminware
Wobei ich Benzin spare
Weil ich mit der Bahn zum Termin hinfahre
Und nicht erster Klasse, als Gepäckstück
Da ich Dreckstück
Frau'n meine Hand zu gern ans Heck drück
Und die Richter in den Strafprozessen
Brav vergessen
Das Strafmaß moderat zu bemessen
Zieht's mir das Gewand aus
Ich weiß, ich bin ein Biest
Doch mir rutscht immer die Hand aus
Mein Benz ist nur geleast
Denn mein Corsa steht im Pfandhaus
...

MP3 auf begründete Anfrage, jedoch ohne "Beat". Ich kann keinen "Beat" machen. Ich "Beat"nik(s).

Monday, February 25, 2008

Iterum Nihil Longius

Bitter schmeckt vertane Zeit,
Wenn dir einst die Stunde schlägt.
Lebe für den Tag bereit,
Da man dich zu Grabe trägt.

Friday, February 15, 2008

ima i

i hoss i hoss' i hoss' sofü i hob soan hoss i haun gnua i hau zua oba ole haun si o ole hand dageng i a i hob nix zan mön ima nua se se kuman si so guat foa se song sei do ned aso so bini oba ned wia bin i wia soidi sei? wiaso ned glei aso songs i man nua i hob nix xokt i hob nix iwa i hob fia eich nix iwa oba iwa oba iwahaupt nix nikkn dans so wiaz ima sei ima nix iwa oba eh

Thursday, February 07, 2008

I have a dream.

But once I wake up, I won't remember.

Monday, February 04, 2008

Immer wenn ich dieses Pulver ...

Unsere Kultur steht an der Schwelle zum Untergang und Schuld tragen einzig und allein die Billigfluglinien. Eines vorweg: ich habe nichts gegen die Globalisierung. Sie sorgt dafür, dass mich die Schuhe an meinen Füßen kein zwanzig Euro kosten und dass sich Millionen Chinesen lieber in stickigen Fabriken zu Tode schinden, als einen langen Marsch vor meine Haustür anzutreten. Was meinen Unmut erregt sind die Wegbereiter der Globalisierung, insbesondere Fracht- und Transportunternehmen. Wir wollen unterscheiden: ich bin kein erklärter Feind von Reedereien, auch wenn ich mir keine Maersk-Aktie um 10.000 Euro leisten kann. Sogar Speditionen kann ich tolerieren, immerhin lebe ich nicht im Unterinntal. Lediglich Fluglinien treiben mir die Zornesröte ins Gesicht. Warum? Das kann niemand sagen, nicht einmal der Richter, der mich letztes Jahr wegen versuchter Inbrandsetzung eines Jumbo-Jets verurteilt hat.
Als kleines Kind bin ich stets gern geflogen. Genau genommen bin ich als kleines Kind zweimal geflogen, nämlich nach Kreta und zurück. Danach wollten meine Eltern kein Flugzeug mehr mit mir teilen und ich blieb am Boden. Zum zweiten Mal in meinem Leben kletterte ich in Mitte der 90er ins Cockpit (und wurde zurück in die Economy Class verwiesen). Anlass und Ziel der Reise sind mir unbekannt, aber schon damals merkte ich, dass ich und die Fluggesellschaft keine besten Freunde werden würden. Wir waren einfach zu verschieden: sie hatte eine Luftflotte und ich noch keine Schambehaarung. Vollends brach mein Widerwillen aus, als nach der Jahrtausendwende die Billigfluglinien an Boden gewannen. Schon das Konzept war mir suspekt. Natürlich, man zahlte deutlich weniger für seinen Flug, aber muss ich betonen, dass ich anhin komplett gratis geflogen war, nämlich als Gast meiner Eltern? Das plötzliche Ende von deren Großzügigkeit und das Ausdembodenschießen dubioser Lufttransportfirmen konnten kein Zufall gewesen sein. Mein Vertrauen in Gott und die Welt war erschüttert. Ich war stets ein schüchternes Kind gewesen, aber nun zog ich mich vollkommen zurück. Ich verbrachte Tage und Nächte am Fenster und führte Buch über Zahl, Farbe und Dicke der Kondensstreifen, die den Himmel über unserem Haus durchkreuzten wie Narben der Wunden, die der billige Flug meiner Seele geschlagen hatte. Etwa um die selbe Zeit stürzten die Türme des World Trade Centers unter andauerndem Flugzeugbeschuss in sich zusammen. Kreidebleich verfolgte ich die Bilder vor dem elterlichen Fernseher. Immerhin dessen Benützung war mir noch gebührenfrei gestattet. Ein Gedanke ließ mich nicht mehr los: WTC … CWG … wie knapp war ich dem Tod von der Schippe gesprungen? Die nächsten Wochen verbrachte ich im Keller. Meine Freunde wandten sich von mir ab und flogen günstig nach London, Lissabon und Kopenhagen. Anfang 2002 konnte ich mich überwinden, die Kellertreppe hochzusteigen. Ich verließ das Haus mit Sonnenbrille und falschem Bart und trat den Weg aufs Gemeindeamt an, um eine neue Idntität anzunehmen.
Mit meinem neuen, auf den Namen Costa Potente lautenden Pass buchte ich von einem maltesischen Internetkaffee aus einen Platz auf einem Ryanair-Flug von Bremen nach Riga. Kenne den Feind, sagt schon Konfuzius. Konfuzius sagt viele Dinge, dachte ich mir am Tag des Abflugs und hätte vor Angsträmpfen beinahe nicht das Bett verlassen. Ich riss mich zusammen. Der Bremer Flughafen ist sauber und modern, bis auf den Teil, von dem aus Ryanair die Verdammten in alle Höllen dieser Welt katapultiert. Ich fühlte mich wie in einem IKEA-Möbelhaus, mit ähnlich hoher Inzidenz von Blau, schreienden Kleinkindern, und Gelb. „Willkommen, Herr Potente!“ sagte der Transvestit am Gate. Meine Verkleidung hielt. Ich konnte ruhiger atmen. Es zeigte sich bald, dass meine frühere Flugerfahrung hier von geringem Wert war. Oben war unten, gestern war links und statt in einer Schlage stellte man sich in einer pulsierenden Traube zum Boarding an. Blessiert, aber lebend gelangte ich an Bord des altersschwachen Fliegers. Bei Ryanair herrschte das Prinzip einer freien Sitzplatzwahl.und so wählte ich den einen Sitzplatz, der noch frei war. Ich sank in die Bestuhlung, während sich im Gang die Leute auf den Stehplätzen um die Haltegriffe zu streiten begannen. Der Flieger hob ab. Ich hatte es geschafft. Nun würde mich nicht einmal Easyjet aufhalten können. Die letzten Gebäude des Bremer Elbhafens verschwanden in der Nebeldecke und die letzten Reste meines Frühstück verschwanden in meinem Zwöffingerdarm. Mein Magen knurrte. Nach einer Stunde wurde der Hunger übermächtig. Ich blickte vor und zurück. Dunkel meinte ich mich an einen Handwagen oder eine Art große magische Truhe erinnern zu können, die den Mittelkorridor hinauf- und hinunterschwebte, Essen von kunststoffartiger Konsistenz in Plastikschalen verteilend. Aber – ach! – die Rettung blieb aus. Ich schrie. Ich tobte. Ich brach zusammen und verbarg meinen ausgemergelten Körper unter dem Vordersitz, was möglich war, da ich mein Handgepäck in den Fächern unter der Kabinendecke verstaut hatte. Meine zitternde Hand streifte ein laminiertes Pappschild. Das Bordmenü. Mein Blick fiel auf die Preise und meine Augen weiteten sich schreckerfüllt. Das also war es. Nimmer war ich unerkannt an Bord gegangen – die Billigflieger hatten mir eine Falle gestellt und ich war ihnen wie ein blindes Huhn vors Schlachtmesser gelaufen. Und jetzt: Geld oder Leben! Vor meinen Augen begann sich das Flugzeuginnere zu drehen. Ich fühlte meine Beine nicht mehr. Mein Körper begann bereits, sich selbst zu verdauen. „Ich bin zu jung zum Sterben!“, rief ich mit schwindender Kraft. Dann wurde mir schwarz vor Augen.
Den Aussagen meiner Mitreisenden entnehme ich folgendes Bild über den Rest des Fluges: ein Erzengel stieg aus den himmlischen Sphären herab und ergriff von meinem Körper Besitz. Er führte meine Hand an mein Portmonnaie und ließ mich ein Sandwich von mittlerer Größe ordern. Wäre ich der Tschad gewesen, der Preis hätte alle Fortschritte im Zuge des Entschuldungsprogramms für die ärmsten Staaten der Welt zunichte gemacht. In Riga verließ ich den Flieger. Ich lebte, aber ich hatte nur noch die Kleider, die ich am Leibe trug. Costa Potentes weltumspannendes Imperium fensterloser Kellerräume gehörte nun Ryanair. Ich zuckte die Schultern und ließ mich Lettland nieder. Später brachte ich es bis zum Ministerpräsidenten, doch die Erinnerung an jenen schicksalhaften Flug ließ mich zeit meines Lebens nicht mehr los. Es ist eine traurige Geschichte, aber ich musste sie erleben, um sie erzählen zu können.

Sunday, January 27, 2008

They Thought It Lost

Christian Spekulatius –
DIE WAHRHEIT



1927 geboren als Don Alejandro de la Ipojondría in Lissabon

1929: Doktorat für Zahnheilkunde an der Universität Heidelberg

1931: Rede vor dem britischen Unterhaus (Vorschlag der Einführung eines Polizeistaates)

1934: mit überragender Mehrheit zum Vorsitzenden der KPdSU gewählt, obwohl nicht als
Kandidat gemeldet

1935: Abschluss der "Theorien über die kalte Fusion"

1937: aus Zeitmangel Übergabe der Führung der SU an Genosse Dschugaschwili

1941: das Weiße Haus ignoriert eine von mir eingereichte Warnung betreffend Pearl Harbour

1942: Gründung der "Internationalen Atomenergiebehörde"

1943: erfolgreiche Ein-Mann-Einkesselung der deutschen Truppen bei Stalingrad

1944: Empfang eines anonymen Drohbriefes mit dem Stempel der Reichskanzlei

1945: Diebstahl meiner Aufzeichnungen über die Atomenergie durch die Amerikaner, eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof wird abgewiesen

1947: erfolglose Teilnahme am Hitlerattentat vom 14. August

1950: nachträgliches Ablegen der Matura

1952: Inhaber des Lehrstuhls für Paläoquantenchemie an der Erzfürstlichen Hochschule Karachi

1953: Beendigung des Koreakrieges durch Organsiation einer Bridgepartie zwischen Eisenhower, Tse-Tung, Chruschtschow und mir. Gewinn des Spiels durch mich.

