Tuesday, January 18, 2011
Korporal
Doch weiss, dass ich Dort überschätz
Und werde zugrunde mich richten
Wenn ich nur hin und her hetz
Früher war besser, nur früher
War früher ein freudloses Jetzt
Die Freud ist ein steter Bemüher
Der sich dem Jetzt widersetzt
Ihr anderen könnt mich nicht locken
Doch ohne Euch bin ich allein
Cholera, Pest oder Pocken
Was darf es heute sein?
Sunday, January 09, 2011
Agent Orange
Da sitzen‘S und schreiben‘S die Nacht da vorm Bildschirm zu Tag.
Ihre Stirn glänzt vor Schweiß. Ihr Atem kommt röchelnd.
Ihren Husten ertrage, wer mag.
Einhundert Affen!
An Schreibmaschinen. Zur Not auch auch vor Netbooks gespannt.
Die schreiben wie Sie. Aber hundertmal besser.
Die schreiben Sie glatt an die Wand.
Nur eine Banane!
Nur ein einziges Früchtchen frisst so ein Aff in der Stund.
Und da sitzen Sie, talentlos und teuer.
Und staunen mit offenem Mund.
Gatterer! Horchen’S!
Wechseln’S die Branche! Ins Bergwerk sollten Sie fahr’n.
Und als Forstarbeiter kommen’S doch weiter.
Als Sie im Schreiben je war‘n.
Muss es doch sein?
Müssen’S doch schreiben? Dann schreib‘n’S einen Selbsthilfeband.
„Mit Rap zum Erfolg“ oder „Leichter durch Selbstmord“,
„Wir basteln aus Spritzen Gewand“.
Ansonsten Goodbye.
Beantragen’S bitte die Notstandshilfe noch heut.
Was Sie fabrizieren, das liest doch kein Schwammerl. Das lesen’s doch niemals.
Die Leut.
Saturday, December 11, 2010
Glatt. Fast.
Mit lauter Pensionisten,
Die heut' am Zwölfer Freifahrt ham,
In seinen weißen Kisten.
Das Zwölfer-Tram, das steht im Stau,
Mit all den andern Zwölfen,
Die Sonne heizt vom Himmelblau,
Und niemand kann uns hölfen.
Erst steht nur eine Garnitur,
Doch bald schon steht die zwölfte,
Schau an, selbst auf der Schweizerflur,
Klappt manchmal nur die Hölfte.
Saturday, December 04, 2010
Wien, bezirkungsweise die Bundeshauptstadt
Wednesday, October 13, 2010
Ungehöriges zur Nacht
Auf Basis meiner breiten Erfahrung mit Menschen, die nur durch eine dünne Wand von mir getrennt kopuliert haben, zeigt sich hier ein eklatanter Unterschied zwischen Mann und Frau. Mein deutscher Wohnungskollege in Pamplona hatte eines Nachts den Entschluss gefasst, seine Freundin zu hintergehen - mit einem blonden Ungetüm mit dem Charme einer weitläufigen Spitalszufahrt.
Anderntags bat er mich zum einen, seinen Fehltritt niemandem anzuvertrauen - eine Verpflichtung, die ich nach Fünfjahresfrist als erloschen betrachte. Zum anderen verlieh er der Hoffnung Ausdruck, sein frühmorgendlicher Walkürenritt hätte mich nicht aus meinen Träumen gerissen. "Ich habe geschlafen wie ein betäubtes Baby", gab ich zurück. Auch dies war ungelogen. Der in seinem Stolz gekränkte Sünder zeigte sich enttäuscht. "Wir waren aber ziemlich laut", protestierte er. Ich konnte nur mitleidig den Kopf schütteln.
Vielleicht dämmen Schweizer Türen auf den entscheidenden Frequenzspektren gleich den massiven Mauern österreichischer Altbauten. Vielleicht hat mein ruhendes Hirn weiland das Quietschen spanischer Federn als den Hilferuf eines verschreckten Mäuschens ignoriert. Sicher ist nur eines: Wer etwas gehört hat, behält es besser für sich.
Saturday, August 28, 2010
Hinter Buchen
Im Wald. Sie werden zerhackt.
Die Axt und der Stock. Hinter Buchen und Föhren.
Sie nicken geschäftig im Takt.
Und wenn sie die Kleinen zerschlagen haben.
Ihr Hirn. Zum Futter den Krähen.
Wem werden sie sich in den Magen graben?
Die Schneide. Wes Fleisch wird sie sehen?
Verirrst dich auch du auf klebriger Lichtung?
Das Blut. Die Hände dir klamm.
Die Knochen zu Gries in hüfthoher Schichtung.
Die Axt. Sie lauert am Stamm.
Ich kann deinen Schrei hinter Buchen hören.
Dein Fleisch. Zersäbelt im Wald.
Die Axt und der Stock. Deinen Körper zerstören.
Auch mich zersäbeln sie bald.
Saturday, August 07, 2010
Friday, May 21, 2010
Thursday, May 06, 2010
Athen
Ich hab die Birn' vermummt
Ich werf den Brandsatz
Mir ist das Hirn verstummt
Ich werf den Pflasterstein
Auf die Feuerwehr
Da darf kein Wasser rein
Da muss nur Feuer her
Die Flammen lodern auf
Ich bin ein Menschenfreund
Und nehm es froh in Kauf
Wenn's ein paar Menschen bräunt
//Melodie selbst wählen.
Sunday, April 25, 2010
Tuesday, April 20, 2010
Seriell
So deucht es mich ein Phänomen
Dass allen Damen miteinander
Mit denen's nicht hat wollen sein
Ein Bruder ist, nicht voll, doch klein
Mit Namen Alexander
Drum falls ihr grade Eltern werdt's
Und es ein Sohn wird, schont's mein Herz
Und nennt's ihn Erich
Da dank euch sehr ich.
Saturday, April 10, 2010
Schleife
so liegt man.
Und so wie man jettet,
so fliegt man.
Und wenn man als Quelle,
die Wasserfälle,
Allzu gut überflutet,
versiegt man.
Monday, March 29, 2010
Saturday, February 06, 2010
Haus in Wien 15
sie sprechn kaum deitsch oba sie bereichan uns ungemein
und wonns im vorhaus an hamml schlachtn
und um fünfi gen mekka schmachtn
denk i ma kuntat d stodt nu a weng bunter sein?
uns hausmasta
klaus hasta
schreit donn meist: aus gfrasta!
er liebt seine türkn wiewohl ausländer mog a gern
er soagt sich um sie und wü sie in loga sperrn
traamt vun ana zeit die zum glick längst fagessn is
und hot meist an sitzn grod seitdem er gsessn is
togsüba sitzta in da wirtschaft im hochparterre
dorthin kräut jeda sandla im hieb aus seim loch daher
dort saufens dann alle in de rauchign nebelschwadn
und hoin si zum lungenkrebs a nu an leberschadn
und wann mis gfüh beschleicht
i hob ned vü erreicht
gib i ma de gala bis dass jeda besoffn is
und waas dass de skala a owizua offn is
de zwa hawara drüba in da erstn etasch
zöhn scho seits zwöfe woan nua zua bagasch
ma siagts an da eckn
sie fakaufn tablettn
die die apothekn
nia im angebot hättn
sie feian bis fünf und si schlofn bis hoiba fia
und importiern aus afghanistan ganz ohne zoibapier
ob und zua homs gnuag göd fia de serbin im zweitn stock
ma siagts oft am gehsteig oba nia mit am breitn rock
sie is a arms madl dessn schicksal mich dauert
oba ned sovü dass i ned a zu ihr schauert
an leerstand hamma im drittn stock obm
wei eam homs eingnaht und sie hobms begrobm
s kind is im heim
da hund is jetzt leim
und sunst mecht eh kana des ratznloch hobm
drüba wohn i und do drübe da franz
eine kapazität auf dem gebiet der finanz
er woa mitoabeita bei da gewerkschaftsbank
und wann de behörden net so genau hergschaut habm
hot da franzl gschwind a poa milleonen faschobm
drum wohnta in unsam haus hoid a ganz obm
doch er woa a klans radl des beim deal ned vü z gwinnan hat
drum stehts penthouse in fünfhaus und ned in da innan stadt
so fagengan de tog und mia fagehts won i s siag
meine grindign nochban und mein schiachen beziak
wer reich is reisst o noch pfaduz und maderia
i bleib im fuchzehntn und daher kheria
Saturday, January 16, 2010
Minimum
Sollt ma manen,
Do mit anem,
Fliagt des Medl,
Mitm Schedl,
Volle Wesch do,
An de Budl,
Sie liegt fesch do,
Und I hudl,
Dass de Leich voam Oat faschoat is,
Nu bevoa de Leich dastoat is.
Wednesday, January 06, 2010
Tagwache
Ungezähmt voll Freiheitsgier,
Lagert ihr auf bleicher Kuppe,
Einem Wald gleich über mir.
Keine Hundertschaft von Zähnen,
Die euch ihrer Wege führt,
Nie soll Euer Herr sich wähnen,
Wer nicht an zwei Klingen rührt.
Nach der Dusche jeden Tages,
Werd ich Eurer Kraft gewahr,
Und ich singe, denn ich mag es,
Diese Ode an mein Haar.
Friday, January 01, 2010
Durchs Jahr 2010 mit den ÖBB – eine Prognose
Das neue Jahr beginnt für die ÖBB mit einer lange ersehnten Erfolgsmeldung: beim Vortrieb des Koralmtunnels stößt man auf Lapislazuli. Die Ergiebigkeit des Flözes gestattet die Anfertigung einiger exklusiver Schmuckstücke, wie ÖBB-Personenverkehr-Chefin Gabriele Lutter bei einer Pressekonferenz strahlend bekannt gibt. Auch ihre blauen Ohrringe strahlen. Durch überfrierende Nässe auf einigen besonders steilen Gleisabschnitten im Wienerwald kommt es auf der Westbahn zu Verspätungen zwischen 30 und 120 Minuten.
Februar
Spielende Kinder errichten einen Schneemann auf den Gleisen der Semmeringbahn. Der Zugsverkehr zwischen Wien und Graz kommt zum Erliegen. Für Reisende aus der Steiermark wird ein Schienenersatzverkehr nach Mariazell eingerichtet. Dort besteht Anschluss an die Museumsgarnitur „Ötscherbär“ der Mariazeller Bahn.
März
Im Dezember des Vorjahres verursachten eingeschneite Weichen ein Verkehrschaos im Großraum Wien. Infolge unvorhersehbaren Tauwetters kommt es an den Anlagen nun zu Korrosionsschäden. Flugrost setzt sich auf den Schienen der näheren Umgebung fest. Sämtliche Züge aus den Bundesländern enden bis auf weiteres an der Wiener Stadtgrenze, wo ein Schienenersatzverkehr mit eilig angelieferten Citybikes gewährleistet wird.
April
Starke Regengüsse unterspülen die Gleise der Westbahn zwischen Neulengbach und Purkersdorf-Sanatorium. Verspätungen von 40 bis 160 Minuten sind die Folge. Um die Instandsetzung bilanzneutral finanzieren zu können, engagiert die ÖBB Infrastruktur AG einen externen Berater in der Person Karl-Heinz Grassers, der infolge eines Murenabgangs dringend einen neuen Kitzbüheler Bauernhof benötigt. Erster Schritt: der Sitz der ÖBB Holding AG wird nach Aruba verlegt. Die entsprechende Pressekonferenz findet im Wiener Palmenhaus statt.
Mai
Das ausufernde Defizit der ÖBB schreit nach einschneidenden Maßnahmen. Im Rahmen eines Sale-and-Lease-Back-Verfahrens wird die Überwachungszentrale für den heimischen Zugsverkehr an die „staatsnahe“ iranische Holdinggesellschaft Ahmadinedsch-AG verkauft. Die Erlöse sollen in neue Dienstwägen investiert werde. Im operativen Betrieb läuft derweil kurioserweise alles nach Plan. Bitter: nach einer jubelnden Presseaussendung der ÖBB übergibt die deutsche Bahn einige Garnituren bewusst verspätet an der Grenze.
Juni
Schlechte Nachrichten für die Passagier des Railjet 68 „Spirit of Bohemia“ von Wien nach München: sechs der sieben Waggons sind ab Linz für die Mitglieder der ÖBB-Eisenbahnerkapelle reserviert, welche in Bayern ein Benefizkonzert für Labradors mit Borderline-Syndrom gibt. Schlechte Nachrichten für den österreichische Zugverkehr: nachdem eine Basstuba beim Einsteigen auf dem Bahnsteig vergessen wurde, muss die Garnitur in Salzburg gedreht werden und fährt nach Linz zurück. Auf der Westbahn kommt es zu Verspätungen zwischen 90 und 200 Minuten.
Juli
Im Sommerloch stürzt sich die österreichische Presse auf den Beratungs-Deal mit Ex-Finanzminister Grasser. Unter medialem Druck löst die Bundesbahn den Vertrag gegen eine Einmalzahlung von zwölf Millionen Euro. Zur Finanzierung werden sämtliche Park-and-Ride-Anlagen der S-Bahn-Haltestellen im Wiener Umland auf dreißig Jahre an lokale Asphaltstockschützen-Vereine verpachtet.
August
Ein Jahrhundertsommer mit Temperaturen von bis zu dreißig Grad kommt über das österreichische Bahnnetz. Zahlreiche Schienenstränge reißen in der extremen Hitze. Gleichzeitig sind unerwartet viele ÖBB-Bedienstete im Urlaub (interne Diktion: „Freizeitbeschaffungsmaßnahmen“), sodass die Instandsetzungsarbeiten auf den Spätherbst verschoben werden müssen.
September
Die neue Dienstwagenflotte ist eingetroffen. Bei einer Pressekonferenz im Marmorsaal der Hofburg betont ÖBB-Pressesprecher Herbert Ofner stolz den geringen Spritverbrauch der Limousinen auf Überlandstrecken. Ofner: „Da werden sie auch hauptsächlich gebraucht.“ Kurz vor Semesterstart solidarisieren sich einige in Umschulungen befindliche Eisenbahner mit protestierenden Studenten und besetzen das Bildungszentrum der ÖBB in St. Pölten/Wörth.
Oktober
IC 501 „Paid by Joe“ von Linz nach Graz ist aufgrund überalterten Rollmaterials ohne eine einzige benützbare Toilette unterwegs. In seiner Notdurft betätigt Passagier Kurt Wabitsch, ASVG-Pensionist aus Gleisdorf, kurz nach Leoben die Notbremse. Die Murtalstrecke bleibt drei Stunden lang gesperrt. Wabitsch landet mit Verdacht auf Blasenriss in der Notaufnahme des LKH Mürzzuschlag.
November
Eine neue Maßnahme zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit tritt in Kraft: bei Verspätungen von mehr als 120 Minuten wird der Zugbegleiter in Zukunft über die Bordlautsprecher sein Bedauern ausdrücken. Zwischen Amstetten und St. Valentin verliert EC 162 „Schwarzes Loch“ infolge eines Türdefekts das mobile Bordbistro. Weil sich spielende Kinder an den herumliegenden Süßigkeiten delektieren, müssen Züge zwischen Linz und St. Pölten über Kirchdorf an der Krems und die Gesäusebahn umgeleitet werden. Der Zugbegleiter drückt über die Bordlautsprecher sein Bedauern aus.
Dezember
Probleme beim Bau des Brennerbasistunnels: durch einen Pilotagefehler an einer Tunnel-bohrmaschine beschreibt die Röhre nun einen Knick nach Osten und endet im Zillertal. ÖBB-General Peter Klugar betont im ORF-Interview die wachsende Bedeutung der internationalen Logistikachse Kopenhagen – Berlin – Innsbruck – Mayrhofen – Jenbach – Innsbruck. Indes wird sich das neue Jahr für ÖBB-Kunden aus betrieblichen Gründen um etwa 140 Minuten verspäten.