1954: eine Anklage auf Betrug vor dem Kaiserlichen Schwurgericht in Chicago erweist sich als haltlos

1956: das britische Unterhaus debattiert erneut über meinen Polizeistaat-Vorschlag

1961: Landung auf dem Mond. Vor Weiterflug zum Mars Hinterlassung einer Grußkarte für Armstrong

1964: Gründung der "Bangladesh Mining Inc."

1965: Konkurs der "Bangladesh Mining Inc." durch Fehlspekulationen

1966: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der "Bangladesh Mining Inc." wird in Rio de Janeiro
erschossen aufgefunden, Dankschreiben an den Chef des brasiliansichen Inlandsgeheimdienstes

1967: Bau der Transatlantischen Brücke (vom US-Geheimdienst bis heute geheimgehalten), Beginn des Studiums der Nederlandistik in Paris

1968: nach Streit mit der Professorenschaft Anzettelung von Studentenunruhen

1969: Neil Armstrong und sein Kollege Muhammad Al-Sharif finden meine Grußkarte auf dem Mond. Armstrong erschlägt Al-Sharif, da dieser die Karte nicht vernichten will

1970: das britische Unterhaus gibt den Diebstahl von parlamentarischen Protokollen aus den frühen Dreißiger Jahren bekannt

1973: Erringung des Sieges in der Schlacht von Mexico City, Auflösung der "Lateinamerikanischen Polizeirepublik"

1975: Gründung der "Freien Demokratie Mururoa"

1977: Unbekannte gründen eine Sekte zu meinen Ehren

1979: Herausgabe der Neufassung der Bibel - Audienz beim Papst betreffend meiner Geschichte von Jonas und dem Walfisch (Johannes Paul II.: "unglaubwürdig und absurd")

1982: erste erfolgreiche Klonung eines menschlichen Wesens in der FD Mururoa, Aufbau einer gewaltigen Armee

1984: Schaffung einer zweiten Identität in Österreich, Änderung des zweiten Vornamens von Spekulatius auf Walter zwecks Unauffälligkeit, Massenselbstmord der "Spekulanten" nach meiner Weigerung, sie in einem Raumschiff zu entführen

1985: eine mururoische Invasion vor Los Angeles schlägt fehl

1986: endgültige Vernichtung der FD Mururoa durch amerikanische Truppen,

1989: versehentliche Öffnung der Sowjetunion durch Gorbatschow, bei meinem Eintreffen am Flughafen von Moskau ist die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten

1991: erfolgreiche Expedition zum Kilimandscharo, Auffindung eines Jungbrunnens

1994: ein Anschlag der mir bis dahin unbekannten "Volkswehr Mururoa" auf ein Weingut in der Champagne schlägt fehl, Flucht nach Oberösterreich (zuvor Einnahme von Jungbrunnenwasser, um günstigeres "Kinderticket" zu bekommen)

1996: endgültige Vernichtung Mururoas durch französische Atomwaffen

1998: Streit mit dem Direktor eines Linzer Gymnasiums betreffend meiner 1950 abgelegten Matura (Franz Mayr: "Das ist gefälscht!")

1999: Direktor Mayr geht nach einem Drohschreiben des "Mururoischen Exilschützenfestes" überstürzt in Pension

2001/2: telefonisch beauftragte Einheitswährung Euro wird eingeführt

2002: Bezichtigung der Lüge durch Nachfolger von Mayr - Maßnahmen gesetzt, weitere Aufzeichnungen folgen!

Sunday, January 13, 2008

dass man sich darüber im klaren hätte sein können dass es nichts wird stand im prinzip von vornherein fest insofern als man stets dazu neigt über unsicheres zukünftiges annahmen zu treffen basierend auf erfahrungen der vergangenheit die nicht notwendigerweise mit diesem zukünftigen in verbindung stehen müssen und es auch meistens nicht tun was zu einer komplett fehlgeleiteten erwartungshaltung des individuums angesichts des auf es zukommenden führt was naturgemäß enttäuschung auslöst wenn die deckungsgleichheit von erwartung und ergebnis nicht einmal im ansatz gegeben ist

Friday, December 21, 2007

Weltsprache Latein

Die Wahrheit, die du brauchst, wünscht dem Messias und allen Selbstdarstellern Alles Gute zum Geburtstag und Frohe Festtage.


Monday, December 10, 2007

schlaflos im salettl

i hob a gmitalichs bett im haus
doat schlofat i gean efta aus
nua kiazt da leam vun deim pöscho
in schlof mia jedn morgn o
... des schiache puan

mei haus des hod a tial voan
und kumst nu amoi zuwagfoan
don schmeiß i durch des tial dia
an schwahn staa and foaratia
... des soids scho tuan

Wednesday, December 05, 2007

Bon Appétit

There is no such thing as a free lunch except for when I'm at my parents' house.

Tuesday, December 04, 2007

Am Tag vor Morgen

Der 4. Dezember 2007. Schicksalstag. Jahrtausendtag. Dienstag. Der Student, zumindest nominell noch zur Führung dieses Titels berechtigt, erwacht zum metallischem Klirren seines Mobiltelefons. Es ist sieben Uhr zehn. Herrgottsfrüh. Zu früh. Der Student drückt einige Tasten und das Klirren verstummt. Auch der Student verstummt. Die Nacht hebt sich vom Land, der Student irgendwann vom Bett. Acht Uhr zwei. Später. Der Student erhebt sich. Er ächzt, denn so ist es seine Gewohnheit. Der Inhalt einer Wasserflasche ergießt sich in den Studenten. Dieser öffnet das Fenster und frische Luft ergießt sich in das Zimmer, welches der Student in der Folge verlässt. Er kehrt zurück und stellt das Bügelbrett aus einer Ecke in eine Mitte des Zimmers. Er holt das Bügeleisen aus dem Wohnzimmer und steckt es an, auf dass es sich aufheize. Zum Ausgleich dreht er die Heizung ab. Der Küche bleibt der Student fern, nicht jedoch dem Bad, denn dort befindet sich die Dusche. Der Student duscht und das Wasser fällt uns so seine Lider. Der Student reibt eine Bürste an seinem Gebiss, schiebt sich Plastikschalen über die Augäpfel und kappt eine Anzahl von Haaren in seinem verquollenen Gesicht. Er kehrt zurück ins Zimmer. Das Bügeleisen hat sich seiner erwärmt. Gedankenverloren verliert sich der Student im Bügeln eines Hemds, unabdingbarer Bestandteil des Arbeitstages. Er besprüht das Hemd mit Wasser und dreht mit dem Eisen einige Runden auf der Feuchtfläche. Der Student steckt das Bügeleisen aus. Er zieht das Hemd an, gleichwohl es feucht ist. Auch draußen ist es feucht. Einige Utensilien in seinem Rucksack verstauend verlässt der Student das Haus, behost, besakkot und bemantelt, jedoch unbekrawattet; er hat diesem Galgenstrick der Arbeitswelt vor kurzem abgeschworen. Der Student verbringt einige Stunden in seinem Büro, schreibt einige Seiten nichtssagenden Texts, isst und hängt Gedanken nach. Der Student hat einen kreativen Schub. Der 4. Dezember neigt sich dem Ende zu. Der Student hat noch zwanzig Seiten zu schreiben. Der Student hat noch 10 Tage Zeit. Der Student hat Schuldgefühle. Der Student hat auch einige T-Shirts, eine Münze aus der Römerzeit und zwei Geschwister. Haben. Soll und haben. Die Arbeit soll 60 Seiten haben. Was soll das?

Tuesday, November 27, 2007

hurnaus

es saz hoat

bini ned heata

heat si jo ois auf

heast

hoizn auf

hoiz zom hiazd

hachgotzeitn

Wednesday, October 31, 2007

Meine Augen schmerzen

Ich paraphrasiere den unvergleichlichen Eko Fresh, wenn ich sage "Wer braucht Augen, ich habe mich von jedem getrennt." und habe recht. Es wird zur Gewohnheit. Auch die Augenschmerzen werden zur Gewohnheit, aber nicht so. Eher zu einer Ungewohnheit, so wie in "Es ist ungewöhnlich, dass mir andauernd die Augen wehtun."

Der Schmerz ist erträglich. Er ist auch einträglich, weil er mit der Arbeit für meinen Masterabschluss in Zusammenhang steht, der mir beim Großverdienen dienlich sein wird. Aber diese Augen! Ist ein Leben in Reichtum, aber mit abgestorbenen Augäpfeln einem Leben in ehr- und sichtbarer Armut vorzuziehen? Soll ein Mensch von gutem Aussehen sein gutes Aus-Sehen auf dem Altar der guten Aussichten opfern? Es sind Fragen, wie diese, die mir durch den Kopf gehen, in etwa dort, wo auch der Sehnerv durch diesen geht. Ab und zu geht die Sorge um mein Sehen mit mir durch - das kostet Nerven. Unternehmer klagen oft, dass die Kosten ihrer Arbeit sie auffressen. Aber in meinem Fall frisst die Arbeit mein Sehvermögen und ich vermag kein Ende zu sehen.