Thursday, December 31, 2009
2009 - ein Rückblick
Mit fast vierhundert Tagen,
Von denen jeder einzigar-
Tig war, wie alle sagen.
Der Wochen zweiundfünfzig Stück,
Und doch nie zwei zur gleichen,
Zeit, fürs Jahr ein großes Glück,
Die Zahl würd sonst nicht reichen.
Ein Jahr wie dieses letzte Jahr,
Wird Gott nie wieder senden,
Und es begann im Januar,
Und heute wird es enden.
Tuesday, December 29, 2009
Nächster Halt
Dieser Rastlosigkeit unserer zu ihrer eigenen Überraschung plötzlich aller Sorgen um Nahrung und Schutz vor der grausamen Natur entledigten Ahnen, verdanken wir die Bedürfnispyramide, deren steile Wände wir alle unsere Leben lang hinaufkraxeln dürfen, getrieben von der Peitsche, die unsere eigene innere Stimme schwingt zum Rhythmus eines gemeingesellschaftlichen Chores von Stimmen, die beständig wiederholen: "Mach etwas aus dir!". Am lautesten schreien unsere Eltern. Mehrmals rasch wiederholt klingt der Satz aus ihren Mündern wie eine Dampflok des frühen 20. Jahrhunderts.
Wenn ich nicht die Verpflichtung hätte, etwas aus mir zu machen, indem ich jahrelang einem möglichst hochrangigen Diplom einer anerkannten staatlichen Hochschule nachlaufe, um die folgenden Jahrzehnte einem Pendel gleich zwischen Schlaf- und Arbeitsplatz hin und her zu schwingen, würde ich mein Leben damit verbringen, an den Verfehlungen meiner Psyche herum zu laborieren, bis ich als befreiter Greis einst den letzten Weg antreten kann. Im Ausgleich für den solcherart verschuldeten sozialen Produktivitätsverlust würde ich mich allein von Hirsekorn ernähren.
Allein, es kann nicht sein. Die Gesellschaft, das heißt ihr bornierte Ansammlung intellektueller Ausschussware, zwingt mich, meinen Traum aufzugeben, um stets beinahe zerquetscht zwischen dem kleinbürgerlichen Familienideal zweier mit allen Konsumgütern der Welt nicht zu stopfender Mäuler und einem bleischweren Hamsterrad, dessen klemmende Nabe mit zwanzig Spannen meiner Hand nicht zu durchmessen wäre, irgendeiner wässrigen Karotte hinterher zu laufen.
Allerdings esse ich dabei besser.
Wednesday, December 02, 2009
Wednesday, November 25, 2009
Paläste
Tuesday, November 24, 2009
Saturday, November 21, 2009
Österreich
Faschwind'n bei uns schnölla,
Wei die Kinda im Souterrän,
Sunst nix zum Futtern hätt'n.
Monday, November 16, 2009
Insulin
Mich allein mit Schweinegrippe?
Wenn sie mich jetzt niederspritzen
Kann ich doch nie wieder sitzen.
//Homöpathische Dosis
Saturday, October 31, 2009
Display
Tuesday, October 20, 2009
Monday, October 19, 2009
The Subway Seal of Excellence
Ich dagegen habe beschlossen, mein Privatleben einer Exzellentinitiative zu unterziehen. Wenn ich einen kritischen Blick auf mein Dasein werfe - selten genug kommt das vor - offenbaren sich mir in vielen Bereichen Verbesserungspotenziale. Natürlich spreche ich nicht von den großen Themen wie Arbeit, Liebe und genereller Zufriedenheit. Diese Züge - längst abgefahren - können nur auf der Draisine der kleinen Dinge eingeholt werden.
Deshalb widmet sich meine erste Exzellenzinitiative dem U-Bahn-Fahren. Ich möchte ein perfekter Passagier der Wiener Linien werden, ein Vorbild für Alt und Jung in Bewegung und das Idol jedes stickigen Waggons. Es ist kein leichtes Vorhaben. Ich werde auf der Rolltreppe noch weiter rechts stehen müssen, alten und behinderten Personen noch mehr Sitzplätze überlassen und Bettlern und übrigem Gesindel noch weniger Geld zustecken müssen. In letzterem Fall denke ich sogar daran, mir bisweien ein ein paar Münzen aus den hingehaltenen Hüten zu schnappen.
Wenn du also in naher Zukunft einen in der U-Bahn siehst, der keinen Alkohol konsumiert und auch keine Nahrungsmittel, der nicht übel riecht und keine Kurzgeschichten auf die Sitzbezüge kritzelt, der sich nicht rüde durch die Massen drängelt, um den Wagen rechtzeitig zu verlassen, der keinen Kinderwagenplatz blockiert, keine Gratiszeitungen am Boden verstreut und nicht das erbärmlich seichte VOR-Magazin von seinen Haken stibitzt, dann bin das ich. Viel Spaß bei der Suche!
Friday, October 16, 2009
Tuesday, October 13, 2009
Sunday, September 27, 2009
Profitable Klagen Wagen
Ist die Zeit des Monologs,
Dachte sich der Dichter fleißig,
Ein Geleitwort aus und zog's,
Aus dem Hirn sich in die Tasten,
Lastenfrei die Stirn entleert,
Hat gewittergleich er zitternd,
Bitterlich sich reich beschwert.
Tuesday, September 01, 2009
Ratings Gold
Arbeit ist ein Luxus, den ich mir total versag'
Ich leb' von Luft und Liebe und Kapitalertrag.
Ich führ ein Hundeleben,
Könnte Stunden reden,
Ich verspritz mein Gift und verwunde jeden.
Gähn noch nicht, denn ich hab große Pläne,
Ich hobel Späne
Und zeig die Zähne.
Ich will Südtirol freikaufen
Dabei saufen
Und mit der Bozner Polizei raufen.
Ich will den Status
Des Adlatus
Von Pontius Pilatus
Gang in Bärn ufs Rathus,
Schütt jäds Chindli mit däm Bad us.
[...]
Monday, August 10, 2009
Die Unterhaltung plätschert dahin
Am WC
Und loss' rinna.
Werd I je
Die Frau für's Lebm
Find'n kinna?
I hob beim Grobm ah-
Foch ka Glick
Am Pissoah obm Do
Treibt a Tschick.
De bsundan Fraun san oi-
Wei Ondaswo
Soid mi ned wundan wei I steh
Am Herrnklo
Du-du-du ...
Friday, July 10, 2009
Monday, July 06, 2009
Vom Biss in den Löwenzahn
Hab Erbarmen, Herr, und schick,
Mit dem Wind ein Sturmgewitter,
Brich den Kopf mir vom Genick!
Deiner Schöpfung höchste Triebe,
Wünsch ich von der Erde fort,
Für mich ist die Nächstenliebe,
Nichts mehr als ein leeres Wort.
Jede Stunde, die ich wache,
Weiß ich: Dies Volk ist nicht meins.
Herr, vergib mir, wie ich lache,
Ob der Seichte ihres Seins.
Vierundzwanzig Jahre reichen,
Die der Mensch mich kochen lässt,
Töte mich und meinesgleichen,
Oder besser noch: den Rest!
Tuesday, June 30, 2009
Halbjahresbilanz
Auch mich hält es nicht mehr wirklich bei mir. Als Kind wollte ich Dinosaurierforscher werden, aber bisher habe ich nur den Posten eines Hilfserstellers langer Präsentationen erlangt. Immerhin hat sich der Verkauf meiner Träume finanziell bezahlt gemacht, zumindest nach österreichischen Maßstäben. Jedes Monat kann ich mir ein weiteres leisten. Überhaupt geht mir das Land auf den Geist. Das ist bitter, aber ich habe meine rumänische Rapmusik, um mir ein Flair Exotik und Zigeunerbaron in mein frisch geputztes Zimmer zu holen. Zusätzlich zu dem frisch geputzten Schränkchen.