Erst im Sommer hat man mir neue Linsen angepasst. Alles passte, insbesondere sie. Aber dann ging es bergab, so lange bis ich auf 38 m. über dem Meeresspiegel angekommen war und mich trotz Linsen, trotz Brillen im Spiegel nur noch schemenhaft erkannte. Beschämend. Auch Schriften verschwimmen vor meinen Augen. Schwimm ist das! möchte man sagen, aber man sagt es nicht, denn es wäre ein platter Witz, der nicht zu der immer stärkeren Wölbung meiner Hornhaut passt. Das Stigma des Astigmatismus.

Manche Leute verlieren ob ihrer schlechten Gesundheit alle Lebensfreude. Mir genügen dazu schon kaputte Augen. Ich bin eben ein genügsamer Mensch.

Wednesday, October 24, 2007

Madagascar

I heard Al Gore Madagascar, so we wouldn't waste so much oil.

Saturday, May 12, 2007

Vom Kampf der Wagen und Gesänge

Wer Freunde, Freizeit und Freude am Leben hat, verbringt den Samstagabend in Gesellschaft und einem Schank- oder Tanzlokal. Wer dagegen für das Forschungsseminar „Quantitative Finance“ ein Referat über ein herrlich spannendes Finanzanlagegewichtungsverfahren vorzubereiten hat, ist ich und ich verbringe den heutigen Samstagabend in meiner schlichten Wohnung und bemühe mich, die fürs Studium der mitreißenden wissenschaftlichen Fachliteratur nötige Motivation zu sammeln.

Ich schalte also den Fernseher ein und versuche, eine meinen Ansprüchen genügende Sendung zu finden. Auf SAT.1 läuft „Mord im Weißen Haus“. Ich gähne. Die Leichen müssen sich dort schon bis unter die Decke stapeln. Beim Wechsel auf ORF 1 aber bin ich plötzlich wie elektrisiert. Vor meinen Augen läuft der Eurovision Song Contest 2007. Jener „Gesangs“wettbewerb, der es fertig bringt, Menschen aus 42 Nationen friedlich vor dem Fernseher zu vereinen, und sei es auch nur in einer Atmosphäre wechselseitiger Scham und Betretenheit gegenüber den Abgründen der nationalen Musikszenerien. Mit einem Mal ergibt alles Sinn, vor allem die Vorausscheidung zum Song Contest, die ich vorgestern bei bzw. anstelle der Vorbereitung meines Referates gesehen habe. Eine bittere Zeit, vor allem für die Schweiz, deren DJ Bobo ausscheiden musste. Insofern sollte dem Kontinent das Schlimmste erspart bleiben. Aber, wie das Leben so spielt …

Vom bosnischen Beitrag bleibt mir nichts in Erinnerung, außer dass mich das Lied gelangweilt hat und dass Rijeka auf Bosnisch „Fluss“ bedeutet, womit mir der Name der gleichnamigen Großstadt plötzlich in einem anderen Licht erscheint. Darauf folgt eine spanische „Boygroup“ mit einem idiotischen Namen und einem Lied, dem ich entnehmen kann, dass Liebe offensichtlich schön ist. Die Beiträge von Weißrussland, Irland, Finnland und Mazedonien versäume ich, weil ich die Küche nach genießbaren Nahrungsmitteln durchsuchen muss. Als ich zurückkomme singt gerade die Ungarin. Sie hat kurze Haar und ein T-Shirt auf dem laut dem Sprecher die Mutter Gottes abgebildet ist. Ihr Lied heißt „Unsubstantial Blues“ und die Bühne ist blau. Stimmig. Die nächsten Teilnehmer sind die Litauer, die sich „4Fun“ nennen und „Love or leave“ intonieren. Bedauerlich, wie langsam sich manche Errungenschaften der westlichen Welt hinter dem ehemaligen Eisernen Vorhang durchsetzen, vor allem eine zeitgemäße Namensgebung. Danach tanzt ein Grieche zu irgendeinem Lied über Maria, soweit ich es verstehe. Mit ihm tanzen vier Griechinnen an blauen Bändern. Showtime! Irgendwie klingt das Lied aber genauso wie das vorhergehende. Oder nicht. Irgendwie klingen ohnehin alle Lieder gleich. Offensichtlich wurden keine neuen Melodien mehr erfunden, seit Modern Talking 1986 „Brother Louie“ herausbrachten.

Die nächste hoffnungsfrohe Teilnehmerin ist eine kleine Georgierin im roten Kleidchen. Wo liegt dieses Georgien überhaupt? Jedenfalls hat ihr der Präsident noch persönlich alles Gute gewunschen. Schweden schickt eine Tokio Hotel Tribute Band ins Rennen. „The Ark“ stützen ihre Kandidatur vor allem auf hypnotische Scheiben, die über die Bildschirme auf der Bühne flimmern. Die Franzosen wirken, als ob ihr Beitrag eine Parodie seiner selbst wäre. Vielleicht ist er das auch – in diesem Fall haben sie keine Chance. Lettland covert die drei Tenöre, Russland versucht wieder einmal, mit seinem großen Angebot an leicht bekleideten Mädchen, denen der Beigeschmack käuflicher Liebe anhaftet, zu punkten. Für Deutschland wirft sich Roger Cicero ins Rennen. Das macht mich traurig. Ich möchte Cicero heißen. Dann kommt Serbien an die Reihe. Was finden die Leute nur an Balladen? Die sind doch viel zu langsam und außerdem fehlt der Beat. Den liefert die Ukraine. Ihr Lied heißt „Russia Goodbye“, was die Russen verärgert hat, bis die ukrainische Band ein Statement veröffentlichte, wonach der wahre Titel „Luscha Gawui“ oder so ähnlich sei und „umgefallene Milchkanne“ bedeute. Ich mag die Ukraine. Unter anderem, weil ihre Vertreter etwas für die Umwelt tun und ihre Kostüme aus wiederaufbereiteter Alufolie schneidern.

Die Briten, die nun folgen, führen dagegen eine überaus aufwändige Show vor. Mit Stewardessen, Koffern und dergleichen mehr. Zumindest sehen die ersten fünf Sekunden danach aus. Dann gehe ich in die Küche und schiebe mir zwei Käsebrote ins Backrohr. Als ich zurückkomme beendet gerade Rumänien seinen Beitrag. Die Gruppe besteht aus lauter Rumänen und einem Typen aus Französisch Guyana. Das macht mich traurig. Ich möchte aus Französisch Guyana kommen. Und Rumänien beim Song Contest vertreten. Vielleicht mach ich das nächstes Jahr, falls es mit der Festanstellung nicht klappt. Das bulgarische Duo trommelt herum und singt etwas vom Wasser, das fließt und da sitzt ein Mädchen und ein Reiter kommt vorbei. Der Türke sieht in seinem roten Sakko aus wie ein Zirkusäffchen. Vorletzter Teilnehmer ist Armenien. Sein Vertreter singt, wie überraschend, eine Ballade. Dafür wurde er aber schon zweimal zum besten Sänger Armeniens gewählt. Armenien ist klein. Den Abschluss bildet Moldawien. Wie können sich die überhaupt die Teilnahme leisten? Die sind doch arm. Irgendwie fühle ich mich plötzlich ein wenig ausgelaugt, emotional wie kreativ. Ich hole meine Brote aus dem Rohr und bereite sie zu – mit Senf, Salat und Paprikapulver. Douze points!

Der interessantere Teil des Abends fängt gerade an. Die Wertung. Die finnischen Moderatoren versuchen, sich beim Countdown gegenseitig in den Hintergrund zu drängen. Ich hasse sie beide, obwohl ich sie gar nicht kenne. Aber ich liebe den griechischen Fan, der mit dem Gesichtsausdruck einer Straßenlaterne die Flagge seines Heimatlandes in die Kamera hält. Zweihundert Euro kostet eine Eintrittskarte. Wer würde hierfür keine Niere opfern?
Die Punktvergabe beginnt. Sie läuft stets nach dem gleichen Schema ab. Die finnischen Moderatoren grinsen dümmlich und der Vertreter der jeweiligen nationalen Rundfunkanstalt redet an ihnen vorbei oder biedert sich vermittels eines Mundvolls geradebrechten Finnischens an. Dann folgen die Punkte. Irgendwie füllt mich das Zusehen alleine nicht aus. Ich beschließe, zu notieren, wer wem die 12 Punkte zuschachert. Immerhin sagt einem das sehr viel über die einzelnen Länder, vor allem wer in Bezug auf wen in der Vergangenheit eine zu lasche Einwanderungspolitik gefahren hat. Dennoch ist die ewiggleiche Prozedur ziemlich ermüdend. Ich fahre meinen Computer hoch und beginne nebenher, nach dem ukranischen Lied von der traurigen Milchkanne zu suchen. Ohne Erfolg.

Von der Punktvergabe selbst bleibt mir nur wenig in Erinnerung. 42 Länder, 42 Lieder, 42 liederliche Landesvertreter. Eine schlechte Allitteration. Weißrussland stellt eine 17-jährige Praktikantin vor die Kamera. Sie ignoriert ihre Kollegen in Helsinki komplett, weil sie ihre englischen Sätze nur auswendig beherrscht. Nach der Übertragung muss sie wieder zu ihrem anderen Arbeitsplatz als Fußschemel für Lukaschenko. Lettland hat Beppo, den Clown engagiert. Er trägt Hosenträger und meint, etwas besonderes läge in der Luft. Ein Souvenir sowjetischer Industriepolitik, Beppo! Die Anblick der isländischen Punktvergeberin ist mit Sicherheit das ästhetische Highlight des Abends. In politischer Hinsicht ist dies das Eingeständnis des israelischen Korrespondenten, dass sein Heimatland nukleare Waffen besitzt – oder wie ist der Satz „Israel has pushed the button!“ sonst zu verstehen? Eine große Überraschung ist Moldawien. Das Land mag arm sein, aber nicht so arm, dass es sich keine Glitzerkrawatte für seinen Sprecher und eine Aufnahme der nächtlichen Skyline einer amerikanischen Großstadt als Hintergrund leisten kann. Eine weniger große Überraschung ist, wer wem wieviele Punkte gibt. Deutschland schickt dem Äffchen 12 zwölf Punkte. Eine flächendeckende Dönerversorgung fordert ihren Tribut. Spanien entsendet ein Dutzend Zähler nach Rumänien, Hauptquelle seiner illegalen Einwanderer. Serbien erhält zwölf Punkt von Montenegro, ein positiver Nebeneffekt der letztjährigen Trennung der beiden Staaten, und die Esten unterstützen das russiche Rotlichtmilieu, trotz oder gerade wegen der Querelen rund um das kürzlich entfernte Rotarmistendenkmal. Ein erfreuliches Zeichen setzt indes die Türkei. Ihre zwölf Punkte gehen an den zweimalig besten Sänger Armeniens; eine späte Reparation für den Völkermord, den sie an seinen Ahnen nicht verübt haben.