Vielleicht sollte ich so intime Geheimnisse nicht im Internet preisgeben. Immerhin, so der Tenor der auf mich aus den Medien einstürzenden Umwelt, kann das alles später einmal gegen mich verwendet werden. Man stelle sich vor: Walter Gatterer (Künstlername), vom Hilfsersteller langer Präsentationen zum internationalen Sexsymbol aufgestiegen stolpert über einen jahrzehntealten Eintrag in seinem Internet-Tagebuch, in dem er sich selbst des Diebstahls einen Schränkchens bezichtigt. Doch halt! Der Transfer eines Schränkchens von einem Zimmer eines Studentenheims ins nächste ist kein Diebstahl. Deshalb möchte ich hiermit festhalten: Ich werde das Schränkchen bei meinem baldigen Auszug mitgehen lassen. Freiwillig. Ähnlich wie der Schmutzgeier meine Teller.
Der Schmutzgeier. Diese Figur habe ich einem alten Disney-Comic entnommen. Ähnlich wie das Schränkchen bald dem Heim. Ich denke nicht, dass mir dies als Urheberrechtsverletzung zur Last gelegt werden kann. Und wenn doch macht es auch keinen Unterschied mehr. Schon jetzt lastet das Gewicht der ganzen Welt auf meinen Schultern.
Sunday, June 28, 2009
Der Dürre, der beim Bäumlein sitzt
Und dessen Blick durch's Räumlein flitzt,
Den quält ein Hungerleiden.
Und wenn er keinen Älter'n späht,
Der mit ihm vor den Weltherr'n geht,
Dann muss ein Junger scheiden.
Der Dürre, dort beim Blumentrog,
Der mit sich schon die Muhmen zog,
Der schätzt dich auf's Immense.
Und wenn es ihn auf's Grobe drängt,
Sieh! In der Garderobe hängt,
Sein Werkzeug, seine Sense.
Der Dürre, der die Veilchen netzt,
Und der dich schon ein Weilchen schätzt,
Entlöst dich Deinen Schmerzen,
Wir ander'n - lebend noch, ein Glück!,
Gedenken Deiner noch ein Stück,
Bei ein paar kleinen Kerzen.
Tuesday, June 23, 2009
Whoring out one's "credibility"
Und seiner Freundin Carine,
Will ich Besucher hier zu mir holen,
Die sonst woanders hin ziehen.
Sei mir nicht gram, denn mein Textegetümmel,
Ist doch fast so interessant,
Wie Dieter Bohlens entblößter Lümmel,
Am mallorquinischen Strand.
---
Noch einige Ankerpunkte:
---
DIETER BOHLEN TANZT NACKT AM STRAND MACARENA - NUR HIER DIE ÜBER-EXKLUSIVEN BILDER
DIETER BOHLEN UND SEINE CARINA: HEISSER PORNO-URLAUB FÜR DIE "FANS"
NEUES BILD-MATERIAL AUFGETAUCHT: DIETER MACHT DEN "HELIKOPTER"
DIETER WIRFT SCHATTEN. BADEGÄSTE: FUCK, WO IST DIE SONNE HIN?
DIETERS KLEINER BOHLEN: STATT STRAND-SEX FÜR BILD-PAPARAZZI INVESTMENT IN OBSKURE RUSSISCHE PENIS-BRUDERSCHAFT
Saturday, June 20, 2009
Monday, June 01, 2009
Digitalis
Dea computer is a sehr guter,
A tolles modö.
I denk ma dass so a rechna,
A fia mi goa ned schlecht wa,
Und am bestn nu schnö.
Nua vun de ausgepreisten
Kon i mia kan leisten,
Und hätt do wos digitales so gean.
I siz im kreitagoatn,
Mecht ned weita woatn,
Dass de leitaplottn,
Endlich billiga wean.
Drum nimm i digitalis,
Wei ois wos digital is,
Fia mi echt ideal is.
Und kummt ma s reissate,
S innare ans eissare,
Deng i ma i weiß ja eh,
Dass des olles,
Total normal is.
I nimm digitalis in pillenform,
Di i daham im stillen foam,
Wei i ned was ob digitalis
A gonz legal is.
Und so a quartal,
Im Pönal,
Mia ned egal is.
Mit digitalis brauch ich keine kilobyte,
Weil nehm ich ein Kilo beit-
elt es mich eh scho gscheit...
Tuesday, May 05, 2009
Monday, April 20, 2009
Orgkesta
...
Terzett duad si ned vü.
Schlagzeug hoid ned d' schedln ei!
Wednesday, April 15, 2009
nidazeit
und hob nix zan mochn
jez aug schmeazt scho heftig
wö de luft is vü z trockn
des san so de sochn
mit dena i mi bescheftig
Saturday, March 28, 2009
hiasln es
mid a boa steckn in ole fia eckn
und kriagdadi ziagdadi mim schlittn int hittn
schlogt da an steckn mittn duachs beckn
- und do konnst don woatn!
Wednesday, March 18, 2009
Saturday, February 28, 2009
"Experte": "BIP sinkt 2009 um 44 Prozent!"
Wien (red.). Im Rennen um das schwärzeste Sehen in Zeiten der Wirtschaftskrise hat Fast-Fachmann Walter Gatterer gestern eine neue Runde eröffnet. Das österreichische Bruttoinlandsprodukt, so Gatterer, werde in diesem Jahr um volle 44 Prozent zurückgehen - und zwar "nicht vielleicht und in etwa, sondern garantiert und mindestens". Gatterer weiter: "Wahrscheinlich noch mehr!"
Damit liegt die Prognose des Wiener Jung-Finanzpropheten deutlich über den Einschätzungen von WIFO-Chef Aiginger und OeNB-General Nowotny, die bisher lediglich einen Rückgang im einstelligen Bereich vorhersahen. Dazu Gatterer: "Amateure". Der 24-jährige wittert einen Generationenkonflikt. "Wenn ich noch mit der Pferdetramway zur Schule gefahren wäre, hätte ich auch ein Problem damit, in wenigen Monaten von null auf minus 44 zu kommen." Aiginger und Nowotny waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Neben dem kompletten Zusammenbruch der Weltwirtschaft, sagt Gatterer stark unterschiedliche Preisentwicklungen für verschiedene Anlageklassen voraus: "Der Erdölpreis wird weiter niedrig bleiben. Aber Speiseöl - da gibt es Raum nach oben!" Gatterer zur Grundlage seiner Untersuchungen: "Ich gehe durch die Straßen. Ich sehe die Leute." Das legt der Fachmann auch anderen nahe. Gatterer gibt jedoch zu bedenken: "Jetzt heißt es, schnell sein. Seit heute haben wir nur noch 56 Prozent Spielraum für noch pessimistischere Prognosen!"
Saturday, February 21, 2009
12 + x attempts at witty statements
1) There's a reason why I like minivans: all the crack, AK-47s and Moldovan schoolgirls that fit inside.
2) I value people's differences. If you're a socialist, I value that difference as negative.
3) When I'm old, I'll want to relive the past - including the battle of Mohács.
4) I believe Gutenberg gave us books, Darwin gave us monkeys, and Jesus gave us the lower-case "t".
5) If you're in love with a cigarette machine, that's just Stockholm syndrome.
6) Now that I live in Vienna - I waltz the line.
7) I wish I had more Jewish friends, so I'd have something to counter allegations of antisemitism.
8) I hold a doctorate in wiring money from the University of Nizhny Novgorod.
9) I will pay my church tax dues once those Nigerian millions pour in.
10) I like honesty, especially when it comes to PIN numbers.
11) I was very premature as a child. When the others had imaginary friends, I had an imaginary girlfriend. And still do.
12) Later on, she took up residence in my right hand.
x) Not even this trainwreck can damage my trust in my sense of humour.
Synagoggomobil
Friday, February 20, 2009
Monday, February 16, 2009
Schindler's List
The older you get, the less you can believe in it.
Friday, January 23, 2009
Brutto für netto
Aber jeder ist Geld-
an-Investmentbanker-
Verschenker.