Letzten Endes steht der Sieger fest. Serbien. Genau genommen stand der Sieger angeblich schon vorher fest. Serbien. Jedenfalls ist der Sieger Serbien und das Siegerlied sterbenslangweilig. Es wird noch einmal vorgetragen, aber ich entschließe mich, stattdessen „Brother Louie“ von Modern Talking zu hören. Es macht jetzt auch keinen Unterschied mehr. Der ORF entschließt sich, das Niveau konstant zu halten und schickt dem Grand Prix ein Grönemeyer-Konzert hinterher. Meine Augen schließen sich.

Saturday, April 28, 2007

Unter der Dusche

Es gab ein Kind im Berner Land,
Dem war ein Hirnteil ausgebrannt,
Der seinen Hunger regelte,
Sodass es stets sich ekelte,
Wenn es in Wirtshaus, Heim und Bar,
Der Nahrungsmittel wurd gewahr.
Es wurde immer dünner, bis,
Der Wind es in zwei Stück riss,
Der eine flog von Bern nach Thun,
Der and're stak in seinen Schuh'n,
Und wer dies sah, hat sich gedacht,
Was hat das Update uns gebracht?

Wednesday, January 31, 2007

München. Opfer der Winde. [Teil 1]

Was sich liebt, das neckt sich. Du liebst Gott, den Herrn, und Gott, der Herr, liebt dich, aber du drehst zuhause das Kruzifix auf den Kopf und badest Hostien in Schwineblut und Gott, der Herr, schickt dir einen Orkan. Während aber du in deiner Katakombe hockst und hoffst, dass dir der Wind nicht die Schindeln vom Dachstuhl weht, trifft die wahre Katastrophe Unschuldige Dritte. Dritte wie mich, denn ich bin ein Kind des Glücks, wurde vor über 22 Jahren an einem Sonntag geboren, mit einem Silberlöffel im Mund, einem Hufeisen in der Hand und einem vierblättrigen Kleeblatt zwischen den Arschbacken. Ich wuchs heran, lebte, liebte und litt und fuhr am 18. Jänner 2007 zu einem Vorstellungsgespräch nach München, ungeachtet der Warnungen vor der Rache des Luftdrucks im SAT.1 Frühstücksfernsehen, meiner Lieblingssendung zum Thema Frühstück.

München, Stadt der blutigen Herzen, 17:30 - selbstzufrieden und mit einem adretten Anzug nebst verknoteter Krawatte angetan erreiche ich den Hauptbahnhof. Es herrscht apokalyptische Stimmung, denn die Züge nach Rosenheim sind schon ausgefallen. Auf dem Weg zum Service Point der Deutschen Bahn begegnen mir allenthalben erbärmliche Gestalten ohne Hoffnung und Anschluss. In ihren Augen tanzt die Zukunftsangst Kasatschok, doch ich stosse sie beiseite, warte fünf Minuten beim Service Point und angle mir das nächstbesten Auskunftsorgan. Wie sieht es mit dem EuroCity nach Zürich um 18:34 aus? Keine Störungen gemeldet, entgegnet mir das Organ. Ausgezeichnet!

Ich verbringe die Folgestunde mit dem Inanspruchnehmen der reichhaltigen und erstaunlich günstigen Verpflegungspalette des Münchner Hauptbahnhofs, kaufe im nahegelegenen Kaufhaus Hertie eine Flasche Mineralwassers und werde von der Kassierin schief beäugt. Pünktlich um 18:34 rollt mein EuroCity mit mir an Bord aus dem stählernen Bahnhofspansen. Nächster fahrplanmässiger Halt ist Buchloe, eine einsame Bastion in der gesetzlosen Bayrischen Prärie, die wir in einer Dreiviertelstunde erreichen sollten. Genug Zeit, mich zurückzulehnen und noch einmal "Franz von Papen liest die Vita Sancti Severini" auf meinem MP3-Spieler anzuhören. Eine Durchsage über die Lautsprecher des Zugs lässt mich hochschrecken. Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund des Sturm fährt dieser EuroCity nur bis Puchheim. Was soll das? Ich bedrohe einen Zugbegleiter mit meinem Teppichmesser, aber mehr Informationen als dass es fürs erste nicht weitergeht hat er auch nicht. Der Zug fährt in den nächsten Bahnhof ein. Ich überlege, ob ich von Puchheim nach St. Gallen laufen kann, aber wie sich herausstellt handelt es sich um einen Vorort von München. Verfolgt mich diese Stadt etwa? Die Informationslage bessert sich nicht, da alle Züge deutschlandweit angehalten wurden und jetzt am Münchner Hauptbahnhof Rückfrage halten wollen. Der Zugbegleiter vermutet, wir würden die Nacht im EuroCity verbringen müssen - eine wenig ansprechende Aussicht. Ich schwinge mich in die S-Bahn auf Gleis 2 und fahre zurück zum Hauptbahnhof. Mein durchtriebener Plan: in einem Münchner Hotelzimmer die Nacht der jähen Toten lebend und vor allem bequem überstehen. Leider bin ich nicht der einzige mit kreativem Potenzial - die Hotels der Münchner Innenstadt sind angefüllt wie mein lieber Freund Franz zu Silvester. Ich stehe eine halbe Stunde in der Schlange vor dem Service Point, nur um zu erfahren, dass sich die Definition "Innenstadt" auf die ganze Stadt bezieht. Das Organ meint, es habe eine Adresse von einem Geheimgasthof in Weissenweitdraussenkirchen, aber der sei zu Fuss vier Stunden entfernt. Es könne jedoch anrufen und vorreservieren. Das Organ ruft an, aber die Innenstadt hat das flache Land bereits erreicht.

Vom Schicksal kaltgeschleudert, möchte ich mich einen Moment setzen und die Lage überschlagen. Der Plan scheitert im Anfangsstadium, denn auf dem Münchner Hauptbahnhof gibt es keine Sitzgelegenheiten. Bänke fehlen komplett, andere horizontale Flächen sind vorsorglich mit einem "Kein Sitzplatz!" gekennzeichnet. Nach einigem Warten wird ein Platz an einem Geländer frei, gegen das ich mich erleichtert lehne. Wen kenne ich in München? Wem könnte ich mit meiner Gastgeberfreundschaft die Nacht versüssen? Ich muss feststellen, dass ich niemanden in München kenne.Das soll eine Grossstadt sein? Ich weite mein Suchraster auf ganz Bayern aus. Bea und Stefan in Würzburg fallen mir ein - wie weit ist Würzburg entfernt? Kann man es zu Fuss erreichen? Ich möchte das Organ fragen, aber die Schlange vor dem Service Point reicht bereits bis zum Eingang des Bahnhofs zurück. Draussen beginnt der Orkan, sich auszutoben.
Fortsetzung folgt?

Saturday, December 23, 2006

Nur das Beste!

"Die Wahrheit, die du brauchst!" wünscht dir und ihrem anderen Leser fröhliche Weihnachten und ein großartiges Jahr 2007, in dem du nicht stirbst!



Thursday, November 30, 2006

Geistbereicherndes (zur Weihnachtszeit)

Wenn Engel und Kugeln an Tannen baumeln,
Und wir von Punsch- zu Punschstandl taumeln.

Wenn die Tage bei Keksen und Kerzenschein enden,
Und wir für Geschenke das Auto verpfänden.

Wenn die Strassen erklingen von kindlichem Lachen,
Und Strickhändler beste Geschäfte machen.

Wenn das Gute im Menschen die Habsucht verscheucht,
Das einsame Herz uns die Leber verseucht.
Und man im Advent,
Sein Spiegelbild
Nicht mehr erkennt.

Dann nachtet's wieder weih.
[Oft schon ab Mai!]

Wednesday, November 22, 2006

Vom Heben von Zitatenschätzen

Wenn ein guter Freund stirbt, stirbt auch ein Teil von uns. Wenn wir dagegen selbst sterben, krepieren alle unsere Teile, einschliesslich des Ganzen, das bekanntlich mehr als deren Summe ist. Seit jeher machen wir Menschen uns daher Gedanken, wie um alles in der Welt wir uns selbst zumindest um ein paar Jahre überleben und sicherstellen können, dass man sich auch dann noch unser erinnert, wenn die lieben Erben dereinst ihre Anteile an unserem Vermögen verprasst haben. Die meisten Strategien, die sich mit der Schaffung der eigenen Unvergesslichkeit beschäftigen, beinhalten das Wort "viel". Man kann viele Kinder zeugen, viele Häuser bauen oder viele Mitmenschen massakrieren (wenn nicht gerade Krieg herrscht, in welchem Fall es leider nicht weiter auffallen dürfte). Man kann jedoch auch ganz einfach viel reden und es - falls Zeit bleibt - aufschreiben. Die Chancen stehen gut, dass man in den Genuss der Ehre kommt, zitiert zu werden. Ja, in Zitaten werden wir alle einst fortleben, vor allem ich.

Prinzipiell gibt es zwei Gruppen von Zitaten. Die erste stellen die wissenschaftlichen Zitate, die vor allem von Studenten mit einer Leidenschaft verabscheut werden, welche an religiöse Überzeugung grenzt. Mehrere Gründe zeichnen hierfür verantwortlich, vor allem aber die sogenannte Zitierweise. Denn nimmer genügt es, Worte aus fremder Feder einfach in Anführungszeichen gesetzt und mit den Initialen des Autors versehen zu übernehmen, nein, eine ganze Heerschar von Regeln ist zu berücksichtigen, will man sich nicht den Zorn des für die Korrektur der Seminararbeit zuständigen Dozenten zuziehen, Herr Dr. Hoffmann, oder? Der vollständige Name des Autors, der Taufname des betreffenden Buches, dessen Erscheinungsjahr, Gewicht und Nebeneinkünfte. Seitenzahlen und -abstände und Punkte in eckigen Klammern. Ein korrektes Zitat gleicht einer Krankenakte.