Monday, January 12, 2009
Was die Damen auf Hütteldorfer und Felberstraße so zu mir sagen
"He! Gemma!"
(tbc)
Tuesday, December 30, 2008
Tuesday, December 23, 2008
Sunday, December 21, 2008
-ieder/-ahn
Zerbeiß' meinen Stift mit dem Zahn.
Ich schriebe Gedichte, Geschichten und Lieder,
Doch hab' nicht Ideen noch Plan.
Von oben schau'n Goethe und Schiller hernieder,
Sie lachen und johlen und rufen: Oh, sieh! Da
Versucht er's schon wieder im Wahn.
Die Wut fährt mir kalt in die ruhenden Glieder,
Ich schrei es hinaus: Ach, wer sind schon die da?
Nichts als Leimsieder,
So bieder die Lieder,
Und doch jeder stolz wie ein Hahn.
Tuesday, December 16, 2008
Samarhythmic
Zu Deutsch: Ungarische Bibeln [sind] nicht breit (und passen daher in jedes Regal!).
Sunday, December 14, 2008
Thank god for the misery of others
So when I witness someone being beaten up on the street, I don't come rushing to assist them. I incite the assailants. From a distance. Unfortunately, Vienna is a rather safe megalopolis, so I am denied even this simple joy all too often. It really makes you want to jump off bridges.
I also enjoy visiting people in hospitals. I may not have a girlfriend, but you have lung cancer! And unlike involuntary celibacy, it's terminal!
So everytime bad things happen to good people (or to bad people - who am I to care?), I mutter a thankful prayer. Or maybe I just stop cursing inwardly for a second. It's not about poetic justice. It's not about tit for tat. It's about poetic capital punishment and tit for getting struck in the face with a pipe wrench. And everytime someone gets struck in the face with a pipe wrench - metaphorically or not - I cheer up a bit.
Saturday, November 29, 2008
Johannes B. (2002, unedit.)
Ein Wesen, dass kratzt mit dem Kopf an der Decke und trägt große Schuhe und Bart.
Das lockige Haar fällt ihm weit in den Nacken und ist wohl in Ehren ergraut,
Zwei rundliche Gläser verstärken die Blicke, wohin dieser Riese auch schaut.
Johannes, so heißt er, doch lang ist es her, dass so ihn jemand genannt,
Denn seit Jahren ist der Johannes uns allen nur als Herr Direkta bekannt;
Seit damals, als er sich mit kräftigen Beinen, nach oben, nach oben sich stieß,
Und all die andern, die oft heut’ noch dort wandern, in ihrem Chaos beließ.
Nun herrscht der Johannes in ledrigem Sessel, regiert mit eiserner Faust,
Während die Welt um die Schule sich ändert, und sich sein Haar weiter kraust.
Kein Verbrechen, keine Untat bleibt ungesühnt, keine schmutzige Weste bleibt weiß,
Denn mächtig sind des Direktors Freunde, im Rathaus, beim Schulrat, am Gleis.
Und wenn Schüler verspätet das Schulhaus erreichen, dann schaltet Johannes auf stur,
Er telefoniert mit den Bahnhofsbeamten, und weiß, wann der Zug wirklich fuhr.
Es ist dieser Wille fürwahr zu bewundern, denn auch, wenn es Wichtiger’s gibt,
So findet er doch stets die Zeit zur Erziehung der Schüler, die er so liebt.
Johannes, Johannes, auch wir, die du führtest, wir ehren, lobpreisen dich sehr,
Wir wünschen dir alle noch recht viele Jahre – uns kratzt es schließlich nicht mehr!
Monday, November 24, 2008
Koaliaison
Ehrlich ist er zwar nur spärlich.
Doch Ehrlichkeit ist heut'
für d' Leut'
- ehrlich! -
entbehrlich.
Monday, November 17, 2008
klana mo
schlof an da maschin
kumt east da slowaknbua
is dei stö dahin.
klana mo mid fiass und hend
klomma di ans bond
d ungarn sand ans hackln gwend
und da lohn? a schond.
klana mo bock stock und stoa
moch de grenzn dicht
kummt da tschech da do zuvoa
schiabsd boid d letzte schicht.
Sunday, November 16, 2008
Großes Kino
Walter Gatterer, Geheimredaktent im Dienste Seiner Majpresstät Michael I. Hax'n von der Fleischbeschau wird vom Leiter des ressortenreinen Geheimdienstes "Affaires Viennoises" auf einen Fall von baunormer Spannweite angesetzt, der ihn in die Innersten Bezirkel der Macht führen wird.
Ein als grantiger Pensionist getarnter V(ernader)-Mann hat Beweismaterial gefaksimiliert, das von einer ensemblematischen Überbausünde zeugt: in der Altwiener Blumenstockgasse hat eine geheimelige Macht einen die Altwiener Blumenstockgasse querenden Steg im zweiten Altwiener Blumenstock errichtet. Hinterrücks überbrücks und in Form eines bass nicht zur barocken Gebäudegruppe passenden Krupp(?)stahl-Brockens. Vom Regen in die Traufe: nun muss Walter Gatterer den Aus-der-Taufe-Heber des Planken-Horrors ausheben.
Am Abscheuplatz angelangt, hat Walter Gatterer den Drang, die Schlange sang- und klanglos zu belangen, doch dazu täte ihre Identität nät. Sein Unwissen schützt Walter Gatterer nicht vor Strafe, wohl aber form weiteren sträflich (vernach)lässigen Formulieren. Er beginnt seinen Sondiereinsatz und setzt seinen Charme bei der Angestellten der Putzerei in einem der beiden vercharmedelten Objekte ein. Die Dame ist putzig, stellt sich aber dumm (an). Auch in der Bank daneben gibt es nur danebulöse Auskünfte für Walter Gatterer. Hier verwaltet man Unvermögen - das, ihm zu sagen, was er hören will: wem die Willen gehören.
***FIN***det Walter Gatterer je heraus, wer hinter dem Ganzen steht?
& demnächst:
Walter Gatterer und die Unterfreimaurer des Denkmalschutzes
Walter Gatterer erfährt in einer Orgien-und-Mysterien-Buchhandlung den wahren Eigentümer des eigentümlichen Ungetüms: die Altwiener Großloge der Freimaurer Österroreichs. Entsetzt will Walter Gatterer die Welt von der Verschwörung in Kenntnis entsetzen, doch sein Chef verkennt den Ernst der Plage. Ist er einer von ihnen? Sicher. Aber wer sind sie? Und wie lange noch? Walter Gatterer bleibt nur eine Gewissheit: er kann niemanden mehr trauen. Als Laie.
Saturday, November 08, 2008
Ex Pressis Verbis - Um Längen teurer
Parolen dieser Art werden groß gewachsene Reinhard-Mey-Fans bald vor dem Hauptquartier der Air France skandieren. Im Lichte der Krise will sich die gebeutelte Fluglinie ein Zubrot auf dem Rücken bzw. den Beinen ihrer Passagiere verdienen. Künftig wird der Franzosenflieger einen Aufschlag von 50 Euro für Sitze mit mehr Beinfreiheit einheben - konkret für die Plätze vor den Notausgängen, wo die Sitzreihen weiter auseinanderstehen.
Zuschläge für übergewichtige Fluggäste sind schon seit längerem angedacht. Jetzt kommen auch die Langbeinigen zum Fußkuss. Bei den maroden Airlines firmieren die Zusatzprofite bereits als "Kilo/Meter-Geld". Die kleinen Dünnen mögen sich da noch in ihre winzigen Fäustchen lachen. Doch nicht zu laut: Lange Beine laufen schneller!
Friday, October 24, 2008
Thursday, October 23, 2008
Tuesday, October 21, 2008
Monday, October 20, 2008
Vers 2010
schmieden Pläne - wie sinister!
1910:
Christian thinks the streets are pretty,
once the light has left the city.
Sunday, October 12, 2008
Tuesday, October 07, 2008
Distraction
Monday, October 06, 2008
Sunday, August 31, 2008
Thursday, August 28, 2008
Thursday, August 21, 2008
Geheimrat
Monday, August 11, 2008
Friday, July 04, 2008
Schubladler
Monday, June 02, 2008
Don't Hassle That Burger
I've been writing a lot.
I've sent them out to females.
No replies I've got.
Saturday, May 24, 2008
Log. Bewerb.
kroatiens alter mann macht mir angst. er ist älter als das grammophon. der sprecher meint der alte hätte sich vorher angetschechert. kein wunder. kroatien ist vorbei.
es folgt polen. das lied fängt furchtbar an, wahrscheinlich geht es so weiter. die sängerin sieht aus wie arielle in ihrem tiefgeschlitzten meerjungfrauenkleid. ich glaube, sie singt auf englisch. ich kann nicht denken, weil mein hirn einschläft, aber so ist das eben bei großen gefühlen. wann werden die menschen je verstehen? das lied ist fast so toll wie die titanic titelmelodie. celine dion fans sind enorm, in dem sinn dass sie gegen alle regeln verstoßen. vor allem der natur. die ganze bühne ist blau. das ist sehr meditativ, sodass ich meine seele wandern lassen und ihre pfade hier kartographieren kann. ergebnis: ich habe zu wenig freunde. ich bräuchte eine ganze armee. in enganliegenden kleidern mit großer oberweite. auch die herren. und alle hätten perfekte zähne wie die polin.
21:48
ein regnerischer frühling in belgrad? die ganze stadt kann es wegschwemmen. aber die hauptstraße ist nett, soweit ich mich erinnere. viele regenschirme zittern am schirm.
es folgt island mit der euroband. der sänger verbringt seine tage mit dem warten auf glück das seines weges kommt. er ist mein seelenverwandter, aber hoffentlich sehe ich komplett anders aus. island hat nicht einmal den euro eingeführt, der name ist doch anmaßung … die sängerin hat dickere oberarme als ich. das ist nicht allzu schwer. das ist ihr leeeeeeben. singen sie. ich komme nicht ganz drauf, was an dem lied genau aussagen über ihr leben sind. vielleicht leben sie zuhause auch auf einer bühne und haben statt energiesparlampen scheinwerfer in den fassungen. island ist ja dank der erdwärme nicht aufs energie sparen angewiesen. verdammte nördlinge. reibt es uns nur rein! diese erdbeerspießchen auf dem schirm sehen gut aus.
die türkische band singt angeblich gegen atomkraftwerke. das heutige lied ist ein liebeslied auf innere dämonen. morgen gehe ich radfahren. ich mag die gitarren im glitzerlook. sicher einzelstücke. das lied könnte jeden atomreaktor zum schmelzen bringen. zartschmelzende weiße schokolade auf den erdbeerspießchen. wie bitter wenn man wieder einmal nicht haben kann, was der bildschirm zeigt. ähnlich wie bei den ausstrahlungen auf kabel 1 nach mitternacht. offensichtlich hat einer der sänge eine gitarre mit türkischer flagge drauf. sponsored by kronenzeitung.
21:56
werbepause. man wirbt für: kleine kinder auf dreirädern, erotische beziehungen zu kiwis. auf comedy central läuft little britain.
22:00
return to the contest. portugal stampft über die lautsprecher. die dicke sängerin schaut der blonden aus nächster nähe ins dekolleté. und ist traurig. sie trägt als einzige schwarz. schwarz und gold. die portugiesischen landesfarben, diese stille poesie nimmt mir den atem. oder die macht der melodie? eine von den sängerinnen hatte krebs und trägt eine glatze zur toga.
lettländische piraten singen über seewölfe. so ähnlich wird die musi auf dem waldinger ortsfest, 30. – 32. (sic!) mai beim schned in purwörth. kumts ole! pirates are all the lettish pirates can be and they will steal the show. just like your ear virginity. aber es ist gut, wenn diese armen oststaaten sparsamkeit beweisen. immerhin kostet es einiges an geld, so einen song contest auszutragen. serbien musste dafür den kosovo verkaufen. der lettische sänger hat ein kapperl wie dj ötzi.
22:06
schweden war früher eine europäische großmacht, stieg jedoch im 17. jahrhundert in die weitgehende bedeutungslosigkeit ab. die sängerin erzwingt das recht auf freie rede: „bah, is de schiach.“ die rolle der hintergrundsängerinnen ist nicht ganz klar. wahrscheinlich spritzen sie zwischendurch das botox nach. jetzt steht plötzlich noch so eine ikone der homosexuellen szene in göteborg auf der bühne. oder ein promifriseur. ich will tischtennis spielen. das publikum tobt. die orf-kommentatoren kommen sich ähnlich lustig vor wie ich.
für dänemark singt ein engländer seit er sechs ist. er hat im knabenchor angefangen, wurde dann missbraucht und lief in einem einkaufszentrum amok. die teilnahme am songcontest ist teil eines neuen rehabilitationsprogramm. er fühlt sich super, weil die sonne scheint und trägt dennoch eine baskenmütze. feier gute zeiten die ganze nacht. aber da scheint keine sonne, wie soll man da gut drauf sein? simon, sei die sonne meines lebens! und schenk mir deine hosenträger! das lied besteht praktisch nur aus der strophe „all night long“ und endet mit einem „yeah“. mein leben sollte auch mit einem yeah enden. yeah.
22:14
georgien hat schon viel gesehen, im gegensatz zur blinden sängerin die es vertritt. sie hat ein uneheliches kind von putin, wenn ich das richtig verstanden habe. ich glaube, man darf ihr kleid nicht kritisieren. sie ist ja blind. bei dem lied fallen auch meine augen zu.
jetzt jongliert eine serbin mit tüchern in der einspielung die ukrainische fahne zusammen. die ukrainische sängerin gefällt mir. optisch. vielleicht kaufe ich dort später meine frau. baby, ich will dein becken checken. was soll der ring am oberarm? sicher nur eine tetanusimpfung. oder ein kommunistisches kontrazeptivum. einer von den tänzern schlägt aus dem stand salti rückwärts. das ist auch beeindruckend … etwas.
22:21
endlich sehe ich die moderatoren des abends. er ist popstar, sie völkermörderin. der franzose singt vor einem chor aus orthodoxen juden. und er fährt ein golfcart auf die bühne. er sieht aus wie jesus denn er ist der messias, auf den die juden warten. und versuch immer, die milchstraße zu finden!
aserbaidschan verschießt erst einmal ein feuerwerk, bevor der als engel ausstaffierte sänger loslegt. der sänger ist immer an meiner seite, singt er. auf einer weltkarte liegt baku ganz nah bei walding.
Sirenenprobe
Tuesday, May 20, 2008
Mantra des modernen Menschen
Sei produktiv!
Und bitte sei flexibel!
Schwör auf deine Kompetenz,
Aber schwör auf keine Bibel!
Bild dich fort!
Steh nie still!
Stillstand ist gefährlich!
Betrüg die ganze Welt,
Aber wichtig:
Bleib stets ehrlich!
Sieh die Höhe des Gehalts
Als Maßstab deines Werts!
Häng die Träume an den Nagel!
An die Arbeit häng dein Herz!
Sieh dich und deinen Chef
Als deine Kernbeziehung!
Führ mit deiner Freundin
Trotz geteilter Wohnung
Eine Fernbeziehung!
Zeig Elan!
Engagement!
Hetz dich brav ab!
Ist dein Tag dafür zu kurz?
Schaff den Schlaf ab!
köna! núans.
losdiófyn
schitténi
wos ged
geznéama
gézda anéama
psúndas
swiat zea zelebríat
sdíchzei
Wednesday, April 30, 2008
intasiti
draami drami gegn d wond
und da intasiti schiabtmi
fiadmi ham ins hamatlond
intasiti ziagdi viri
foa noh foan i muas do zruk
weil i oidi hoibm sochn
nima lenga duri druk
ois faschiabzi aronschiazi
ondast oisi woitass wa
ned hoibvoi iss glasl fia mi
ned hoibla fia mi is la
intasiti losmi lingi
bleib do ling solong dass ged
oba zlezd muas ahi ausi
ewi midfoan ged hoid ned
---
Eric, this Intercity did not pass through Amstetten.