Darüberhinaus muss der Student sämtliche Gedanken, die angeblich nicht seine eigenen sind in Form von Zitaten ausdrücken - eine Unverschämtheit, denn was kann ich dafür, dass jemand namens Fisher einige Jahrzehnte vor meiner Zeit zufällig auch schon darauf gekommen ist, dass bei vollständig funktionierenden Kapitalmärkten Investitionsentscheide unabhängig von den subjektiven Konsumwünschen getroffen werden und ich nur deshalb in meiner Arbeit nicht mehr von der "Gattringer-Separation" sprechen darf ohne ein Disziplinarverfahren zu riskieren. Es ist nicht meine Schuld, dass dieser Fisher mit seinen mathematischenTaschenspielertricks zu den gleichen Ergebnissen gekommen ist, wie ich mit meinem brillianten Hirn und einem Buch über Finanzmathematik. Besonders ärgerlich ist dieses Verbot in "weichen" Fächern wie Philosophie, bei denen es ohnehin nur darum geht, dem Dozenten zu beweisen, dass man zu genial für seine armselige Themenstellung ist.

Die zweite grosse Gruppe von Zitaten tummelt sich auf den letzten Seiten heimischer Printmedien. Es handelt sich um besonders kluge, aber wissenschaftlich irrelevante Aussprüche von Leuten, die wir heute gemeinhin für besonders klug, aber irrelevant halten. Besonders hoch ist ihre Dichte in den Wochenendbeilagen, denn am Wochenende bedürfen wir nach dem Credo der Printmedienschaffenden speziell vieler weiser Worte von Claudius Gothicus ("Hebe nie beide Füsse gegen deinen Feind oder du fällst um.") bis Puff Daddy ("Yo!"). In seltenen Fällen ziehen die Redakteure, die aufs interne Abstellgleis des "Verantwortlichen für die Bunte Seite" gerollt wurden, die unterste Schublade des Zitatenschatzes und lassen Konfuzius aus seiner Gruft, denn alles, was ein Chinese gesagt hat, muss nun wirklich etwas besonders kluges sein. Überhaupt sind uns diese Chinesen über, jedenfalls die, die sich in meiner Fantasie herumtreiben. Auf den bitteren Boden der Realität holte mich erst eine Gruppenarbeit zurück, bei der der mir zugeteilte Gelbling kläglich versagte. Dabei trug er sogar ein Brille, kruzifix! Konfuzius sagt dazu: "Es ist kein Zeichen von Schwäche, von einer Strassenbahn überrollt zu werden."

Wichtiger als ihr Inhalt, ist aber die Gesamtzahl der abgedruckten Zitate. Sie gibt Auskunft über die wirtschaftliche Situation des jeweiligen Blattes, denn Zitate sind nichts anderes als Füllstoff für nicht verkaufte Anzeigenvolumen. Je geistreicher die Aussprüche, desto maroder die Zeitung (sog. "Gattringer-Separation"). Insofern dürften die Gemeindenachrichten von Walding im oberösterreichischen Mühlviertel der Welt defizitärstes Blatt sein, denn sie bestehen praktisch nur aus Zitaten. Selbst die Artikel bestehen aus Zitaten, denn, wenn unserem Bürgermeister schon die Worte fehlen, findet sie vielleicht Pablo Neruda.

Anstelle eines vernünftigen Abschlusses:

"Der Fluch des regen Geistes ist es, sich in Trivialitäten zu ergehen und durch das Verfassen unspektakulärer Blogeinträge eigene wie fremde Zeit nutzlos zu vergeuden."

(P. I. Tschaikowski)

Thursday, November 09, 2006

Nach Art des Mundes

es is zach
es zaht si
i soit ozahn
mi zahts ned
wiads mi zahn?
s wiad si zagn

Aus: Walter Gatterer nervt sein Studium, Opus X - Grosses Lamento.

Friday, October 20, 2006

Von der Autobahninstandsetzung

Was hat eine Lebenserwartung von 20 Jahren, ist 14 Kilometer lang und immer eine Spur zu breit?
Eine Autobahnbaustelle.
Eine jener Autobahnbaustellen, die unser heimatliches Fernstraßennetz überziehen, wie Geschwüre den Körper eines Pestkranken. Und wen diese übertrieben dramatische Analogie nicht beeindruckt, der lässt sich hoffentlich durch die folgende Statistik überzeugen:
auf einen Kilometer uneingeschränkt befahrbarer Autobahn kommen heutzutage 1,4 Kilometer Autobahnbaustellen. Dazu 300 Meter Geschwindigkeitsbeschränkung vor und nach diesen Baustellen, 80 Meter Stau aufgrund dieser Baustellen und 2 Geisterfahrer, die kurz vor der Baustelle entnervt umgedreht haben. Und wenn ich mir diese Zahlen vollständig aus den Fingern gesogen habe, so liegt das nur daran, dass mich die baustellenbedingte Verspätung bei meiner letzten Ausfahrt die Zeit gekostet hat, die ich ansonsten für ernsthafte Untersuchungen geopfert hätte.

Die typische Fahrt auf einer heimischen Autobahn läuft in etwa folgendermaßen ab: man quält sich durch den innerstädtischen Verkehr zur Autobahnauffahrt, kriecht im zweiten Gang durch einen überteuerten Tunnel, um den bußgeldlüsternen Messgeräten der Section Control (cool für "Abschnittskontrolle") zu entgehen, zermalmt während der zähneknirschend ertragenen Passage durch die stadtnahe Tempo-100-Zone seine Eckzähne zu Knochenmehl und erreicht schließlich mit Tränen in den Augen jenen Teil der Autobahn, der durchs von überteuerten Lärmschutzwänden abgeschirmte freie Feld führt und daher auch solche Fahrt gestatten sollte. Hier aber hat Gott in Gestalt der Asfinag die erste Autobahnbaustelle hinerschaffen. Noch ehe man seinen Wagen, Laster oder Organspenderofen auf 149 Stundenkilometer hochgefahren hat, eilen einem in rascher Folge zwei Schilder entgegen, die die erlaubte Höchstgeschwindigkeit zuerst auf deren 100, danach auf bloße 80 reduzieren. Kurz darauf senkt sich ein Schleier über unsere Augen und ein Sechziger über den Tachometer. Orange Streifen ersetzen das vertraute Weiß und leiten uns in einer eleganten Kurve auf die betonbegrenzte Nebenfahrbahn. Ein weiteres Schild tröstet uns mit der Frohbotschaft, dass wir uns auf 28 dergestalt eingeschränkte Kilometer freuen dürfen. Schuldgefühle mag folgender Hinweis verursachen: "Wir bauen für Sie!".

Wo aber baut man für uns? Der gesperrte Autobahnabschnitt präsentiert sich den gequält vorbeituckernden Verkehrsteilnehmern nämlich meist als jungfräulich unberührt. Da fehelen Maschinen ebenso wie Menschen, nur alle paar hundert Meter hat man vorsorglich eine Schaufel platziert, um die perfekte Illusion eines Arbeitsvorganges aufrecht zu erhalten. Wenn sich die für die Reparaturarbeiten veranschlagten Jahrzehnte dann dem Ende zuneigen kommt ein altes Männchen mit spitzem Hut vorbei und bläst eine Handvoll Sand über den verwaisten Asphalt, womit die Autobahn per definitionem repariert ist. Jedenfalls ist das noch der vernünftigste Erklärungsversuch.
Ganz selten, und nur wenn man zum Beispiel im Zuge einer Geburt am Sonntag mit besonderem Glück gesegnet ist, passiert man beim Durchfahren einer Autobahnbaustelle ein Stück, an dem auch tatsächlich gearbeitet wird. Dieses Stück ist typischerweise vierzig Meter lang und beinhaltet einen Bagger, acht Arbeiter, 30 rot-weiß-gestreifte Hütchen, sowie eine mobile Toilette. Somit erklärt sich auch die gewöhnliche Länge einer Autobahnbaustelle, denn wenn der Verkehr nicht 15 Kilometer vor den eigentlichen Arbeiten umgeleitet und entschleunigt würde, bestünde ernsthafte Gefahr, dass einem Arbeiter durch den nur langsam abflauenden Fahrtwind ein Sandkorn ins Aug geblasen würde. Die 15 gesperrten Kilometer hinter den Reparaturvorgängen ergeben sich wohl aus Gründen der Symmetrie.

Weshalb aber tut man uns all dies an? Warum brauchen wir überhaupt Autobahnbaustellen?
Es wäre doch viel einfacher, eine Autobahn zu benützen, bis diese durchgefahren ist. Im Anschluss oder idealerweise wenn schon absehbar ist, dass die alte Trasse nicht mehr lange hält, baut man 30 Meter weiter rechts die nächste, anstatt sich mit einer aufwändigen und anstrengenden Instandsetzung der alten Verbindung zu belasten. Dieses System, das auch bei Freundschaften und Liebesbeziehungen effiziente Anwendung findet, garantiert ungestörte Fahrt in stressfreiem Ambiente.

Monday, September 04, 2006

Trauriges & Konstruktives

Nicht ganz zwei Wochen nach ihrer Flucht aus den Händen des Grausamen Wolfgangs aus Straßhof hat die Geschichte der Natascha Kampusch begonnen, ihre Vorrangigkeit in den österreichischen Medien einzubüßen. Die ewigen Unwichtigkeiten des Boulevards, ob es sich dabei nun um die Nationalratswahlen oder den ersten iranischen Atomtest handelt haben begonnen, sie vom begehrten Platz an der Sonne auf der ersten Seite der täglich erscheinenden Druckwerke einheimischer Produktion zu verdrängen. Dabei sind wichtige Fragen noch ungeklärt. Beispielsweise gibt es noch immer keine detaillierte Auskunft zur Lieblingsspeise des Opfers und auch die Beantwortung der Frage, wie genau Wolfi Priklopil Natascha Kampusch denn nun sexuell missbraucht hat bleibt unserer morbiden Fantasie überlassen.