---
Now also available as MP3, complete with depressing guitar chords.
Monday, April 28, 2008
Monday, April 21, 2008
wos
si song: nix ged
vu heid auf moang
oba es steht
do fest das do a so is
dass' moang zan heid wiad
wons don do is
drum wead i ma moang denga
und deng ma heid a
leida
ged nia wos weida.
Lest the Anglophone multitudes (Hello, Eric!) feel left out:
i worry
they say: nothing gets done
from today until tomorrow
but it is certain that
tomorrow becomes today
when it is there
so i will think tomorrow
and think today as well
lamentably
nothing ever gets done
Monday, April 07, 2008
Chief Rap Officer - "ghettUU"
mei hoats pflasta
hoat wia oids brod
wia rohe pasta
foad hundatsiemazwanzga o im opel astra
onlog on masta
da trebbl passt
und da bass passt a
... and as a (questionable) service to the English-speaking among our viewer (sic!), a translation:
walding! until death
my hard turf
hard like old bread
or uncooked pasta
criving down the B 127 in the opel astra
sound system on chief
the treble is alright
and so is the base
Verily, we can agree on that it better be left in dialect, can we not? (Hint: we can!)
Friday, March 21, 2008
Thursday, March 20, 2008
TTYN Language Exchange ... Shout-outs to my Celtic buddies
3 ... Austria
2 ... Germany
2 ... Switzerland
1 ... United States
1 ... Ireland
I hate writing in caps or using multiple exclamation marks but WOW!!! Ireland! A proud leprechaun or shade of green, Ireland's two main population groups as TV and travel magazines have me believe, has recently viewed my blog (for more or less two seconds, as Google Analytics also tells me). Due to this breath-taking rise in international TTYN ("The Truth You Need") awareness, I have decided to give in to globalization and publish all my hot new creative material in English from now on until I grow tired of it or the Chinese invade.
My secret agenda is, of course, to collect visitors from as many exotic countries as possible. My wish-list is spearheaded by Kyrgyzstan, Madagaskar and the British Virgin Islands. So if any of your friends/relatives/organ farms live in far-away countries due to birth/marriage/imminent incarceration in their home country send them a link to this site and have them visit it under some pretense ("Dude, I found the weirdest XXX man-on-saber-toothed-tiger footage!"). If they pay this site a visit, I will send you a T-shirt (I have many old T-shirts so I might even keep that promise). If they leave a comment, I'll wash the T-shirt before mailing it.
Monday, March 10, 2008
Chief Rap Officer - "Terminware"
Die Konkurrenz brüskieren
Es ist zwar teuer, doch ich lass mich gern im Benz chauffieren
Um mir zu garantieren
Dass mich die Fans hofieren
Es zahlt sich aus
Jeder malt sich aus
Ich mal mein Haus aus
Mit Platinfarbe
Ich liefer Terminware
Wobei ich Benzin spare
Weil ich mit der Bahn zum Termin hinfahre
Und nicht erster Klasse, als Gepäckstück
Da ich Dreckstück
Frau'n meine Hand zu gern ans Heck drück
Und die Richter in den Strafprozessen
Brav vergessen
Das Strafmaß moderat zu bemessen
Zieht's mir das Gewand aus
Ich weiß, ich bin ein Biest
Doch mir rutscht immer die Hand aus
Mein Benz ist nur geleast
Denn mein Corsa steht im Pfandhaus
...
MP3 auf begründete Anfrage, jedoch ohne "Beat". Ich kann keinen "Beat" machen. Ich "Beat"nik(s).
Monday, February 25, 2008
Iterum Nihil Longius
Wenn dir einst die Stunde schlägt.
Lebe für den Tag bereit,
Da man dich zu Grabe trägt.
Friday, February 15, 2008
ima i
Thursday, February 07, 2008
Monday, February 04, 2008
Immer wenn ich dieses Pulver ...
Als kleines Kind bin ich stets gern geflogen. Genau genommen bin ich als kleines Kind zweimal geflogen, nämlich nach Kreta und zurück. Danach wollten meine Eltern kein Flugzeug mehr mit mir teilen und ich blieb am Boden. Zum zweiten Mal in meinem Leben kletterte ich in Mitte der 90er ins Cockpit (und wurde zurück in die Economy Class verwiesen). Anlass und Ziel der Reise sind mir unbekannt, aber schon damals merkte ich, dass ich und die Fluggesellschaft keine besten Freunde werden würden. Wir waren einfach zu verschieden: sie hatte eine Luftflotte und ich noch keine Schambehaarung. Vollends brach mein Widerwillen aus, als nach der Jahrtausendwende die Billigfluglinien an Boden gewannen. Schon das Konzept war mir suspekt. Natürlich, man zahlte deutlich weniger für seinen Flug, aber muss ich betonen, dass ich anhin komplett gratis geflogen war, nämlich als Gast meiner Eltern? Das plötzliche Ende von deren Großzügigkeit und das Ausdembodenschießen dubioser Lufttransportfirmen konnten kein Zufall gewesen sein. Mein Vertrauen in Gott und die Welt war erschüttert. Ich war stets ein schüchternes Kind gewesen, aber nun zog ich mich vollkommen zurück. Ich verbrachte Tage und Nächte am Fenster und führte Buch über Zahl, Farbe und Dicke der Kondensstreifen, die den Himmel über unserem Haus durchkreuzten wie Narben der Wunden, die der billige Flug meiner Seele geschlagen hatte. Etwa um die selbe Zeit stürzten die Türme des World Trade Centers unter andauerndem Flugzeugbeschuss in sich zusammen. Kreidebleich verfolgte ich die Bilder vor dem elterlichen Fernseher. Immerhin dessen Benützung war mir noch gebührenfrei gestattet. Ein Gedanke ließ mich nicht mehr los: WTC … CWG … wie knapp war ich dem Tod von der Schippe gesprungen? Die nächsten Wochen verbrachte ich im Keller. Meine Freunde wandten sich von mir ab und flogen günstig nach London, Lissabon und Kopenhagen. Anfang 2002 konnte ich mich überwinden, die Kellertreppe hochzusteigen. Ich verließ das Haus mit Sonnenbrille und falschem Bart und trat den Weg aufs Gemeindeamt an, um eine neue Idntität anzunehmen.
Mit meinem neuen, auf den Namen Costa Potente lautenden Pass buchte ich von einem maltesischen Internetkaffee aus einen Platz auf einem Ryanair-Flug von Bremen nach Riga. Kenne den Feind, sagt schon Konfuzius. Konfuzius sagt viele Dinge, dachte ich mir am Tag des Abflugs und hätte vor Angsträmpfen beinahe nicht das Bett verlassen. Ich riss mich zusammen. Der Bremer Flughafen ist sauber und modern, bis auf den Teil, von dem aus Ryanair die Verdammten in alle Höllen dieser Welt katapultiert. Ich fühlte mich wie in einem IKEA-Möbelhaus, mit ähnlich hoher Inzidenz von Blau, schreienden Kleinkindern, und Gelb. „Willkommen, Herr Potente!“ sagte der Transvestit am Gate. Meine Verkleidung hielt. Ich konnte ruhiger atmen. Es zeigte sich bald, dass meine frühere Flugerfahrung hier von geringem Wert war. Oben war unten, gestern war links und statt in einer Schlage stellte man sich in einer pulsierenden Traube zum Boarding an. Blessiert, aber lebend gelangte ich an Bord des altersschwachen Fliegers. Bei Ryanair herrschte das Prinzip einer freien Sitzplatzwahl.und so wählte ich den einen Sitzplatz, der noch frei war. Ich sank in die Bestuhlung, während sich im Gang die Leute auf den Stehplätzen um die Haltegriffe zu streiten begannen. Der Flieger hob ab. Ich hatte es geschafft. Nun würde mich nicht einmal Easyjet aufhalten können. Die letzten Gebäude des Bremer Elbhafens verschwanden in der Nebeldecke und die letzten Reste meines Frühstück verschwanden in meinem Zwöffingerdarm. Mein Magen knurrte. Nach einer Stunde wurde der Hunger übermächtig. Ich blickte vor und zurück. Dunkel meinte ich mich an einen Handwagen oder eine Art große magische Truhe erinnern zu können, die den Mittelkorridor hinauf- und hinunterschwebte, Essen von kunststoffartiger Konsistenz in Plastikschalen verteilend. Aber – ach! – die Rettung blieb aus. Ich schrie. Ich tobte. Ich brach zusammen und verbarg meinen ausgemergelten Körper unter dem Vordersitz, was möglich war, da ich mein Handgepäck in den Fächern unter der Kabinendecke verstaut hatte. Meine zitternde Hand streifte ein laminiertes Pappschild. Das Bordmenü. Mein Blick fiel auf die Preise und meine Augen weiteten sich schreckerfüllt. Das also war es. Nimmer war ich unerkannt an Bord gegangen – die Billigflieger hatten mir eine Falle gestellt und ich war ihnen wie ein blindes Huhn vors Schlachtmesser gelaufen. Und jetzt: Geld oder Leben! Vor meinen Augen begann sich das Flugzeuginnere zu drehen. Ich fühlte meine Beine nicht mehr. Mein Körper begann bereits, sich selbst zu verdauen. „Ich bin zu jung zum Sterben!“, rief ich mit schwindender Kraft. Dann wurde mir schwarz vor Augen.