Wie froh war ich daher, als ich heute morgen im Radio hörte, dass Natascha Kampusch noch diese Woche ein Fernsehinterview geben würde und zwar einem "inländischen Medium, das Vertrauen genießt" oder so ähnlich. Es wird sich wohl um ATV Plus handeln. Unklar dürfte indes noch sein, in welches der qualitativ hochwertigen Formate Natascha Kampusch eingebaut werden soll. In die engere Wahl soll Gerüchten zufolge "Bauer sucht Frau" gekommen sein. Die Verkupplung mit Hias, dem sympathischen Bergbauern vom Abstellgleise der Hintertuxer Gletscherbahn dürfte auch dadurch erleichtert werden, dass Natascha mit der Einsamkeit einer Tiroler Alm sicherlich gut zurecht kommen würde. Eine Verwendung des Entführungsopfers in "Tausche Familie" scheidet leider aus, da Wolfgang Priklopil unsozialerweise vor eine Garnitur der Nordbahn laufen musste.

In jedem Fall sollen die diversen Auftritte Natascha Kampuschs in den oh so vertrauenswürdigen heimischen Medien, die uns allen noch bevorstehen dem Zweck dienen, die finanzielle Zukunft der Entführten sicherzustellen. Schließlich hat sie nie eine höhere Ausbildung erhalten, was sie von den Hunderttausenden Österreichern unterscheidet, die trotz selbiger noch immer auf dem geistigen Niveau eines Volksschülers dahindümpeln und die ironischerweise auch das Hauptpublikum von ATV Plus darstellen, wodurch sich der Kreis schließt. Unsere Medien sind nicht nur vertrauenswürdig, sondern auch selbstlos und großzügig. Sie überschlagen sich im Bieten vielstelliger Beträge für das erste Interview, sodass wohl mancher an Natascha Kampuschs Statt versucht wäre, deren mehrere zu geben.

Es bleibt zu hoffen, dass ihr die Summe der Einnahmen aus den Interviews die Möglichkeit geben, ganz im Stile der dekadenten Staatsbürger diverser ölhaltiger Kleinstaaten von den Zinserträgen ihres Vermögens zu leben. Ansonsten wäre sie eventuell gezwungen, auf einem anderen Weg zu Geld zu kommen. Man möchte da etwa an eine Karriere im Musikgeschäft denken, etwa in den Sparten Schlager (Hansi Hinterseer und Natascha Kampusch - "Die Alpensonne scheint auch unter Tage") oder Rap (8yrs XXperience a.k.a. Natasha Come Push Da Button feat. Man at Work - "Land Down Under ... da Dirrty Remixxx"). Auch eine Karriere in der Werbebranche als neue Gallionsfigur des XXXLutz wäre ein attraktive Möglichkeit. Sollten all diese Versuche fehlschlagen, so bleibt noch immer eine Festanstellung als Verkäuferin beim Saturn. Dafür bedarf es weder Bildung noch Ausbildung.

Saturday, September 02, 2006

http://www.fpoe.at/fileadmin/Contentpool/Portal/Teaser/rechts/HC_Strache_Oesterreich_zuer.jpg
Big Rapfürstentum FPÖ pres. HC Reel Gheddo Zahntechnikah ... Blue Steel Shoutz Out to da Burschenschaft

Monday, August 21, 2006

Am Bahnhof von Dornbirn

Der Bahnhof von Dornbirn im Rheintal, dem schönen,
Ist einfach ein Ort zum sich dran Gewöhnen.

Der Sand, die Ruine, die Wellblechbaracken,
Die Baugrube schmückt sich mit Schaufeln und Hacken.
Sie heben die Stimmung, wenn's bis Linz auch noch weit ist,
Grad wenn zur Betrachtung besonders viel Zeit ist.

Der Glücksfall tritt ein, wenn im Juli, dem heißen,
Die Dornbirner Gleise erglühen und reißen,
Weil bei Österreichs Schneefall und Regengüssen,
Sie keine Hitze vertragen müssen.

Und während die Schweißer das Gleis reparieren,
Bleibt fast eine Stunde uns Zugpassagieren,
Eins mit dem Dornbirner Bahnhof zu werden,
Dieser gottlosen Wüste aus Blech, Staub und Erden.

Verfasst am 22. Juli 2006, vor lauter Glück schier im Delirium.

Tuesday, June 06, 2006

Die kluge Universität verbaut vor

Soeben habe ich festgestellt, dass ich mich, wenn ich das zweite Semester meines Masters an der Alma Mater Sangallensis als Austauschstudent an einer fremdländischen Universität verbringen gewollt hätte, schon während meines Auslandssemesters in Spanien hätte anmelden müssen. Die Frist in der eine Bewerbung berücksichtigt wird endete nämlich am 15. Februar 2006 und damit mehr als ein Jahr vor dem geplanten Antritt erwähnten Auslandsaufenthalts. Dass mir zu diesem Zeitpunkt weder klar war, ob ich nach dem Bakkalaureat gleich ein Masterstudium beginnen wollte, noch ob für den Fall, dass ich dies gewollt hätte die Nebelstadt in der Felsspalte meine erste Wahl gewesen wäre, ist komplett nebensächlich.

Die Idee, verschiedenen Instiutionen, ja sämtlichen Anspruchsgruppen, die man als moderner Mensch so haben mag seine zukünftigen Pläne und Handlungen möglichst lange im Voraus bekannt zu geben, übt eine unglaubliche Faszination auf mich aus. Mit welchen Argumenten kann man zum Beispiel die Forderung eines Krankenhauses entkräften, einen Geburtstermin gefälligst ein Jahr im Voraus zu reservieren? Weshalb melden wir dem Staat unseren Todestag nicht schon heute? Ganz abgesehen von der Höflichkeit, die dies eigentlich gebieten würde - auf einer Geburtstagsfeier verschwinden wir ja auch nicht ohne ein Wort des Abschieds - liesse sich so auch unsere Pension weit besser kalkulieren. Everybody wins!

Auch lange Märsche beginnen mit kleinen Schritten. Ich werde deshalb den Vorschlag einreichen, dass alle Studenten der Universität St. Gallen dieser in Zukunft jede Woche bis Freitag 15:30 Uhr bekannt zu geben haben, wann sie in der folgenden Woche die Toiletten benutzen möchten. Eine effizientere Allokation der Schüsselplätze würde ungekannte Mengen von Brillen und Spülkästen freistellen, mit denen wir dann am Bodensee einen Wasserpark oder auf jeder Strassenlaterne ein Pumpspeicherkraftwerk errichten können.

Sunday, May 28, 2006

Mein Heimatort

Wennst mein Talent kennst
und um meinen Geist weist,
bestätige mir:

In Fernen und Weiten
gibts keinen zweiten
dem Unerreichbaren
irgend vergleichbaren.

Denn der lebt hier!

Wednesday, May 17, 2006

Russen wollen dich!





Es gibt immer ein erstes Mal - so auch beim Erhalt von Spam-Mails auf meinen diversen E-Mail-Konten. Soeben konnte ich stolz meine erste ungewollte digitale Postwurfsendung in meinem virtuellen Briefkasten an der ehrwührdigen Dura Mater Sangallensis in Empfang nehmen, lässt man die ewigen Informationssalven der diversen universitären Vereine, die irgendwie von meiner Existenz erfahren haben, einmal außer Acht.

Ich glaube, ich werde meinen Erstgeborenen Wladimir taufen.


Monday, April 10, 2006

Walding

In Walding, da kennt der Wahn keine Zügel,
Das Wirtshaus steht unten, die Kirche am Hügel,
Und Sonntags da wird dann ein Hang überwunden,
Weil auf dem Hügel ist's höher als unten.

In Walding, da kennt der Wahn keine Schranken,
Es gibt eine Bank, doch es gibt keine Banken,
Weil die Waldinger, wenn mancher auch gut verdient,
Für mehr als eine zu wenige sind.

In Walding, da kennt der Wahn keinen Halt,
Ein jeder wird älter, doch Walding wird alt,
Und am Sportplatz ziehen umher sie die Greise,
Und am Himmel ziehen die Geier schon Kreise.

In Walding, da kennt der Wahn keine Bremsen,
Im Baum sitzen Spatzen, im Tierpark die Gemsen,
Am Tisch sitzen Freunde, im Busch sitzen Feinde,
Nur das Rindvieh sitzt auf der Gemeinde.

Wednesday, April 05, 2006

Diebische Medien


Schon seit geraumer Zeit werden die Medien diverser Vergehen beschuldigt. Bisher standen der Vorwurf der Massenmanipulation, der Vorspiegelung falscher Tatsachen, des Ruf-, sowie in manchen Gegenden der Anregung eines physischen Mordes im Vordergrund, aber nun ist es an der Zeit, von diesen Abgründen aus in die seichten Schlieren der niederen Verbrechen zu waten, sich in die trüben Wässer zu knien und daraus Anklage zu erheben und zwar wegen gemeinen Diebstahls. Die Medien haben uns die schönen Menschen aus dem Alltag entwendet.

Man kann nicht mehr mit einem modernen Massenmedium in Kontakt kommen, ohne nahezu perfekte Kronen der Schöpfung vorgeführt zu bekommen. Egal ob im Fernsehen, in den Zeitschriften oder auf den bunten Plakaten entlang der Ausfallstraßen - allenthalben stolpert der Blick über menschgewordene wohlproportionierte, wohlgebräunte, wohllächelnde Ansehnlichkeit. Damen, die in direkter Erbfolge an den Reizen der Aphrodite Beteiligungen halten, fesseln mit ihrem reizvollen Augenaufschlag unsere Aufmerksamkeit, sodass wir gar nicht merken, wie die Hand zu dem beworbenen Konsumgut greift. Junge Herren schauen uns von den Affichen so sinnlich entgegen, dass wir zuerst an ihrer, im Falle länger anhaltenden Blickkontaktes dann an unserer Heterosexualität zu zweifeln beginnen. Wer in der Welt der Medien lebt, lebt mit der Überzeugung, der Mensch sei tatsächlich als Ebenbild Gottes geschaffen worden.