Den Aussagen meiner Mitreisenden entnehme ich folgendes Bild über den Rest des Fluges: ein Erzengel stieg aus den himmlischen Sphären herab und ergriff von meinem Körper Besitz. Er führte meine Hand an mein Portmonnaie und ließ mich ein Sandwich von mittlerer Größe ordern. Wäre ich der Tschad gewesen, der Preis hätte alle Fortschritte im Zuge des Entschuldungsprogramms für die ärmsten Staaten der Welt zunichte gemacht. In Riga verließ ich den Flieger. Ich lebte, aber ich hatte nur noch die Kleider, die ich am Leibe trug. Costa Potentes weltumspannendes Imperium fensterloser Kellerräume gehörte nun Ryanair. Ich zuckte die Schultern und ließ mich Lettland nieder. Später brachte ich es bis zum Ministerpräsidenten, doch die Erinnerung an jenen schicksalhaften Flug ließ mich zeit meines Lebens nicht mehr los. Es ist eine traurige Geschichte, aber ich musste sie erleben, um sie erzählen zu können.
Sunday, January 27, 2008
They Thought It Lost
DIE WAHRHEIT
1927 geboren als Don Alejandro de la Ipojondría in Lissabon
1929: Doktorat für Zahnheilkunde an der Universität Heidelberg
1931: Rede vor dem britischen Unterhaus (Vorschlag der Einführung eines Polizeistaates)
1934: mit überragender Mehrheit zum Vorsitzenden der KPdSU gewählt, obwohl nicht als
Kandidat gemeldet
1935: Abschluss der "Theorien über die kalte Fusion"
1937: aus Zeitmangel Übergabe der Führung der SU an Genosse Dschugaschwili
1941: das Weiße Haus ignoriert eine von mir eingereichte Warnung betreffend Pearl Harbour
1942: Gründung der "Internationalen Atomenergiebehörde"
1943: erfolgreiche Ein-Mann-Einkesselung der deutschen Truppen bei Stalingrad
1944: Empfang eines anonymen Drohbriefes mit dem Stempel der Reichskanzlei
1945: Diebstahl meiner Aufzeichnungen über die Atomenergie durch die Amerikaner, eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof wird abgewiesen
1947: erfolglose Teilnahme am Hitlerattentat vom 14. August
1950: nachträgliches Ablegen der Matura
1952: Inhaber des Lehrstuhls für Paläoquantenchemie an der Erzfürstlichen Hochschule Karachi
1953: Beendigung des Koreakrieges durch Organsiation einer Bridgepartie zwischen Eisenhower, Tse-Tung, Chruschtschow und mir. Gewinn des Spiels durch mich.
1954: eine Anklage auf Betrug vor dem Kaiserlichen Schwurgericht in Chicago erweist sich als haltlos
1956: das britische Unterhaus debattiert erneut über meinen Polizeistaat-Vorschlag
1961: Landung auf dem Mond. Vor Weiterflug zum Mars Hinterlassung einer Grußkarte für Armstrong
1964: Gründung der "Bangladesh Mining Inc."
1965: Konkurs der "Bangladesh Mining Inc." durch Fehlspekulationen
1966: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der "Bangladesh Mining Inc." wird in Rio de Janeiro
erschossen aufgefunden, Dankschreiben an den Chef des brasiliansichen Inlandsgeheimdienstes
1967: Bau der Transatlantischen Brücke (vom US-Geheimdienst bis heute geheimgehalten), Beginn des Studiums der Nederlandistik in Paris
1968: nach Streit mit der Professorenschaft Anzettelung von Studentenunruhen
1969: Neil Armstrong und sein Kollege Muhammad Al-Sharif finden meine Grußkarte auf dem Mond. Armstrong erschlägt Al-Sharif, da dieser die Karte nicht vernichten will
1970: das britische Unterhaus gibt den Diebstahl von parlamentarischen Protokollen aus den frühen Dreißiger Jahren bekannt
1973: Erringung des Sieges in der Schlacht von Mexico City, Auflösung der "Lateinamerikanischen Polizeirepublik"
1975: Gründung der "Freien Demokratie Mururoa"
1977: Unbekannte gründen eine Sekte zu meinen Ehren
1979: Herausgabe der Neufassung der Bibel - Audienz beim Papst betreffend meiner Geschichte von Jonas und dem Walfisch (Johannes Paul II.: "unglaubwürdig und absurd")
1982: erste erfolgreiche Klonung eines menschlichen Wesens in der FD Mururoa, Aufbau einer gewaltigen Armee
1984: Schaffung einer zweiten Identität in Österreich, Änderung des zweiten Vornamens von Spekulatius auf Walter zwecks Unauffälligkeit, Massenselbstmord der "Spekulanten" nach meiner Weigerung, sie in einem Raumschiff zu entführen
1985: eine mururoische Invasion vor Los Angeles schlägt fehl
1986: endgültige Vernichtung der FD Mururoa durch amerikanische Truppen,
1989: versehentliche Öffnung der Sowjetunion durch Gorbatschow, bei meinem Eintreffen am Flughafen von Moskau ist die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten
1991: erfolgreiche Expedition zum Kilimandscharo, Auffindung eines Jungbrunnens
1994: ein Anschlag der mir bis dahin unbekannten "Volkswehr Mururoa" auf ein Weingut in der Champagne schlägt fehl, Flucht nach Oberösterreich (zuvor Einnahme von Jungbrunnenwasser, um günstigeres "Kinderticket" zu bekommen)
1996: endgültige Vernichtung Mururoas durch französische Atomwaffen
1998: Streit mit dem Direktor eines Linzer Gymnasiums betreffend meiner 1950 abgelegten Matura (Franz Mayr: "Das ist gefälscht!")
1999: Direktor Mayr geht nach einem Drohschreiben des "Mururoischen Exilschützenfestes" überstürzt in Pension
2001/2: telefonisch beauftragte Einheitswährung Euro wird eingeführt
2002: Bezichtigung der Lüge durch Nachfolger von Mayr - Maßnahmen gesetzt, weitere Aufzeichnungen folgen!
Sunday, January 13, 2008
Friday, December 21, 2007
Weltsprache Latein
Monday, December 10, 2007
schlaflos im salettl
doat schlofat i gean efta aus
nua kiazt da leam vun deim pöscho
in schlof mia jedn morgn o
... des schiache puan
mei haus des hod a tial voan
und kumst nu amoi zuwagfoan
don schmeiß i durch des tial dia
an schwahn staa and foaratia
... des soids scho tuan