Wer sich aber bisweilen hinter seinem Fernseher, seinem Versandhauskatalog, seiner ihm als Wohnstatt dienlichen Kühlschrankverpackung hervorwagen muss, verliert den Glauben an jedweden Kreationismus. Wo auch immer wir uns auf die Suche nach den Idealen einer besseren Welt machen - im Hörsaal, im Bus oder im Spiegel -, nirgends sind die Menschen, die wir zu kenne glauben anzutreffen. Stets stoßen wir nur angewidert auf den lähmenden Atem des Gewöhnlichen, der die Realität durchbläst (*). Menschen, die zu groß, meist aber zu klein, zu dünn, meist aber zu dick, und praktisch immer zu unfreundlich sind beherrschen diese und wirken dabei besonders in den Wintermonaten noch kränklich und oft viel zu alt. Von den Schönheiten der Werbung, des Internets und der Boulevardberichterstattung fehlt jede Spur.

In den seltensten Fällen erweckt jemand unser Interesse, der an einen matten Abglanz jener Hochglanzwesen erinnert, doch stets fehlt es an den Proportionen, der Bräune oder dem Lächeln - und wer sich mit ihnen kurz zurückziehen will, um Phantasien nachzugehen, erlebt auch eine unangenehme Überraschung. Selbst wenn man auf Personen des im allgemeinen anderen Geschlechts trifft, bei deren Anblick man sich in glücklicheren Zeiten erfreut "Fesch!" gedacht hätte, so schiebt sich heute nur die Erinnerung an die Bevölkerung der zuletzt überflogenen Publikation zweiter Klasse vor das innere Auge und das stille Kompliment wandelt sich in ein betrübtes "Andererseits ..."

Wie, die gemeinen Bewohner einer gewöhnlichen Welt, müssen somit bei ästethischer Häss- und Durschnittlichkeit darben, während sich ganze Herden von atemberaubend gutaussehenden Menschen auf den immergrünen Weiden der Medienlandschaft tummeln. Ich sage:
Reißt die Zäune ein!
Befreit die Spitzen menschlicher Perfektion!
Lasst die Medien den Schrecken ewiger Verdammnis anheim fallen!
Oder nicht.



(*): Der lähmende Atem der Realität (Beispiel):

Wednesday, March 29, 2006

Italienisch - Romanische Sprache der Verlierer

Indogermanische Sprachen beherrschen die Erde, vom Englischen in Alaska bis hin zum Französischen in Zaire. Praktisch jedes Volk der europäischen Halbinsel hat es in den letzten Jahrhunderten geschafft, zumindest einem auswärtigen Menschengeschlecht sein Idiom aufzuzwingen - mit einer Ausnahme: die Italiener, oft nicht ohne Grund herablassend als Ithaker oder Katzlmocher bezeichnet, haben kein Land der Welt gefunden, in das sie dereinst exportieren hätten können, um heute fröhlich und ohne Heimweh dahin auf Urlaub zu fahren - mit Ausnahme der südlichen Schweiz, die jedoch zur strategisch wichtigen Sommerzeit von Deutschschweizern belegt wird.

Es ist nicht so, dass es die Italiener nicht versucht hätten, aber ihre Bemühungen in Äthiopien kamen erstens zu spät und endeten zweitens in einem Debakel - wofür wir froh sein müssen, denn eine weitere Nation mit der katastrophal nervigen italienischen Art des Betonens unschuldiger Wörter hätte wohl zumindest einen globalen nukelaren Schlagabtausch ausgelöst. Die Italiener haben in ihrer gesamten Geschichte nichts geleistet, worauf sie stolz sein könnten. Das römische Reich ging unter, Christoph Kolumbus wanderte aus und in der Zeit, die zählte war das halbe Land unter österreichischer Herrschaft, bis auf den armen Süden, wo es ohnehin nichts Spektakuläres gibt außer der Heimat der Pizza, die jedoch - unseren heimischen Gaumen angepasst - in Haslach mittlweile besser mundet and in Benevento.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein tapfereres europäisches Grüppchen den Italienern den letzten Rest von Größe nimmt und ihnen eine erfolgreichere Sprache als die ihre aufzwingt. In zwölf Jahren wird Italienische nur eine weitere der vielen romanischen Sprachen sein, die - wie Okzitanisch, Aragonesisch und diese Sprache, von der man nicht einmal mehr den Namen weiß - nicht stark genug waren.

Wednesday, March 15, 2006

Warum der Winter nicht endet

Allenthalben liest man in den letzten Wochen vom Jahrhundertwinter, der nicht enden will, ehe uns nicht Zehen, Haar und Schneidezähne abgefroren sind. Familienväter raufen sich verzweifelt die Glatzen, wenn die Zufahrten zu ihren Garagen über Nacht wieder der Vergletscherung anheim gefallen sind und auf den Autobahnen massenkaramboliert es munter vor sich hin. Die oftmals zornig in die weiße Welt hinausgeblaffte Frage lautet momentan: Wann wird dieses Inferno enden?

Dabei gibt es wenig zu fluchen, wenn man sich die Mühe macht und etwas Recherche betreibt. Das Internet erklärt dieser Tage rasch und mit zweifelhafter Glaubwürdigkeit, weshalb der Winter nun einmal länger dauert, als man es vielleicht von alters her gewohnt ist. Unter der Verwendung des Gattringer-Heisenbergschen Additivitätsprinzips verläuft die Beweisführung folgendermaßen:

Jede Jahreszeit besteht in ihrem innersten aus Monaten, die wieder in Woche aufgesplittert werden können. Die Wochen werden mit wenigen Ausnahme, die statistisch vernachlässigbar sind, aus Tagen zusammengesetzt, woher sich auch deren Name - Wochentage - ableitet. Somit besteht jede Jahreszeit aus verschiedenen Tagen.
Der Einfachheit des Modells zuliebe unterteilen wir das Jahr in unserer Überlegung in zwei Jahreszeiten, Winter und Sommer, die wiederum als aus diskret im Sinne von verschwiegen verteilten jahreszeitspezifischen Tagen bestehen. Zu den Tagen zählen, wie bereits erwähnt, die Wochentage; weiters schlagen wir dieser Klasse von Elementen auch noch die Feiertage, sowie einige besondere Tage mehr zu, um die Gesamtmenge an Tagen qualitativ beschreiben zu können, was uns einen ganzen Haufen an empirischer Tagforschung erspart. In unserem Modell besteht somit der Winter aus diversen Winter-, der Sommer aus den unterschiedlichsten Sommertagen.

Weiters nehmen wir an, dass es für das Mitteilungsbedürfnis von Menschen im groß Geschriebenen und Ganzen gleich ist, ob der zu berichtende Vorfall im Winter oder Sommer geschehen ist, sowie dass das Vorfallen von Vorfällen vor allem von der Tagesart, nicht jedoch von der Jahreszeit abhängig ist.

Nachdem wir so das solide theoretische Fundament gelegt haben, beginnen wir nun mit der technischen Datenerhebung. Da das Internet ohnehin aus einem Bunker dreihundert Meter tief in der kargen Scholle des Firmensitzes von Google gesteuert wird, beschränken wir uns hierzu auf selbige Suchmaschine und erheben durch die Eingabe der jeweiligen jahreszeitbezogenen Tagesdaten deren absolute quantitative Häufigkeit in der Grundgesamtheit allen möglichen, denn was nicht im Internet zu finden ist, existiert per definitionem nicht.

Die Ergebnisse verarbeiten wir zu einer hübschen Tabelle und erstellen daraus ein Diagramm, auf dessen x-Achse der jeweilige Tag abgetragen wird, wohingegen die y-Achse die korrespondierende Trefferanzahl misst. Nun addieren wir noch die Zahl der Tage für den Winter, sowie jene für den Sommer und kommen zu folgendem Ergebnis:

Wintertage: 2625 Nennungen
Sommertage: 2322 Nennungen

genauer:

Wintermontag
43
Winterdienstag
11
Wintermittwoch
5
Winterdonnerstag
3
Winterfreitag
9
Wintersamstag
1730
Wintersonntag
472
Wintergeburtstag
112
Winterfeiertag
239
Winterchristtag
0
Winterlandtag
1


----

Sommermontag
39
Sommerdienstag
72
Sommermittwoch
7
Sommerdonnerstag
21
Sommerfreitag
43
Sommersamstag
199
Sommersonntag
1430
Sommergeburtstag
136
Sommerfeiertag
374
Sommerchristtag
0
Sommerlandtag
1


Damit ist erklärt, weshalb der Winter in Zeiten der weltumspannenden Kommunikation um ein gutes Siebtel länger dauert: da das Mitteilungsbedürfnis unserer Mitmenschen in der kalten Jahreszeit nicht ansteigt (sog. "Waschtrog-Axiom"), kann die höhere Zahl der Fundeinträge für Wintertage nur durch deren größere Menge erklärt werden. Oder, in den Worten eines Franz-Josefs-Ländischen (Friedens-)Nobelpreisträgers: "Es muass hoit so sei!" bzw. "Es is hoit afoch aso!"



Im übrigen untersagte Erzherzog Karl auf dem Winterlandtag 1580 in einem Dekret vom 10. Dezember den österreichischen Bürgerschaften die Ausübung der evangelischen Religion, hatte diesen Beschluss jedoch später aufgrund des heftigen Widerstandes der Stände zurückzunehmen.

Monday, February 27, 2006

Falls du hin willst ...

Universidad de Navarra – Pamplona – Spanien
Erfahrungsbericht

Land und Leute

Pamplona, die Hauptstadt der Comunidad Foral Navarra, liegt im Norden Spaniens, sehr nahe am Baskenland, was sich u.a. daran bemerkbar macht, dass in der Gegend Baskisch zweite Amtssprache ist und deshalb sämtliche offiziellen Schilder und Dokumente zweisprachig gehalten sind. Praktisch spricht aber nur ein sehr geringer Anteil der Menschen Baskisch, mit Ausnahme der Studenten aus dem erwähnten Baskenland, und die, welche es tun, sprechen Spanisch mindestens genauso gut, ganz im Gegensatz zum Englischen, welche – wenn überhaupt – nur sehr schlecht gesprochen und verstanden wird. Zumindest Grundkenntnisse der spanischen Sprache sind daher meiner Meinung nach unabdingbar für ein erfolgreiches Austauschsemester. Die gute Nachricht: der lokale Dialekt ist der Schriftsprache sehr nahe!
Pamplona liegt in einem Becken, der Cuenca de Pamplona, das von mittelhohen Bergen umgeben ist. Diese bieten einerseits Gelegnheit für Wanderungen und sorgen andererseits für ein sehr trockenes und generell gutes Wetter, wenngleich die Temperaturen – Gott sei Dank – nicht an die Kastiliens oder Madrids heranreichen.
Obwohl die Einwohner des Nordens von den weiter im Süden lebenden Spaniern als unspanisch verschlossen bezeichnet werden, habe ich sie als offen, freundlich und sehr hilfsbereit empfunden. Allerdings nach zwei Jahren Studium in der Schweiz …
Die katholische Kirche hat nach wie vor einen großen Einfluss in Pamplona und Navarra. Hier wurde das Opus Dei gegründet und hier hatte Franco seine einzige Bastion im ansonsten tiefrepublikanischen Nordspanien mit Ausnahme Galiziens.
Eine gewisse Vorsicht ist bei manchen politischen Themen geboten. Die Bereitschaft, über Themen wie die baskische Unabhängigkeit, den ETA-Terror oder auch den spanischen Bürgerkrieg zu diskutieren ist von Spanier zu Spanier recht unterschiedlich. Was vorletzteren angeht, darf man beruhigt sein – das letzte Attentat mit Todesfolge der baskischen Untergrundorganisation liegt mehr als 1000 Tage zurück.

Die Universität

Die Universidad de Navarra ist keine öffentliche Universität, sondern gehört dem Opus Dei, von dem sie auch geführt wird. Das merkt man, wenn man nicht in einem Studentenheim der Universität lebt, hauptsächlich an dem hohen Anteil an weißbekragten Priestern, die auf dem Campus herumirren. Ansonsten wird auf Bekehrungsversuche generell verzichtet.
Die Gebäude sind samt und sonders ganz modern und sauber, stehen jedoch zum Teil etwas weit auseinander. An den Eingängen befinden sich kartenleserbewehrte Drehkreuze mit Portieren. In erstgenannte hat man als Student eine ID-Card einzuführen, wodurch einem erst Zugang zu den inneren Heiligtümern gestattet wird. Als Austauschstudent muss man die ersten ein bis zwei Wochen ohne diese Karte zubringen und die Portiere in gebrochenem Spanisch um Einlass bitten. Die meisten Kurse wird man als Austauschstudent der HSG im Edificio de Ciencias Sociales (Cc.Ss.) haben, einem Gebäude, welches bisweilen treffend als „Bunker“ bezeichnet wird.
Die Kurse sind prinzipiell auf Spanisch, saisonabhängig werden verschieden wenige Kurse auf Englisch angeboten, in denen man – da Spanier ihre eigene Sprache bevorzugen – als Austauschstudent meist unter sich ist. Das Niveau, sowohl der spansichen, wie auch der englischen Kurse variiert relativ stark, ist aber im Durchschnitt um einiges unter dem heimatlichen Standard anzusetzen. Skripten gibt es meist nicht, nur eine zentrale Kopierstelle für die gern benutzten Case Studies. Generell wirkt vieles etwas improvisiert bis chaotisch, aber mit etwas Eigeninitiative und Fatalismus findet man seinen Weg. Im Zweifelsfalle gilt – vor allem in den spanischsprachigen Kursen: Den armen verwirrten Austauschstudenten ins Feld führen! Spanier sind nämlich recht hilfsbereit. Weniger Unterstützung sollte man sich vom Koordinator für die Austauschstudenten, einem Amerikaner, erwarten, der zwar immer sehr freundlich und unterhaltsam, aber auch etwas faul ist.
Die Universität sieht sich übrigens als eine der führenden in Spanien – der Grund, wieso die HSG ein Austauschprogramm mit ihr hat. Deshalb trifft man an der Universität auch auf Studenten aus allen Teilen Spaniens, sowie zahlreiche Lateinamerikaner.

Praktische Hinweise

Anreise:
Pamplona besitzt nur einen kleinen Regionalflughafen, auf dem die Iberia ein Monopol hat und deswegen kriminelle Preise ab Deutschland und Österreich einhebt. Von Schweizer Flughäfen ist die Direktanreise um einiges kostengünstiger. Andernfalls empfiehlt es sich, mit einem Low-Cost-Carrier einen der Flughäfen in der Umgebung anzusteuern. Bilbao (Air Berlin, Fly Niki) ist mit dem Bus zwei Stunden, Zaragoza (Ryanair) ebenfalls zwei und Barcelona (SkyEurope) fünf Stunden entfernt. Generell ist der Autobus das Verkehrsmittel für Reisen innerhalb Spaniens, da die Eisenbahn schlecht ausgebaut und teuer ist. Überdies liegt der Busbahnhof mitten in der Innenstadt.
Wer ein Auto hat und damit anzureisen überlegt, dem sei ausdrücklich dazu geraten. Pamplona ist trotz seiner 200.000 Einwohner zu klein, um dort ein Semester lang Neues zu entdecken und die Umgebung lockt mit viel Sehenswürdigem und einer sehr schönen Landschaft. Wer auf dergleichen aber keinen Wert legt, der braucht auch nicht unbedingt ein Auto.

Wohnen:
Eine Wohnungssuche ist sinnvoll fast nur vor Ort möglich. Deshalb sollte man für die ersten paar Nächte in einem günstigen Hostal (z.B. Escaray, Abodi oder Mesón del Barro) reservieren und sich dann anhand der haufenweise an Laternenmasten zu findenden Anzeigen auf die Suche nach einem WG-Zimmer machen. Wer gleich eine ganze Wohnung für drei oder vier Personen sucht, kann auch bei den Kleinanzeigen im Diario de Navarra oder anderen Zeitungen fündig werden. Zwar liegen auch auf der Uni Listen von freien Zimmern und Wohnungen auf, diese sind allerdings im Allgemeinen nicht sehr aktuell und die Zimmer bei Semesterstart schon vergeben. Die Studentenwohnheime (Colegios Mayores) werden von Opus Dei geleitet und weisen dementsprechende Regeln auf, z.B. Anwesenheitspflicht ab 23 Uhr abends. Darüberhinaus ist die Mindestmietdauer ein Jahr. Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnungen existieren praktisch nicht. Die Mieten sind relativ hoch, genau wie die Häuser, weshalb mit Mitekosten von normalerweise € 250 bis € 300 zzgl. Nebenkosten gerechnet werden muss. Ideales Wohnviertel für Studenten ist Iturrama, welches direkt zwischen Uni und Altstadt liegt.

Essen:
Im Gegensatz zu unserer geliebten Universität praktiziert man an der UNav hinsichtlich der Gastronomie den freien Wettbewerb. Die diversen Comedores werden von unterschiedlichen Betrieben geführt und variieren deshalb hinsichtlich Angebot und Preise, letztere weisen aber ein akzeptables Niveau auf. Empfehlenswert fürs Mittagessen ist z.B. das Faustino im Edificio Central (die Speisekarte liegt – etwas versteckt – auf dem Tresen!). Der größere Comedor neben dem Architekturgebäude bietet ein preisreduziertes Mittagsmenü an, jedoch ist stets eine Komponente ungenießbar.
Die Imbisskultur ist in Pamplona noch schlechter verankert, als in St. Gallen. Während man hierzulande zumindest noch eine Bratwurst im Vorbeigehen erwerben kann, ist man dort auf die Filialen intenationaler Fast-Food-Ketten angewiesen.
Wer sicher gehen will, kauft in einem der diversen Supermärkte (Eroski, Caprabo, Carrefour) ein und kocht selbst.

Nachtleben:
Pamplona erreicht in dieser Hinsicht nicht ganz das Niveau mancher anderen spanischen Städte und ist schon gar nicht mit Madrid oder Barcelona vergleichbar. Dennoch wird einem so schnell nicht langweilig, gerade wenn man aus St. Gallen kommt. Die Stadt bietet eine reiche Auswahl an Bars, die in der Altstadt zum Teil leicht bis stärker baskisch-nationalistisch angehaucht sind. Iturrama dagegen weist aus irgendeinem Grund eine hohe Dichte von Irish Bars auf. Ein ziemlich beliebtes Lokal ist das „Los Portales“ am Rand der Altstadt, wo man von Donnerstag bis Samstag an jedem Abend Bekannte treffen wird, sobald man welche in Pamplona hat. Ab drei Uhr ist dann auch in den Clubs der Stadt langsam etwas los.

Weitere Informationen

http://www.unav.es/
http://www.pamplona.es/
http://www.vivirenpamplona.es/ (Gratiszeitung der Stadt)
http://www.diariodenavarra.es/

Wer diverse Bilder von der Stadt sehen möchte ist herzlich eingeladen, mir zu schreiben und mich um meinen 10 MB großen „Paseo por Pamplona con D. CWG“ als Pdf-File zu bitten. Auch für zusätzliche Auskünfte stehe ich natürlich prinzipiell gerne zur Verfügung.

Friday, February 24, 2006

Auribus Admonitione

Manchmal möcht ich singen, wie der Vogel auf dem Ast,
wenn mein Leben ganz im Groben zwischenzeitig passt.
Wenn die Grundstrukturen meines Daseins im Prinzip,
abseh- annehmbar mir scheinen, ist mir Singen lieb.

So süss, wie der Zucker in meinem schwarzen Tee des Morgens!